Inhaltsverzeichnis
Zu dieser Website
ZUR PERSON: Alexander Blöthner M. A. phil.
Meine Arbeitsweise
Kontakt:
Das Problem im Ganzen besehen Die Ziele ganzheitlicher Lebensberatung
Wenn die Selbsthilfe versagt! Coachs und Lebensberater
Im Wandel die Übersicht behalten und am Puls der Zeit bleiben
gute Vorsätzen und ihre Umsetzung
Welche Hürden gibt es bei der Festigung eines neuen Vorsatzes?
Gibt es überhaupt eine „richtige“ Ernährung?
„Zurück zu den Wurzeln“
Ernährung nach den fünf Elementen
Ganzheitlich Bauen und Gestalten
Ganzheitliche Berufs- und Karriereberatung
Unsere Angst füllt den Unternehmern die Taschen
Ganzheitliches Berufscoaching
Die Karriere fördern
Grenzen der Karriere
Der Fischer und der Bankdirektor
Das Arbeitsethos der Deutschen und die Wurzeln von Karriere
Was tun bei Mobbing?
Schlagfertigkeit und Rhetorik
Etablierte und Außenseiter Das Einmaleins des Gruppenverhaltens
Ganzheitliche Personal- und Unternehmensberatung
Über das liebe Geld Was kann ganzheitliche Finanzberatung?
Lebenshilfe
Sprichwörter am laufenden Band
Natürlich besser sehen
Krebs ist ungelebtes Leben Die Erkenntnisse des Wilhelm Reich
Die Flucht vor dem Leben
Urvertrauen gewinnen
Negative Gedankenmuster ablegen
Sich selbst aufheitern
Wir sehen die anderen so, wie wir selbst sind.
Können wir von Kindern lernen?
Überkommene Verhaltensmuster über Bord werfen
Uns selbst gut behandeln
Wer wie andere sein will, vergeudet sein Leben
Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter
Wenn wir an unsere Stärken glauben, werden wir täglich stärker.
Einkehr halten Das Leben neu ausrichten
Neid bringt Leid
Wissen statt Glaube
Das große Glück finden in den kleinen Momenten des Alltags?
Wie Wünsche Wirklichkeit werden
Problemmanagement - Lebenskrisen durchstehen
Gegen das Grübeln
Mit Demut gegen Traurigkeit
Die Macht des Unbewussten
Die Ängste hinter uns lassen
Selbstfindung heißt Selbstentfaltung
Was ist Taoismus?
Taoismus das Leben spielend meistern
Eine Taoistische Weisheit
Mit dem I-Ging Orakel das Innere Selbst befragen
I-Ging ausgewählte Urteile beschreiben den Wandel aller Dinge
Wahrheitsfindung im Internet
Inhaltsverzeichnis von „Auf eine Wort“,
Die Essenz hinter den Religionen
Was kann uns die Bibel noch lehren?
Die Essenz der Lehre Jesu und die Schwächen der Apokryphen
Die Inkarnationen Gottes auf Erden
Herabsteigender Gott - hinaufsteigender Mensch
Die Veden als Heilige Wissenschaft
Was lehrt uns die Bhagavad Gita?
Der Gesang Gottes Weisheiten aus der Bhagavad Gita,
Über das vedische Wissen
Materielle contra spirituelle Welt: Was sagt Gott über sich selbst?
Reinkarnation Evolution der Seelen
Warum sollen und wie können wir unsere Begierden bezwingen?
Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit
Die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur
Wie ist es um den freien Willen bestellt?
Wie sollen wir handeln?
Kriya-Yoga
Die fünf Tibeter
Kommentiertes Literaturverzeichnis
I. Epik und Belletristik
II. Erkenntnisse jenseits der Schulwissenschaft
III. Religion und Sinnsuche
IV. Gesundheit und Ernährung
V.Partnerschaft und Kinder
VI. Ganzheitliches Bauen und Gestalten
VII. Das Leben spielend meistern Fernöstliche Alltagtipps
VIII. Psychologische und Soziologische Klassiker - Bewältigung von Lebenskrisen
IX. Kommunikation und Rhetorik
Lesetipps aus ganzheitlicher Sicht
Zu dieser Website
Es gibt nur einen Zeitpunkt, an dem es wichtig ist zu erwachen. Dieser Zeitpunkt ist jetzt. (Buddha)
Die Website www.ganzheitlicher-berater.de ist das literarische Fundament meiner Berater-, Coaching- und Seminartätigkeit. Ursprünglich als Nachschlagewerk für Klienten und Seminarteilnehmer gedacht, habe ich den Versuch unternommen, die wichtigsten Themenbereiche aufzuführen, die meines Erachtens für ein ganzheitliches Verständnis des Selbst und dessen Umfelds unabdingbar sind. Dabei kam es zu einem hoffentlich fruchtbaren gegenseitigen Durchdringen östlicher und westlicher Werte.
Dem Nutzer eröffnen sich Wissenshorizonte, die über das alltägliche Niveau des Informationsverkehrs hinausgehen. Ganzheitliche Beratung bedeutet, über den Tellerrand hinauszublicken. Vordergründig finden sich Wissensangebote und Tipps für Menschen, die ihre Lebensqualität verbessern wollen und bereit sind, an sich zu arbeiten. Von nichts kommt bekanntlich nichts.
In zweiter und dritter Instanz geht es um den Sinn der menschlichen Existenz. Falls die eine oder andere Passage langweilen sollte oder dies und jenes nicht verstanden oder geteilt wird, lassen Sie es gut sein. Es steht für einen anderen da.
Um ein Problem ganzheitlich zu beschreiben, bedarf es Ausdrucksmöglichkeiten, für die nicht immer ein geschmeidiger Syntax zu finden ist. Um den Lesefluss nicht weiter zu erschweren, habe ich ferner auf die umständliche Schreibweise, neben den männlichen jeweils auch die weiblichen Endungen anzuführen, verzichtet. Mögen die Leserinnen mir hierfür verzeihen.
Dass die Inhalte dieser Website nicht vollkommen und nicht fehlerfrei sein können, davon ist niemand mehr überzeugt als der Verfasser selbst. Inwiefern es ihm aber gelungen ist, das gestellte Anliegen zu erfüllen, dies zu beurteilen muss denjenigen überlassen bleiben, die darüber zu urteilen fähig sind.
ZUR PERSON: Alexander Blöthner M. A. phil.
Ich bin zu Ende mit allen Träumen, was will ich noch unter Schläfern säumen. (Wilhelm Müller)
Im Jahre 1974 in Schleiz (Thüringer Schiefergebirge) geboren,
in Plothen, dem „Land der Tausend Teiche“ aufgewachsen, „studierte“ ich zunächst 10 Jahre lang an der Polytechnischen Oberschule Knau.
Die sich anschließende Zeit verbrachte ich in scheinbar „gesicherter Stellung“ in einem Büro. Restlos glücklich war ich dabei nicht: Eine Woche verlief wie die andere, die Sonn(en)tage waren oft mit Arbeit vertan. Mit der Zeit wurde ich missmutig, geriet ins Grübeln und dachte: „Soll das alles im Leben sein?“ Obwohl jung an Jahren, graute mir vor meiner Jugend und ich begann zumindest geistig zu altern. Das merkte ich vornehmlich daran, dass sich mein Augenmerk langsam auf die vergangenen Erlebnisse zu richten begann. Mit dem Beginn eines Abendgymnasiums begann sich das Dunkel vor meinem Lebenshorizont zu lichten, auch wenn der endgültige Bruch mit dem „Abhängig-Beschäftigten-Milieu“ noch Jahre dauern sollte.
Bereut habe ich diesen Schritt nie. Nur wenige Jahre nach meinem Abschied, brach die ehemalige „Firma“, und damit alle Illusionen meiner Ex-Kollegen hinsichtlich eines sicheren Arbeitsplatzes zusammen. Bei den schon zu meiner Zeit einsetzenden Revierkämpfen um den Platz an der Sonne habe ich viel über das Krisenverhalten meiner Mitmenschen gelernt. Das kommt mir heute noch zu gute. Wenn ich -wider Erwarten- frühmorgens einmal keine Lust habe, mich an meinen Schreibtisch zu setzen, dann motiviert mich allein die wenig süße Erinnerung an den harten Büroalltag.
Mein Studium der Geschichte, Soziologie und Rechtswissenschaft machte mich wieder jung. Es artete zu einem „Studium Generale[1]“ aus. Das hauptsächliche Wissen wurde allerdings neben der Universität bezogen. So viele Vorlesungen ich auch besuchte, so viele Bücher ich auch las, ich bekam nie wirkliche Antworten auf meine Fragen. In jedem Buch war nur ein Stückchen WAHRHEIT zu finden, das anderen Ortes auch noch -logisch nachvollziehbar- widerlegt wurde.
Dabei wollte ich doch nur einfache Dinge wissen, die alle interessieren:
Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wieviel Zeit bleibt mir, vorallem aber wie nutze ich sie? Dann endlich kam die alles entscheidende Wende:
„Wer sucht, der findet“, heißt es und ich bin in der Tat fündig geworden:
Seit meinem 7. Lebensjahr war kein Tag vergangen an dem ich nicht zumindest am Abend eine halbe Stunde gelesen hatte. Nach der Lektüre hunderter Bücher, Aufsätze und Artikel, fiel mir schließlich ein Buch in die Hände nach dessen Lektüre man wahrlich kein Buch mehr braucht:
Aus einer Bibliothek ausrangiert, für 50 Pfennige gekauft, jahrelang ungelesen im Regal gestanden, hatte es den chinesischen Taoismus (vergleichbar mit dem ZEN) zum Thema und lehrte wie man seine Lebensziele durch Aufmerksamkeit auf dem JETZT, durch NICHTHANDELN und Bindungslosigkeit erreicht.
(Siehe Rubrik: Taoismus Das Leben spielend meistern.)
Bisher hatte ich -wie wohl die meisten anderen Menschen auch- geglaubt: „...wenn ich nur eine Million Euro hätte. ... Wenn ich erst diese Frau, dieses Haus, dieses Auto, oder diese Jacke habe, dann fängt das richtige Leben an.“
Doch soviele Wünsche ich mir auch erfüllte, so viele Anstrengungen ich auch unternahm, ich war nie erfüllt. Es bedurfte erst des Umweges über den ZEN, um zu begreifen, dass dies hier schon das richtige Leben ist, das es das schon immer war, dass es uns nur nicht bewusst ist. Unsere Gedanken schalten zwischen schöner Erinnerung und Zukunftsangst so oft hin und her, dass wir nicht mehr dazu kommen, die Gegenwart -den kurzen Lidschlag zwischen Kommen und Gehen- überhaupt noch wahrzunehmen.
Dabei sind alle unsere Probleme gerade in diesem Moment am besten angehbar. Wer das begriffen hat, wer seine Bindungen an Menschen und Materie erkennt und sich nicht binden lässt, der steht über den Dingen.
In den altindischen Veden heißt es: „Was für die anderen Nacht ist, das ist für den, der im Lichte der geistigen Erkenntnis wandelt, der wachende Tag und was andere Menschen für Wachen halten, das ist für ihn Schlaf.“
Von den unzähligen Büchern, die es gibt, wurden auf einmal „die richtigen“ an mich heran getragen: Mit den Übersetzungen sumerischer Keiltafeln und den mittlerweile auch für das deutschsprachige Publikum zugänglichen altindischen Veden bekam ich Zugriff auf die letzten Überbleibsel des Wissens von bemerkenswert weit fortgeschrittenen Zivilisationen, die zu einer Zeit blühten, welche lange vor dem Beginn unserer Geschichte liegt.
Mit ZEN, VEDEN oder I-GING waren endlich die Schlüssel entdeckt, mit denen sich, die zahllosen in meinem Kopf teilweise seit Jahrzehnten umher schwirrenden Wissensfragmente beinahe nahtlos zusammenfügten.
Meine Arbeitsweise
Tue erst das Notwendige, dann das Mögliche
und plötzlich schaffst du das Unmögliche. (Franz von Assisi)
Eine -auf ganzheitlicher Weltsicht aufbauende Problemanalyse- ist kein Fass ohne Boden, auch nicht diffus verständlich oder schwer zu handhaben. Das Gegenteil ist der Fall. Bei der ganzheitlichen Wissenschaft handelt es sich nicht um einen blinden Glauben oder um eine elitäre Universitätslehre, sondern um ein universales, klares und systematisches Wissen, das jeder Mensch, der will, erkennen, verstehen und in seinem eigenen Leben anwenden kann.
Gerade mit einfachen aber fundamentalen Lebens- und Handlungsgrundsätzen lassen sich die meisten unserer Probleme lösen. Ganz gleich ob es dabei um Karriere, Partnerschaft, Gesundheit oder Hausbau geht.
Unsere Wissenschaft und unsere Ausbildung sind pragmatisch. Pragmatisch bedeutet: nutzorientiert, funktional. Ganzheitliches Weisheit ist praktisch, also zielorientiert und final.
Mit meiner kindlichen Prägung auf dem Bauernhof[2] war ein Fundament gelegt, dass von akademischem Habitus oder wissenschaftlicher Theorie nicht verdrängt werden konnte. Als Praktiker konzentrierte ich mich stets auf das Machbare, ohne dabei den Idealismus einer Welt in Einklang aufzugeben.
Darum nenne ich mich nicht vordergründig Lebens- oder Gesundheitscoach, sondern ruhigen GeWISSENs ganzheitlicher BeRATer.
Auch wenn eine Welt im Einklang, angesichts der momentan global ablaufenden Kettenreaktionen, ferner denn je erscheint, ist doch gerade dann, „wenn die Nacht am finstersten scheint, der erwachende Tag am nächsten.“
Wir können die Welt nicht ändern, wenn wir uns nicht selbst ändern.
Dass sich Gegensätze anziehen, ist ein Trugschluss. In Wahrheit zieht Gleiches Gleiches an. Wir dürfen keine lichte und friedvolle Umgebung erwarten, wenn wir im innersten nicht selbst licht und friedvoll sind.
Zunächst erscheint es uns unmöglich, allen Frust, allen Ballast, alle überkommenen Glaubensgrundsätze und alle Angst tatsächlich abwerfen zu können. Später lachen wir darüber. Denn nichts ist unmöglich und jede noch so lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
Kontakt:
Alexander Blöthner
Ganzheitlicher Berater und Vedenphilosoph
Grassistraße 29, 04107 Leipzig
Tel. 0341/49370070, Tel. 0341/2287846
Tel. 0176/62218851, Tel. 0178/49 89 067
E-mail: alexander-bela@web.de
Das Problem im Ganzen besehen Die Ziele Ganzheitlicher Lebensberatung
Jedes böse Erwachen setzt einen tiefen Schlaf voraus. (Albert Einstein)
Ganzheitliche Lebensberatung will der Sache auf den Grund gehen und orientiert sich an den wirklichen Bedürfnissen des Menschen. Das zur Lösung heran getragene Problem wird in seiner Ganzheit betrachtet. Nicht nur die Einheit von Körper und Geist spielt dabei eine Rolle, sondern auch die Schatten, die ein Problem auf alles andere um sich herum wirft. Die Philosophen des Altertums waren von einer Verbindung zwischen Mensch, Umwelt und Ereignis überzeugt. Auch der Synchronismus des berühmten Psychologen „der anderen Art“ Carl Gustav Jung vertrat die Ansicht, dass die Dinge eben nicht zufällig passieren.
Ziel der ganzheitlicher Beratung ist es, neben der Lösung des Problems, den Menschen gleich mit zu entwickeln. Wir hätten dieses und jenes Problem gar nicht erst angezogen bzw. es wäre für uns kein Problem gewesen, wenn wir in dem Bereich souveräner gewesen wären.
Es kommt immer darauf an, von welcher Warte aus, wir etwas betrachten.
Nach allgemeiner Ansicht ist das Aufkommen eines Problems nervig und zeitraubend. Wir werden aus unserer Routine gerissen und müssen Zeit und Nerven aufbringen. Meines Erachtens sind Probleme in ihrem Kern nicht negativ.
Wie bereits aus der Zusammensetzung des Wortes deutlich wird, steht das -Pro- von -blem- stets für etwas, im Zweifelsfall für uns.
Ein Problem will gelöst werden und wird mit seiner Lösung jenem Teil in uns selbst entwickeln, der bisher dem Problem nicht gewachsen war.
Metaphysisch gesehen beinhaltet das Problem bereits die Energie zur Lösung desselben bereits in sich. Wer sensibel genug ist, wird zur rechten Zeit, den inneren intuitiven folgend, das Richtige tun.
Eine ganzheitliche Beratung will gerade dieses Potential erwecken. Wer ein gutes Bauchgefühl entwickelt, hat keinen Berater mehr nötig.
Wenn die Selbsthilfe versagt! Coachs und Lebensberater
Was bringt den Doktor um sein Brot? a) die Gesundheit, b) der Tod.
Drum hält er, dass er selber lebe, uns zwischen beidem in der Schwebe. (Eugen Roth)
Wer hilft uns, wenn wir uns nicht selber helfen? Früher haben uns die Eltern dazu gezwungen, die Lethargie zu überwinden. Das taten sie nicht immer uneigennützig. Unsere Lebensprobleme vertrauten wir vielleicht der Oma oder dem netten Nachbarn an, vielleicht auch dem Onkel Doktor, der hin und wieder, wenn es seine Zeit zuließ, ein offenes Ohr für uns hatte. Heute ist es die Lebensgemeinschaft mit dem Partner, wo Probleme abgefedert und neue Vorsätze betreut werden.
Doch wer hilft uns, wenn der Lebenspartner selber genug um die Ohren hat, mit uns überfordert ist oder die Lust verloren hat? Wer verändert uns so, wie wir uns gerne haben möchten? Die moderne Dienstleistungsgesellschaft hat diese Lücke längst geschlossen und mehr oder minder professionelle Berater hervorgebracht.
Das sind die Coachs bzw. die Lebensberater:
1. Die einen sind studierte Sport- oder Ernährungswissenschaftler. Sie sondieren und optimieren Fitness bzw. Ernährungsgewohnheiten ihren Kunden.
2. Auf der anderen Seite stehen soziale Dienste und frei praktizierende Psychologen, psychologische Berater oder Soziologen für uns bereit. Anhand der Thematik: „Schwierigkeiten mit uns selbst und mit anderen“ schöpfen sie aus einem mehr oder minder großen Wissens- und Erfahrungsfundus und beraten uns bei Problemen mit dem Geld oder mit der Partnerschaft. Der Psychotherapeut ortet vielleicht verdrängte frühkindliche Verletzungen der Seele und klärt uns darüber auf, warum wir in immer gleichen Verhaltensmustern rotieren.
3. Daneben gibt es noch eine dritte Gruppe mit etwas weniger akademischer Erfahrung, dafür aber mit umso mehr sensitivem Gespür.
Es sind die esoterischen Lebensberater, Wahrsager, Astrologen, Kartenleger und Schamanen. Sie bedienen die immer größer werdende Lücke zwischen der schulwissenschaftlichen Theorie und den „wirklichen“ Bedürfnissen der Seele.
Die Therapeuten dieser Gruppe erheben den Anspruch, ganzheitlich orientiert zu arbeiten. Die Spitzenkräfte unter ihnen können beispielsweise eine tiefenpsychologische Problematik in Stunden beheben und nicht wie die Freud´schen Psychoanalytiker in Jahren. In dieser schnellen Problemlösung liegt die stetig wachsende Attraktivität solcher Berater. Je größer die Erfolgsversprechen sind, umso mehr Vorsicht ist geboten. Viele clevere Geschäftsleute haben den esoterischen Beratungsmarkt bereits für sich entdeckt. Inzwischen weiß sich die Branche zu schützen, bildet Dachverbände, vergibt Zertifikate und richtet zentrale Beschwerdestellen ein.
Nicht nur wenn das Wasser bis zum Hals steht wird zunehmend professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Ebenso wie man zur Friseur oder zum Kundenberater geht, ist es mittlerweile Mode geworden, einen Coach aufzusuchen, wenn man das Gefühl hat, in der Tagesroutine noch etwas optimieren zu können. Der Lebensberater ist gefragt, wenn man schüchtern ist und zu vereinsamen droht oder wenn sich Probleme mit den lieben Kollegen anbahnen.
Der Berater sondiert gemeinsam mit dem Kunden die Diskrepanz zwischen dem Niveau auf dem dieser sich momentan befindet und dem, wo er in Zukunft sein möchte. Dann werden verschiedene Möglichkeiten besprochen und geklärt, inwieweit der jeweilige Vorsatz mit welchem Aufwand realisiert werden kann.
Neben Ursachenforschung und Verhaltenstipps wird ein Zeitplan aufgestellt, wie welche Veränderungen in die Alltagsroutine integrieret werden. Das geht soweit, dass der Coach die Ernährung des Diätwilligen nicht nur umstellt, sondern ihn beim Einkaufen berät oder beispielsweise regelmäßig mit ihm joggen geht.
Ferner kann der Lebensberater die Umsetzung der Vorsätze seines Kunden regelmäßig zumindest telefonisch kontrollieren und so den sanften Druck ausüben, ohne den die meisten Vorsätze ohnehin scheitern.
Guter Rat muss nicht teuer sein. Abgerechnet wird genauso, wie beim Friseur oder beim Handwerker. Nicht nur die Reichen haben ihre Coachs. Immer mehr Menschen leisten sich mittlerweile das Sicherheit vermittelnde Gefühl „betreut“ zu sein.
Ziel jeder Betreuung muss die Erhöhung des Lebensgefühls des Kunden sein.
Das beeinflusst nicht nur die Lebensqualität, sondern am Ende auch die Lebensquantität. Wenn der Tagesablauf in Ordnung kommt, erhöht sich die Effektivität. Dadurch werden Zeit-Ressourcen frei, die zur Arbeit oder Entspannung genutzt werden können. Wenn man selbst mit sich ins reine kommt, ändert sich auch das scheinbar wenig beeinflussbare Umfeld.
Manche Menschen legen ihre Fitness vollkommen in die Hände des Coachs oder versuchen ruhigen Gewissens ein Stück Verantwortung für das eigene Leben in die Hände des Lebensberaters zu legen. Ein verantwortungsvoller Berater sollte solche Abhängigkeiten gar nicht erst aufkommen lassen. Aus ganzheitlicher Sicht sind Lebensberatung und Coaching erst dann vom Erfolg gekrönt, wenn der Ratsuchende in sich diese Potentiale eigener Souveränität entwickelt und danach keine Beratung mehr nötig hat.
Im Wandel die Übersicht behalten und am Puls der Zeit bleiben
Die Menschen verlieren die meiste Zeit damit, indem sie Zeit gewinnen wollen.
Wir leben in einer Zeit zunehmenden Verfalls überlieferter Strukturen. Orientierungslosigkeit und Verunsicherung machen sich breit. Werte, die bis vor kurzem noch als Grundsätze unseres Handelns galten, schwinden dahin. Vielleicht gibt es schönere Zeiten aber diese ist die unsere.[3] Diese Orientierungslücke glauben die Medien bestmöglichst ausgefüllt zu haben. Zur Nachahmung bieten sie „Lifestyle-Fragmente“ aus anderen Gesellschaftsschichten oder aus fremden Kulturen, nicht selten sparsam recherchiert und eindimensional dargestellt.
Gerade jetzt, wo es an der Zeit ist, unseren Lebensstil neu auszurichten, sagt uns keiner mehr, was wir tun oder lassen sollen, welche Lebensart angemessen und welche in die Sackgasse führt. Da ist guter Rat teuer und die Zeit scheint zu drängen. Eine immer schneller werdende Entwicklung droht, das was wir für sicher hielten, worauf wir gebaut haben, hinweg zu fegen.
Nicht alles ist schlecht, was von außen an uns herangetragen wird.
Neben lärmenden und regelrecht „kulturzersetzenden“ Elementen erreichen auch Informationen das Abendland, die ganz sacht wie auf Engelsfüßen daherzukommen scheinen. Hier sind an erster Stelle die Paradigmen der fernöstlichen Kultur zu nennen. Dabei geht es keinesfalls um deren von Kapitalismus und Kommunismus initiierten Schattenseiten wie chinesischen Staatskapitalismus, Billigproduktion, und Kinderarbeit, sondern um die essentiellen Werte Süd- und Ostasiens im Sinne von YOGA, AYURVEDA oder ZEN.
Im Gegensatz zum vielgerühmten „Arbeitsethos“ unserer zielgerichteten und leistungsorientierten Konsumgesellschaft wirken Yoga, Zen und Co wie ein sanfter Ausgleich. Auf den ersten Blick erscheinen sie uns weltfremd und passiv. Neben dem einzigen erklärten Ziel, sich beispielsweise in Meditation mit dem göttlichen Urgrund zu verbinden, erreicht der Yogi oder der Taoist sein Lebensziel eher nebenbei und scheinbar auf Umwegen.
Angesichts einer immer rasanter werdenden, globalen Entwicklung, die keine Verlierer duldet, ist es für den westlichen Menschen typisch, zu sagen: „Ich muss dies, ich muss das. Ich muss mit dem Hintern an die Wand kommen. Ich muss so und so hart arbeiten, damit ich morgen da und da stehe.“ Und immer: “Ich muss! Ich muss! Ich muss!“
Für den fernöstlichen Menschen steht dagegen die Muße im Vordergrund. Für ihn gibt es kein Gestern und kein Morgen, sondern nur das ewige Jetzt, mögliche Zukunftsprobleme ausgeschlossen.
Der westliche Mensch will sich eine finanzielle Absicherung für schlechte Zeiten schaffen und rackert sich ab, in der Hoffnung mit 50 oder mit 55 Jahren in Rente gehen zu können. Der östliche Mensch geht sparsamer mit seiner Lebensenergie um. Er wahrt seine Substanz, damit er auch im Alter noch vital ist.
Langfristig hat der sanftere Weg des Ostens den längeren Atem und kann auch von uns Menschen des Westens begangen werden. Dabei müssen wir nichts an Integrität einbüßen, nicht die Arbeit aufgeben, nicht das Haus verkaufen und auch nicht in irgendeiner gelben oder orangen Kluft durch die Lande ziehen, ganz im Gegenteil
Der östliche Weg ist vielmehr etwas sehr privates und persönliches. Wer sich ihm nur eine kurze Spanne des Tages widmet, gewinnt gerade jene Stärke, die so nötig ist, um den immer härter werdenden Alltag zu meistern. Die meisten der -auf „ehrlichen“ Wegen- zu Erfolg und Wohlstand Gekommenen sind diese Richtung gegangen. Vielfach unbewusst, ohne jemals etwas von Zen oder Yoga gehört zu haben. Der sanfte Weg keine rein östliche Sache. Bis zu den berühmten „Aufklärern“ des 18. Jahrhunderts, bis zu jener verhängnisvollen Zeit als im Abendland das Zählen und Messen die Oberhand gewann, war dieser Lebenstil auch in Europa nicht unbekannt. Man nannte ihn nur anders, bzw. war sich nicht bewusst, danach zu leben.
Der alte Goethe wird und wurde nicht zuletzt darum so hoch verehrt, weil er in seinen Werken ähnliche Weisheiten, freilich aus einem anderem Kontext heraus, kultiviert hat. Goethe wäre nicht Goethe, wenn seine Werke nicht mehrdimensional interpretiert werden könnten. Beispielsweise wird sein berühmter Ausspruch: „Zierlich denken und süß erinnern, das ist das Leben in seinem Innern.“ bis heute von den meisten Bildungsbürgern und Intellektuellen dahingehend gedeutet, dass man Probleme so feingeistig und so präzise wie möglich bedenken sollte.
Meines Erachtens hat Goethe das genaue Gegenteil damit gemeint. Dieser Ausspruch kann ebenso als Aufforderung zum intuitiven Handeln, zum Entscheiden aus dem Bauch heraus interpretiert werden. Das geht bekanntlich dann am besten, wenn man zierlich, also so wenig wie möglich denkt.
Gute Vorsätzen und ihre Umsetzung
Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
Es ist Neujahr. Die Uhr hat geschlagen. Für einige Sekunden sind wir heraus aus dem Alltag, halten einem Moment inne. ... Zeit sich zu besinnen.
Schnell geht es weiter, der Trubel hat uns wieder eingeholt.
Doch der Wunsch sich zu ändern, ein neuer Mensch zu werden, hat, wenn auch unterschwellig, Bestand. Mit Neujahrsvorsätzen versuchen wir diesem Anspruch wenigstens im Kleinen gerecht zu werden. Da wird dem Trinken und dem Rauchen abgeschworen, eine Diät verkündet.
Am nächsten Morgen ist alles vergessen, auf den Neujahrsbraten soll schließlich nicht verzichtet werden und die Zigarette am Abend ist auch schon in Kauf genommen. Die Hartnäckigsten von uns halten vielleicht eine Woche durch, schon haben Genusssucht, altes Ego, und „innerer Schweinehund“ sie wieder.
Doch Hoffnung stirbt bekanntlich nie.
Wir sind unzufrieden mit uns, beneiden die anderen, die ja so schön, so reich und so glücklich sind. Wir kaufen uns ein Lebenshilfe-Buch. Am Ende hat jeder Neujahrsvorsatz mehr Bestand als die Umsetzung der Regeln aus dem besten Ratgeber.
Wer nicht binnen 72 Stunden einen neuen Vorsatz in die Tat umsetzt oder wenigstens damit beginnt, hat schon verloren. Wir kommen aus uns nicht heraus.
Die tägliche Routine hält uns gefangen. Wird diese einmal unterbrochen, auch nur durch das Herunterfallen der Zahnbürste beim morgendlichen Bad-Ritual, werden wir sofort unmutig.
Welche Hürden gibt es bei der Festigung eines neuen Vorsatzes?
Man kann dir den Weg weisen, gehen musst du ihn selbst. (Bruce Lee)
Wer sich ändern will, muss nicht nur alte, bequeme und liebgewordene Handlungen und Denkweisen revidieren. Er muss sich obendrein neue angewöhnen. Eine Doppelbelastung zumal die Neuerungen erst verinnerlicht werden müssen.
Erst nach einer Weile werden sie für den Alltag tragend. Es dauert bis sie sich sozusagen rentieren.
Während dieser Zeit sitzen wir zwischen den Stühlen. Alles läuft schlechter und schlechter. Wer nicht schon beim Ablegen der alten Verhaltens- und Denkformen kapituliert hat, der tut es jetzt.
Viele, die es bis hierher geschafft haben, scheitern auf diese Weise kurz vor dem Ziel. Wer schon einmal die Sehne eines Bogens gespannt hat, weiß, dass die ersten beiden Drittel des Spannens besonders schwer sind. Man zieht und zieht und es scheint immer schwerer zu werden. Ist jedoch der Tot-Punkt überwunden, lässt sich die Sehne mühelos bis zu Ende spannen.
Ebenso ist es bei der Festigung eines neuen Vorsatzes, nur dass die überwunden scheinenden Widerstände noch eine Weile sozusagen unter der Oberfläche lauern und oftmals dann hervorbrechen, wenn wir es am wenigsten erwarten.
Das erlernte und gefestigte Wissen, muss habitualisiert, Teil des Selbst werden.
Bis dahin unterliegen wir einer bestimmten Labilität, die nicht dahingehend geprüft werden sollte, dass man gleich damit mit den Haifischen schwimmt, also sich extremen Belastungsproben aussetzt.
Wie Schwimmen oder Autofahren, muss jede antrainierte Verhaltens- oder Denkweise gefestigt werden und durch Erfahrung wachsen können.
Gibt es überhaupt eine „richtige“ Ernährung?
Köstliche Gerichte verbannen Tabletten und Pillen.
Nahrhafte Speisen verbannen alle Leiden. (aus China)
Im Gegensatz zu Rauchen und Trinken gehört das gute Essen zu den Lastern, die man sich nicht wirklich abgewöhnen kann. Es ist bis zu gewissen Grad lebensnotwendig. Das grundsätzliche Problem ist weniger das Essen an sich, sondern vielmehr die Gier, die Lügengebäude und die Rechtfertigungsgründe, hinter dem biologisch unerlässlichen Vorgang. Bei freier Menüwahl stellen wir unsere Gerichte möglichst nach dem Lustprinzip zusammen.
Wer gesund essen will, muss nur der Sprache seines Körpers zu lauschen. Bisweilen sind Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Blähungen die einzigen Körpersignale, die noch halbwegs verstanden werden. Hören wir auf diese zuweilen lautstarken Signale? Nein, beim nächsten Mal lassen wir das schwer bekömmliche Leibgericht keineswegs stehen und greifen danach lieber zu Magenbitter und Arznei.
Wir wissen nicht, was wir mit falscher Ernährung unserem Körper antun und wollen es auch gar nicht wissen, denn Essen ist vielfach zur alltäglichen Fluchtmöglichkeit und Ersatzbefriedigung geworden.
Das Gegenstück zum erklärten Schlemmer stellen die Anhänger der verschiedenen Diätlehren wie Vegetarier, Veganer, Vollwertköstler, Rohköstler, Trennköstler usw. dar. Sie glauben durch den Verzicht auf viele Genussmittel ihre Gesundheit erhöhen zu können. Das ist nicht falsch. Problematisch wird es nur, wenn man fanatisch und verbissen einer Diätform anhängt, sich keinerlei Spielraum gönnt und dabei wichtige und ganz natürliche Wünsche verdrängt, anstatt sich soviel davon zu erlauben, wie ein gesunder Körper schadlos verkraften kann. Manche dieser „Verbissenen“ sehen dann zwar aus lichter Höhe aber mit knurrenden Magen voller Verachtung auf die sorglosen Schlemmer herab, ohne zu wissen, das ihre Entsagung als Gegenseite des Extrems ebenfalls nur Illusion ist.
Über „richtige“ Ernährung ist schon viel geschrieben worden. Man sagt, es gebe genauso viele Ernährungstheorien wie Ernährungswissenschaftler.
Das bekannte Schema vom mit Margarine beschmierten Käsebrot und dem Glas Milch daneben, gehört längst zu den klassischen Ernährungsirrtümern. Unser Käse, unsere Milch, von dem Nahrungsmittelersatz „Margarine“ ganz zu schweigen, sind längst nicht mehr dass, was sie einmal waren.
Die technische Entwicklung hat vor der Nahrungsmittelindustrie nicht halt gemacht. Das meiste, was uns im Supermarkt angeboten wird, verdient die Bezeichnung „Nahrungsmittel“ längst nicht mehr. Es handelt sich schlicht um gestreckte und teilweise künstlich hergestellte Substanzen, denen man grundlegende Bestandteile entzogen hat, um sie haltbar, stapelbar und damit besser vermarktbar zu machen. Dem Honig fehlen die Pollen, dem Salz das gewisse Etwas und dem (Auszugs)Mehl die Keime und damit auch alle Vitamine (B3) und Enzyme, die nötig sind, um das Backwerk besser verdauen zu können.
Auch wer sich bewusst gesund ernähren will, hat schlechte Karten. Nicht nur die Preise für Obst und Gemüse sind mittlerweile extrem gestiegen. Selbst vor dem eigenen Garten hat die Umweltverschmutzung nicht halt gemacht.
Wir wissen nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Alles was wir über Ernährung zu wissen glaubten, wird nach und nach über den Haufen geworfen.
So konnte nicht bewiesen, dass Vitamin C bei Erkältung keine Wirkung zeigt. Dagegen fanden sich noch weniger Beweise dafür, dass es eine Wirkung zeigt.
„Zurück zu den Wurzeln“
Um dein Leben zu verlängern, kürze deine Mahlzeiten. (Benjamin Franklin)
Eines ist unbestritten: Die meisten von uns essen viel zu viel, viel zu oft und viel zu ungesund. Allein in den letzten Einhundert Jahren hat sich der Fleischkonsum in Deutschland beinahe verzehnfacht.
Die Folgen sind schleichende Übersäuerung, Zellvergiftung und die damit verbundenen Krankheiten wie Diabetes, Arthrose und Herz-Kreislauf-Beschwerden.
Da unklar ist, was die „gesunde Ernährung“ an sich ausmacht, haben wir verschiedene Diätformen getestet. Momentan beschlossen wir eine Versuchsreihe, die belegen sollte, dass der alleinige Verzicht von Fleisch und Fisch schon zu Gewichtsverringerung führe. Das Gegenteil war der Fall. Davor waren wir bei der „Hay`schen Trennkost“ gelandet. In puncto Gewichtsreduzierung war diese ausgezeichnet. Die besten Erfolge ließen sich mittels Trennung von Fett und Kohlenhydraten erzielen.
Eine bekömmlichere und ganzheitlichere Diät liefert dagegen Barbara Temelie, mit ihrer auf der Traditionellen Chinesische Medizin basierenden Ernährung nach den Fünf Elementen.
Am Ende der Untersuchungen war klar, dass der Grundsatz „Back to the Roots“ mehr denn je für die menschliche Ernährung gilt. Mittlerweile klassische Schriften wie Peter Kelders „Fünf Tibeter“ oder Galina Schatalovas „Wir fressen uns zu Tode“ haben gezeigt, dass bei richtiger Auswahl bereits 500 Kalorien für den Tagesbedarf ausreichen können.
Wenn verschiedene Nahrungsmittelkomponenten zugleich oder kurz nacheinander verzehrt werden, hemmt die Verwertung der einen, die der anderen Komponente. Mit sinnloser Verdauung verschwenden wir wertvolle Energieressourcen.
Die Jäger- und Sammler der Vorzeit hatte solche Probleme kaum. Ihre Ernährungsform würde heute als Trennkost mit starker Betonung von Monomahlzeiten bezeichnet werden, da sie auf ihren Wanderungen das eine hier und das andere dort verzehrten. Wenn sie dann auch noch ein Feuer machen und das Essen erhitzen konnten, wurde die Nahrung umso bekömmlicher.
Mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht und der Entstehung einzelner zum Teil äußerst vielfältigen Nationalküchen, sind wir zu dem geworden, was wir heute sind, gnadenlose Verschwender von Ressourcen, die anderswo fehlen.
Dagegen haben sich in den Hochgebirgsregionen Himalaya, Kaukasus u. a. noch Ernährungsformen erhalten, die nicht nur auf gebackenes Brot verzichten, sondern bei jeder Mahlzeit nur mit einer maximal drei Nahrungskomponenten auskommen. Nicht nur wegen der guten Luft werden die Menschen dort zu den Ältesten der Welt gezählt. Diese Art der Ernährung ist allen anderen vorzuziehen, auch wenn man noch nicht weiß, wie sich unsere genussverwöhnten Geschmacksknospen je darauf einstellen sollen.
Nicht ohne Grund werden in beinahe allen „Gesundheitssystemen“ der Welt, die Patienten zunächst auf Diät gesetzt. Auf diese Weise werden Körperenergien, die gewöhnlich mit der Verdauung beschäftigt sind, frei und können an den Krankheitsherden Selbstheilung einleiten.
Mit „Zurück zu den Wurzeln“ sind auch unsere eigenen Wurzeln gemeint. Jeder kennt noch aus der Werbung das Bild vom „Kefir, dem Getränk der Hundertjährigen.“ Dementgegen steht die nicht ganz falsche ernährungswissenschaftliche Feststellung, dass Milchprodukte das Darmsystem verschlacken. Wie können diese beiden Aussagen auf einen Nenner gebracht werden? Zunächst ist festzustellen, das unsere ultrahocherhitzte, pasteurisierte und homogenisierte Milch nicht mit Frischmilch aus dem Euter gleichgesetzt werden kann.
Ferner gilt, das uns gerade jene Nahrungsmittel mit denen wir aufgewachsen sind und die wir sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen haben, am Bekömmlichsten sind. Heute bekommen wir nicht einmal mehr bei Muttern noch solche Nahrung zu Gesicht. Auch dort gibt es mittlerweile Chinapfanne, Pizza, und Südfrüchte.
Die bunte internationale Palette stellt, so schön frisches Obst im Winter auch ist, nicht unbedingt eine Bereicherung dar. Die Gurken kommen aus Holland, die Äpfel aus Übersee. Neben Vitaminen und Ballaststoffen enthalten sie auch klimatische Standortinformationen, die mit der unseren vollkommen divergieren und im Körper falsche Signale setzen. Ferner ist nicht sicher, ob wir in jedem Fall auch die Enzyme zur Verdauung dieser Exoten besitzen.
Die bereits im Mund beginnende Verdauung ist ohne zersetzende Enzyme nicht denkbar. Essen wir dagegen zu viele unterschiedliche Nahrungsmittel wie beispielsweise Eiweiße und Kohlenhydrate zusammen, werden gleichzeitig verschiedene Enzyme freigesetzt, die sich gegenseitig behindern und die Verdauung verzögern. Dabei wird unnötigerweise Energie verbraucht, deren Fehlen uns Müde und schläfrig macht.
Am Ende ist die Lage nicht aussichtslos. Mit unserer Intuition besitzen wir die Fähigkeit, zu erfühlen, welche Nahrung uns bekommt und welche nicht. Sobald uns nach dem Essen müde und schwer wird, wir leichte Kopfschmerzen bekommen, dann haben wir definitiv das Falsche gegessen. Leider ist das den meisten vollkommen gleichgültig. Sie verfahren eben nach dem altbewährten Grundsatz „Der Geschmack heiligt alle (Nahrungs)Mittel“.
Ernährung nach den fünf Elementen
Was hilft bei allen Unwohlsein als erstes,
angefangen bei Liebeskummer, über Magendrücken
bis hin zu Kopfschmerz und Menstruationsbeschwerden?
(Die Antwort ist heißes Wasser.)
Es gibt kaum ein Land auf dieser Welt, wo Esskultur auf eine so lange Tradition zurückblicken kann wie in China. Dort sind Essen und Medizin faktisch dasselbe.
Logisch nachvollziehbar und einfach nachkochbar bringt uns Barbara Temelie mit einer Ernährungsweise in Berührung wie sie ganzheitlicher nicht sein kann.
In erfrischendem Gegensatz zu unzähligen Diäten und Ernährungstheorien, bei denen immer auf irgendetwas verzichtet werden muss, werden hier die Grundlagen für die Zirkulation der aus der Nahrung bezogenen Lebensenergie (Chi) im Körper aufgezeigt und gelehrt wie welche Nahrungsmittel bestimmte organische Funktionsabläufe optimieren können.
Grundlage dafür ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Nach den Fünf Elementen zu kochen hat nichts mit chinesisch kochen zu tun. Je nach Klimazone, Jahreszeit und Ernährungszweck werden die jeweils bekömmlichsten Nahrungsmittel eingesetzt, um Unregelmäßigkeiten im Energiehaushalt gezielt auszugleichen. Dabei kommt die „Ernährung nach den fünf Elementen“ angewandt auf Mitteleuropa beinahe zu denselben Schlüssen, wie die traditionelle Deutsche Küche in Urgroßmutters Kochbuch. Demnach ist es nicht gleichgültig, in welcher Reihenfolge welche Zutaten beigegeben werden. Es hat seinen Grund, warum bestimmte Gericht zu bestimmten Jahreszeiten auf den Tisch kommen. Ferner räumt die Autorin mit weitverbreiteten Ernährungsirrtümern auf. Wie will man mit Südfrüchten Erkältungen vorbeugen, wenn diese dem Körper ein subtropisches Umfeld vorgaukeln? Oder wie sollen Fruchtjogurt und Gurkensalat „für die Linie gut“ sein, wenn sie den Verdauungsapparat dahingehend „abkühlen“, dass die Verbrennung schwererer Speisen Fett ansetzt.
Literatur: Barbara Temelie: Ernährung nach den fünf Elementen. Wie sie mit Freude und Genuss Ihre Gesundheit, Liebes- und Lebenskraft stärken, Oy-Mittelberg, 2007.
Ganzheitlich Bauen und Gestalten
...und daher ist es gewiss, dass die Glieder der Architektur von denen des Menschen abhängen. (Michelangelo)
Feng Shui ist zur Zeit der große Hit. Da werden vor Banken Springbrunnen angelegt, achteckige Spiegel aufgehängt und fremdartig gestaltete Löwen vor die Portale gestellt. So schön und gut Feng Shui im Grunde auch sein mag. Oft wird dabei vergessen, dass gewisse Aspekte dieser Kunst in Mitteleuropa nicht funktionieren können und oftmals gerade das Gegenteil bewirken.
Im Ursprungsland China sind beispielsweise andere Himmelsrichtungen als bei uns glück- oder unglückverheißend. Ferner entbehrt die überladene Symbolik des Feng Shui im Westen oftmals jeder Verankerung. Die mit dem Aufstellen bestimmter Tiere verbundenen Zielsetzungen verpuffen wirkungslos, wenn hierzulande niemand um die mythologische Bedeutung von Drachen und Phönix weiß, welche in China jedem Kind geläufig ist.
Feng Shui war sozusagen nur ein Anstoß für unsere Kultur, ihre eigenen raumoptimierenden Traditionen wiederzuentdecken. Dabei geht es beispielsweise um die Kunst, durch bewussten Wechsel von „verschiedenpoligen“ (männlichen und weiblichen) Gestaltungsmomenten Energien aufzubauen und dahingehend zu lenken, dass Menschen sich wohlfühlen.
Die Kirchen des Mittelalters, die Ornamentik der Fachwerk-Lehm-Häuser und nicht zuletzt die Renaissance- und Barockbauten des 16. bis 18. Jahrhunderts waren Ausdruck des ganzheitlichen Bauens unserer Vorfahren. Im 19. Jahrhundert versuchte man sich des mit der Aufklärung verschwundenen Wissens zu erinnern, erschöpfte sich aber nur in gestalterischen Exzessen, beispielsweise an den reich verzierten Stadthäusern der Gründerzeit, ohne freilich die Gesetze der ursprünglichen Formanwendung zu kennen.
Zaghaften Versuchen des Jugendstils, eine Rückbesinnung hinsichtlich runder von der Natur beseelter Formen einzuleiten, folgte mit dem sogenannten „Bauhaus“ im großen Stil eine Anlehnung des Bauens an die nüchternen, formarmen und seelenlosen Prinzipien der Aufklärung.
Erst in neuester Zeit wird langsam wieder ganzheitlich gebaut. Als Vorreiter dieser Entwicklung sind neben anderen Siegfried Prumbach und Harald Jordan zu nennen. Diese Architekten können sich vor Projekten kaum retten. Die wirklich modernen Bauherren haben längst begriffen, dass ihre Investition über Jahrzehnte an Wert behält, wenn bei den Bauten auch die ästhetischen Ansprüche der Menschen und die Gegebenheiten des Umfeldes optimal einbezogen werden.
Wer darum weiß, welche geistigen Gesetze im Wohnen und Bauen wirken, kann seine Wohnung oder sein Haus so gestalten, dass sie/es für ihn eine heilende und persönlichkeitsentwickelnde Wirkung haben.
Ganzheitliche Berufs- und Karriereberatung
Unsere Angst füllt den Unternehmern die Taschen
Wer weiß, wovor sich die anderen fürchten, bekommt sie leicht in die Hand.
Es ist kalt geworden in Deutschland. Das Phänomen "Angst" nimmt ungeahnte Ausmaße an. Der durchaus bezahlbare Sozialstaat ist auf dem Altar angeblicher nationaler Wettbewerbsfähigkeit geopfert worden.
Aus Furcht vor sozialem Abstieg verkaufen sich die Menschen zunehmend unter Wert und verzichten auf gerechten Lohn. Dagegen verzeichnen insbesondere die größeren Unternehmen Rekordgewinne. Angst ist es, die den Großen die Taschen füllt. Auch sonst ist nichts mehr, wie es einmal war. Bis 1995 vielleicht noch bis 2000 hatte man noch Hoffnung und vertraute auf einen imaginären Aufschwung im Zuge der Jahrtausendwende. Eine Wende ist es geworden, aber zum guten? ist klar, Aufschwung gab es auch, allerdings nicht für jene, die ihn erwirtschaften.
Die verschwiegene -da mittlerweile 8 bis 12 prozentige Inflationsrate des Teuro schmilzt angesparte und somit sicher geglaubte Zukunft dahin. Frech werden die enttäuschten Sparer dann auch noch verhöhnt. Ausgerechnet jene, die sich mit Erfolg lautstark gegen die Offenlegung ihrer Einnahmen wehren, behaupten, wir hätten jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt.
In diesen Tagen kommen immer mehr Menschen zu mir, die -gelinde gesagt- soziale Probleme im Beruf haben, die längst nicht mehr gerne ihrer Tätigkeit nachgehen, die ihre "Berufskrankheit" am Schreibtisch kurieren.
Kein Wunder in einer Zeit, wo im großen Stil Mitarbeiter aus ihren angeblich unzeitgemäßen, da "unbefristeten" Arbeitsverträgen herausgemobbt werden und es immer mehr Kollegen gibt, die glauben sich durch Tricks und Schliche den Platz an der Sonne erkämpfen zu können, notfalls auf Kosten des Betriebsklimas.
Auch die vielerorts beneideten, da angeblich sicher lebenden Beamten bleiben von solchen Erscheinungen immer weniger verschont. Spricht man dagegen die Kollegen bezüglich ihres zunehmend ruppiger werdenden Verhaltens einmal an, entgegnen sie: „Was bleibt uns anderes übrig. Man muss mit dem Hintern an die Wand. Es ist besser härter zu werden und skrupelloser vorzugehen. Was ist da schon eine kleine Notlüge.“ Und doch ist mit dieser Notlüge schon ein großer Schritt rückwärts getan. Jede Lüge erzeugt am Ende mehr Unsicherheit als der Grund für diese Lüge. Auf Unsicherheit und Angst fußt der Boden für unsere eigene Schwäche.
Ganzheitliches Berufscoaching
Wenn wir alles täten, wozu wir im Stande sind, würden wir uns wahrlich in Erstaunen versetzen. (Thomas Alva Edison)
Eine Hauptursache dieser zuweilen lähmenden Angst liegt in unserer scheinbaren Abhängigkeit vom Erwerb. Es ist an der Zeit, diese Abhängigkeit einmal zu hinterfragen und sich von ihr zu lösen. Das bedeutet nicht, wie viele meinen, sich von der Arbeitsstelle zu lösen, sondern von der Angst vor Arbeitslosigkeit und sozialen Abstieg. Diese Angst ist es, die uns innerlich starr macht und Tuchfühlung mit dem Puls der Zeit behindert. In Wahrheit sind nicht wir es, die unschöne Wörte sagen und Manipulationen betreiben, nach denen wir uns längere Zeit nicht im Spiegel anschauen mögen, sondern unsere Angst.
Ganzheitliches Berufscoaching trainiert nicht nur rhetorische und mentale Fähigkeiten. Ziel ist es, Souveränität, Selbstsicherheit und Durchsetzungskraft zu steigern. Diese Stärken gewinnen nur dann Substanz, wenn die Angst besiegt und die Eigeninitiative angekurbelt wird. In einem vom Coach betreutem Selbststudium können langsam aber sicher jene mentalen Stärken ausgebildet werden, die man an anderen so toll findet.
Ein Powerseminar, dass mittels „positivem Denken“ in nur zwei Tagen die habituelle Prägung von 20 Jahren aufheben will, nützt wenig, wenn hinter der Fassade der Selbstillusion noch eine zweite hochgezogen wird, aber die Ursachen hinter den Ursachen weiterhin fortwirken.
Mentale Stärke kommt nicht von allein, sondern bedarf aktiver Arbeit am Selbst. Die meisten Veränderungswilligen lesen ein Selbsthilfebuch nach dem anderen und freuen sich darüber, was man mit einfachen Mitteln alles erreichen kann. Dann stellen sie sich vor wie es wäre, wenn das Ziel erst erreicht ist, wenn sie unter Freunden, Bekannten und Kollegen angenehm auffallen. Dabei belassen sie es dann auch, denn getan wird am Ende doch nichts. Ganzheitliche Berufsberatung rät nicht nur, für welche Berufe man geeignet ist, sondern zeigt wie der momentane Status in der Arbeitswelt gehalten bzw. ausgebaut werden kann.
Ganzheitliches Berufscoaching lehrt, das Herrschaftssystem der Angst, welches beinahe alle Arbeitnehmer fest im Griff hat, zu durchschauen und zu durchbrechen. Man muss dabei keinen Aufruhr anzetteln, nicht negativ auffallen und auf die „Abschussliste“ kommen. Sobald der Wert als Arbeitnehmer selbst erkannt ist, werden ihn auch die Vorgesetzten zu schätzen wissen. Wenn die letztendlich nur scheinbare Abhängigkeit vom Job zumindest mental gelöst ist, dann werden sie, das kann ich Ihnen versprechen, auffallen und zwar positiv. Dann sind frei für berufliche Alternativen, auch wenn sie diese am Ende nicht wahrzunehmen brauchen.
Die Karriere fördern
Dauerhafter Erfolg kommt durch stete Weiterentwicklung und sinnvolle Anpassung
an die sich ständig wandelnden Erfordernisse der Zeit. (I-Ging)
Legen wir einmal die Hand auf Herz. In der Arbeitswelt gibt es nur wenige, die nicht gerne Karriere machen würden. Nicht der Unterhalt allein zieht uns auf Arbeit, sondern der Traum von einem besseren Leben.
So wird es schon den Berufsanfängern vom Berufsberater, Personalchef und nicht zuletzt von den Medien eingeimpft. Ein ehrgeiziger Mitarbeiter ist schließlich das Beste, was dem Arbeitgeber passieren kann. Er ist duldsam, macht gerne Überstunden und ist gegebenenfalls das Ohr des Vorgesetzten in der Abteilung.
Es herrscht der Irrglaube, dass jeder x-beliebige Mensch ein erfolgreicher Börsenspekulant werden kann, dass jeder alles erreichen kann, wenn er nur hart genug arbeitet. Das es aber im Grunde Beziehungen sind, die vorwärts helfen, allenfalls gepaart mit einem Quantchen Glück, wird einem erst viel später bewusst.
Während die einen beruflich schnell aufsteigen, müssen es andere erleben, dass sie in der Hierarchie an bestimmten Leuten nicht vorbeikommen. Ist die begehrte Stelle dann doch endlich frei, erhält sie ein Jüngerer und die jahrelange Duckmäuserei war vergeblich.
Was machen diese Karrieristen falsch? Indem sie zu oft das „Was wäre wenn...“ in bunten Farben ausmalen, wird ihr Bewusstsein und damit auch ihre Handlungskraft von der Realität abgelenkt. Dann übersehen sie Chancen und Möglichkeiten und kommen wenn überhaupt erst nach jahrelangen Umwegen zum Erfolg.
Ziel ganzheitlicher Karrierebetreuung ist es, die weit verbreitete: „Ich möchte im Moment gerne woanders sein - Mentalität“ abzulegen. Dazu müssen wir nicht kostbare Freizeit mit Übungen verschwenden, sondern wir konzentrieren uns während der Arbeitszeit auf das was wir gerade tun und auf das, was in unserem Blickfeld passiert. Wer es versucht, wird Schwierigkeiten haben auch nur wenige Minuten bei der Sache zu bleiben. Doch wie es so schön heißt, der Appetit kommt mit dem Essen.
Grenzen der Karriere
Die Dinge sind dazu da, dass man sie benutzt, um das Leben zu gewinnen, und nicht,
dass man das Leben dazu benutzt, um die Dinge zu gewinnen. (Lü-shin Ch´ju)
Gegen Erfolg im Leben und den Wunsch nach Wohlstand ist im Grunde nichts einzuwenden, doch die Art wie er in unserer Gesellschaft manchmal verwirklicht wird, ist zuweilen fragwürdig. Eine steile Karriere kann unter Umständen einen hohen Tribut fordern. Die geltenden Konditionen müssen anerkannt, Opfer an Arbeitskraft, Gesundheit, Freizeit und einem erfüllten Familienleben gebracht werden.
Diese Einschränkungen, verbunden mit dem beinahe unmenschlichen Ehrgeiz notfalls „über Leichen zu gehen“, schädigen die Psyche. Menschen, die es auf diese Weise zu Erfolg brachten, haben selten ein sympathisches Gemüt.
Ausgerechnet solche Leute werden uns von den Medien als Vorbilder hingestellt, denen es nachzueifern gilt. Und wir sehen solche Vorbilder gern, sehen jedoch nur das, was wir sehen wollen, die Sonnenseiten ihres Lebens in Form von Haus, Boot, Auto, Reisen und Einfluss.
Im Grunde sind die meisten Inhaber solcher Positionen oder Leute, die ihnen nacheifern, arme Geschöpfe. Wir „Normalsterblichen“ glauben, dass unsere ständigen Gedanken an mehr Geld aufhören würden, wenn wir erst mehr hätten. Dann könnten wir uns endlich sicher fühlen. Doch in Wahrheit erzeugt jeder erfüllte Wunsch immer neue Wünsche. Ferner können sich die Reichen selbst nicht sicher fühlen. Ihr Leben ist in viel höheren Maßen von Ängsten beeinträchtigt, als das unsere. Wer hoch gestiegen ist, kann tief fallen. Die Angst vor dem Misslingen der ehrgeizigen Pläne, das Grauen vor dem gesellschaftlichen Abstieg kann den Erfolgreichen zwischen Höhenrausch und den Unwägbarkeiten einer schwer vorhersehbaren Zukunft hin und her treiben.
Dieser unaufhörliche Druck zwingt zur Anschaffung von Prestigeobjekten, Luxus und teuren Vergnügungen, die allein um des Mithaltens willen gesucht werden und wegen ihres hohen emotionalen Preises längst keine Freude mehr machen.
Der Fischer und der Bankdirektor
Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit;
dasjenige dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft. (Jean Jacques Rosseau)
Es war in der Gründerzeit, im Jahre 1873. Ein Bankdirektor weilte zur Sommerfrische auf dem Lande. Eines Tages beim Spaziergang beobachtete er wie ein Fischer mit seinem kleinen Boot am Steg anlegte. Er hatte den Kübel voller großer Fische. Der Direktor gratulierte ihm zu dem Fang und fragte, wie lange er denn mit dem fischen zugebracht habe. „Einige Stunden mehr nicht“, entgegnete der Angler. Darauf fragte der Direktor, warum er denn nicht länger auf dem See geblieben sei, um noch mehr zu fangen.
Verwundert meinte der Fischer, dass diese Fische mehr als genug wären, um sich und seine Familie in den nächsten Tagen zu versorgen. „Aber es ist nicht einmal Mittag, was tun sie dann mit dem Rest des Tages“, fragte der Direktor. Der Fischer, erfreut, dass sich ein so feiner Herr, für ihn interessierte, begann zu erzählen:
„Nun, ich gehe nach Hause, lege mich eine Weile hin, esse Mittag, gehe ins Dorf, spiele mit meinen Kindern, füttere die Tiere, bessere -wenn nötig- die Netze aus und gegen Abend gehe ich dann in den Dorfkrug.“ Darauf meinte der Direktor, bedenklich mit dem Kopf schüttelnd: „ Wissen Sie, ich verbringe meine Tage mit Geldgeschäften und erkläre anderen Leuten, wo es lang geht. Ich könnte ihnen ein bisschen helfen, mehr Geld zu verdienen. Gleich mit dem ersten Blick habe ich erkannt, Ihr Betrieb läuft ineffizient, Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein zweites Boot kaufen und einen Gehilfen einstellen. Mit dem Erlös hiervon können sie wiederum mehrere Boote kaufen bis sie eine ganze Flotte haben, um das ganze Potential des Fischbestandes auszuschöpfen. Dann haben Sie genug Geld, und müssen nicht mehr arbeiten gehen.“ „Und was mache ich dann?“ fragte der Fischer. Der Bankdirektor sagte: „Dann lieber Freund kommt das Beste. Sie können morgens länger schlafen, mit Ihren Kindern spielen, tagsüber spazieren gehen und abends schön essen.“ „Aber das mache ich doch jetzt schon“, meinte da der Fischer, ließ den verdutzten Direktor stehen und ging seinem schlichten Heim zu.
Das Arbeitsethos der Deutschen und die Wurzeln von Karriere
Die Grille, die im Sommer lustig sang, litt im Winter bittre Not.
Ganzheitliche Karriereberatung geht den Dingen auf den Grund. Erlauben Sie deshalb einen kleinen Exkurs in punkto Kulturgeschichte: Jeder kennt diese Klischees: Die Italiener sind lebenslustig und leichtlebig. Die Franzosen lieben gutes Essen und sitzen gerne im Bistro. Die Spanier halten eine lange Siesta und nehmen es auch sonst mit der Arbeit nicht so genau. Nur die behäbigen Deutschen, darin sind sich die sonnenverwöhnten mediterranen Völker einig, sind fleißig und ordentlich, haben aber sonst wenig zu lachen. Eine Antwort dafür liegt, im Werden unserer Kultur und an der Sonne.
Wer schon einmal in den Tropen gearbeitet hat, weiß, warum den dortigen Bewohnern ein bestimmtes Quantum an Arbeitseifer zu fehlen scheint. In Länder, wo jährlich mehrmals geerntet wird, wo die Bäume ganzjährig Obst liefern, hatten es die Menschen nie wirklich nötig gehabt, hart zu arbeiten. Im Notfall war immer irgendwo etwas essbares zu finden. Grassierende Hungersnöte in der „Dritten Welt“ wie wir sie aus den Nachrichten kennen, gibt es erst, seitdem es „Entwicklungshilfe“ gibt.
Die Anthropologen sind sich heute darin einig, das die sogenannten „primitiven“ Kulturen die eigentlichen Wohlstandsgesellschaften waren, in der die Menschen ihren Lebensunterhalt in weniger als einer Stunde am Tag, in der Tasche hatten. Erst die Kolonialherren und die christlichen Missionare sahen sich genötigt, diesen ihres Erachtens bemitleidenswerten Primitiven Wohlstand und Erziehung zu bringen.
Anders war es in Mitteleuropa: Dort gab es harte Winter und nur eine Ernte im Jahr. Die Menschen waren seit jeher gezwungen, sich schon im Sommer um den Wintervorrat zu kümmern. Wer das nicht tat, hatte schlechte Karten, musste frieren und hungern. Das ist ein Grund, warum wir Deutschen eine strukturelle Rührigkeit entwickelt haben, die noch heute tief „in unseren Genen steckt“ wie das Märchen von der Ameise und der Grille beweist.
Nun ließe sich fragen, warum denn die anderen nördlichen Völker nicht auch solche „Musterschüler“ geworden sind? Die Vorratswirtschaft ist freilich nur eine Komponente unserer Arbeitsmentalität, die andere hat ihre Wurzeln höchstwahrscheinlich in der protestantischen Ethik.
Wir erinnern uns an das Erwerbsideal des Fischers, der nur zum Fang ausfährt, wenn sein Vorrat aufgebraucht ist und bis dahin den lieben Gott einen guten Mann sein lässt. Ganz so einfach war das Erwerbsleben im vorreformatorischen gemeinhin katholischen Europa nicht. Doch gab es die Tendenz, dass damals gearbeitet wurde, um zu leben und nicht umgekehrt wie das heute vielerorts der Fall ist. Der reiche Mann von damals hatte gegenüber seinem Kollegen aus der Gegenwart den Vorzug, nicht scheel angesehen zu werden, wenn er sich auf seinem Reichtum ausruhte, wozu war er schließlich reich.
Das änderte sich im 16. Jahrhundert, als Martin Luther die „Freiheit des Christenmenschen“ predigte und sich die abendländische Kultur in zwei Teile spaltete. Es würde zu weit führen, den Ideengehalt der Reformation hier auseinandersetzen zu wollen. Fakt ist nur, dass Reformatoren wie Luther, Calvin und Zwingli aus der Bibel eine Art Eigenverantwortlichkeit des Individuums herausschälten, welche schließlich in der sogenannten Prädestinationslehre mündete, die besonders bei Calvinisten und Puritanern an Boden gewann.
Man glaubte, überspitzt gesagt, bereits an den persönlichen Umständen eines Menschen auf Erden zu sehen, ob sich dieser in den Himmel getrauen könne.
Wer reich und schön war und darüber hinaus einen vorbildlichen Lebenswandel führte, war für das Himmelreich sozusagen prädestiniert. Nun, an der Schönheit ließ sich wenig ändern, doch zumindest wer reich war, konnte es in den Himmel schaffen. Auf dieser geistigen Grundlage wurde im Erwerbsdenken vielerorts ein „Umschluss.“ vollzogen.
Die Gläubigen dieser Konfessionen begannen von nun an zu arbeiten, um dem Bibelideal des Fleißes und der Entsagung zu genügen. Vergnügungen wurden streng reglementiert, scheinbare und wirkliche Verschwendung unter Strafe gestellt, Müßiggang war verpönt. Es hieß, wer das Tagwerk vor Mittag erledigt hat und sich am Nachmittag ausruht, verschwende kostbare Lebenszeit und versündige sich somit an Gott.
Der berühmte deutsche Soziologe Max Weber hat die Meinung vertreten, das es ohne dieses protestantische Arbeitsethos keinen Kapitalismus gegeben hätte.
Wir können heute die Reformatoren nicht mehr darum fragen und seine Theorie endgültig beweisen, aber widerlegen können wir sie auch nicht.
Ansonsten wäre es schwer zu erklären, warum die Industrialisierung und Kapitalisierung der Wirtschaft ausgerechnet von den calvinistischen bzw. puritanischen Zentren in der Schweiz, in Holland, in England und später in Nordamerika ausgingen.
Unter den Turbokapitalisten des 19. Jahrhunderts hat es nicht wenige gegeben, die ihre nicht zuletzt mittels unglaublicher Ausbeutung der Arbeiter zusammengeknauserten Profite, aufrichtigen Herzens der christlichen Missionstätigkeit in den letzten Paradiesen dieser Erde gewidmet haben. Dabei gönnten sie sich selbst nicht das geringste und liefen in geflickten Kleidern umher. Wie wir uns den Mittagstisch in einem puritanischen Haushalt vorstellen können, überlieferte Alfred Tennyson, der als kleiner Junge einmal die Suppe probierte, welche seinem Vater bei Tisch serviert wurde. „Oh, Vater, das ist mal eine gute Suppe“, soll er dabei gerufen haben. Dieser antwortete darauf: „Du hast recht, sie ist zu gut“ und verdünnte er sie mit dem Wasser aus seinem Trinkglas.
Literatur: Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, Vollständige Ausgabe. Herausgegeben und eingeleitet von Dirk Kaesler, München 2006 (1897).
Was tun bei Mobbing?
Wenn du sehr heftig kritisiert wirst, dann musst du irgendetwas richtig machen,
denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
In diesen Tagen kommen immer mehr Menschen zu mir, die -gelinde gesagt- soziale Probleme im Beruf haben, die längst nicht mehr gerne ihrer Tätigkeit nachgehen, die ihre "Berufskrankheit" am Schreibtisch kurrieren.
Kein Wunder in einer Zeit, wo im großen Stil Mitarbeiter aus ihren angeblich unzeitgemäßen, da "unbefristeten" Arbeitsverträgen herausgemobbt werden und es immer mehr Kollegen gibt, die sich mit Tricks und Tücke den Platz an der Sonne erkämpfen wollen, notfalls auf Kosten des Betriebsklimas. Auch die vielerorts beneideten, da angeblich sicher lebenden Beamten bleiben von solchen Erscheinungen immer weniger verschont.
Infolge meiner langjährigen Berufpraxis im Großraumbüro sind mir Gerangel zwischen Kollegen und Mobbing nicht fremd, doch was ich später als Studentenjobber im Großlager eines allzu bekannten "Lebensmittel-Discounters" erlebte, sprengte alle bisher bekannten Grenzen.
Als angehender Soziologe war ich damals fasziniert von einer vollautomatisierten bis in das höhere Management hinein gehenden "Mitarbeiterbewirtschaftung", vor der auch die Inhaber der gewöhnlich "besser gestellten Führungspositionen" längst keinen Bestandsschutz mehr genossen. Als Mensch aber war ich angewidert von einer strukturellen Menschenverachtung, deren Mobbinginstrumentarien sozusagen von Amtswegen minutiös geplant und skrupellos ausgeführt wurden.
Das erste was mir bei den Mobbingopfern auffiel, war dass sie sich von der Situation aus der Ruhe bringen ließen. Folglich unterliefen selbst noch so gewissenhaften und flinken Kollegen zunehmend Fehler, die dann den Mobbenden dazu dienten, diese noch mehr zu schikanieren und Beweise für deren angeblich schlechte Arbeit zu erhalten. Wer sich dann noch zu Wutausbrüchen hinreißen ließ, hatte gleich verspielt.
Wer sich dagegen nicht aus der Ruhe bringen ließ, Schwächen im Netzwerk der Mobbenden ausmachen und vielleicht dabei noch einige Hoffnungen und Ängste der Täter entdecken konnte, hatte die besten Chancen, eines Tages den Spieß umzudrehen und sich erfolgreich zur Wehr zu setzen.
Gewöhnlich können ausgerechnet jene, die gerne "viel auszuteilen", selbst am wenigsten einstecken.
Zuvor sollte man sich aber im klaren sein, was man am Ende erreichen will. Wer seinen Job auf jeden Fall behalten möchte, hat geringere Möglichkeiten, als jemand dem es lediglich um eine "besondere" Abfindung geht. Bei einem streitsüchtigen Störer des Betriebsklimas ist anders vorzugehen, als gegen eine "betriebsgewollte" von den Vorgesetzten ausgeführte Sanktion. Der Gemobbte muß sich zunächst klar werden, inwieweit bei einer derartigen Störung des Vertrauensverhältnisses zwischen den Parteien überhaupt noch an eine längerfristig erträgliche Weiterbeschäftigung zu denken ist. Schließlich ist es keine Schande gegen einen übermächtigen Gegner zu kapitulieren.
In vielen Fällen bildet Mobbing nur den Auftakt von Massenentlassungen und Firmenpleiten und die ersten Abgänger haben gegenüber der nachfolgenden Masse bessere Möglichkeiten wieder in Lohn und Brot zu kommen.
Als ganzheitlicher Berater beziehe ich mich gern auf alte Sprichwörter oder fernöstliche Weisheiten. Das Mobbingproblem selbst ist so alt wie die Gesellschaft und es wundert nicht, dass sich bereits im I-Ging -einem vorchristlichen Weisheitsbuch aus China- Wege zur Bewältigung solcher Alltagskrisen finden.[4]
Dort wird gelehrt, dass jedes äußere Hindernis zunächst dazu einlädt, den Blick nach innen zu richten, um dort nach der wahren Ursache zu suchen. Das I-Ging sieht eine Krise als erzwungene Gelegenheit zum Selbstcoaching.
Dabei müssen Sie zunächst ehrlich zu sich sein. Inwieweit kann die Ursache für die Angriffe der anderen an ihnen selbst liegen? Oftmals ist man im Laufe der Zeit bequem geworden oder hat sich nicht weiterentwickelt. Das kann in Krisenzeiten zum Verhängnis werden.
Zunächst ist eine bestimmte Wartefrist einzuhalten, in welcher man innehält und sich auf seine Ziele besinnt. In unserem Fall bedeutet das, den Rahmen für die geplante Gegenaktion abzustecken. Dabei hetzen wir nicht. Wer nichts tut, kann bekanntlich nichts falsch machen. Ferner glaubten die alten Chinesen, dass allein schon die intensive Beschäftigung mit der Problemsituation der wesentlichste Schritt sei, die vorhandenen Hindernisse aufzulösen.
Am wichtigsten ist es jedoch, den möglichen Angreifern gegenüber innerlich ruhig zu bleiben. Dabei empfiehlt es sich, zumindest während der Arbeitszeit den Atem auf Tiefenatmung, also langsames ein- und ausatmen umzustellen.
Die eigenen Angriffsflächen müssen so klein wie möglich gehalten werden. Dabei vermeidet man möglichst Situationen, wo man mit dem Rücken zur Tür oder zu anderen steht, sitzt oder arbeitet. Denn nichts ist schwerer abzuwehren als ein unerwarteter Angriff von hinten.
In besonders schweren Fällen ist es ratsam, den ganzen Arbeitstag über in Erwartungshaltung zu verharren, denn: "Der beste Weg einer Gefahr auszuweichen, ist zu wissen, dass es sie gibt."
Die Erfahrung lehrt, dass Mobbingangriffe gewöhnlich dann erfolgen, wenn am wenigsten damit gerechnet wird. Die sonst so viel beschworene Taktik alles locker zu lassen und sich wie eine Blume zu verhalten, die sich ja auch nicht vor dem herannahenden Gewitter zusammenzieht, bedarf intensiven Trainings und ist eher etwas für den ruhigen Samstagnachmittag, als für den geladenen Montagvormittag.
Manche Kollegen schwören bei solchen Angriffen auf ihre geschlossene Aura.
Sie programmierten sich jedes mal vor Dienstantritt eine Art mentalen Schutzschild, den sie dann alle 2-3 Stunden erneuern. Die Art des sogenannten Auraschutzes ist unterschiedlich. Gewöhnlich stellt man sich vor, von weißen oder von goldenen Licht eingeschlossen zu sein. Wenn es im Brustbereich zu kribbeln beginnt, dann ist der Schild geschlossen.
Ferner empfiehlt das I-Ging eine Art Unterordnung an die Umstände der Situation. Das bedeutet keine Selbstverleugnung. Sie sollen nur, "nicht mit Steinen werfen, wenn Sie im Glashaus sitzen," sich also waghalsiger und provokanter Aktionen enthalten, zumal ein Scheitern derselben ein gefundenes Fressen für Ihre Gegner sind.
Verbalen Angriffen kann mit dem JUDO-Prinzip begegnet werden, indem Sie die gegnerische Angriffsenergie auf deren Ursprung zurücklenken. Das ist leicht zu erlernen, indem man dem der Wortgehalt der gegnerischen Rede umgedreht und mit übertreibenden oder verharmlosenden Momenten begegnet, die man bei www.schlagfertigkeit.com beziehen kann.
Eines dürfen Sie dagegen niemals tun, wütend werden. Dann geht der Auraschutz auf der Stelle verloren und das Judo-Prinzip verliert seine Wirkung. Selbst wenn es Ihnen dabei gelingt, den Angreifer abzuwehren, haben Sie ihm gezeigt, dass Sie aus der Reserve zu locken sind und dass seine Taktik richtig sein muss, wenn Sie sich auf dessen niederes Niveau herab begeben.
Zurück zur Arbeit. Da man nie weiß wie und wo man beobachtet wird, ist es ratsam, sich auch in unbeobachteten Momenten so vorbildlich wie möglich zu verhalten. Dabei sind wir auch schon bei einem weiteren Vorschlag aus dem I-Ging: "In schwierigen Zeiten ist es wichtig, innerlich fest zu bleiben und die anstehenden Pflichten mit Hingabe zu erfüllen." Das bedeutet die Konzentration Ihrer ganzen Aufmerksamkeit auf dem, was Sie gerade tun.
Ihre Arbeit versehen wir so gewissenhaft wie möglich. Kein Zeitdruck wird Sie dabei aus der Ruhe bringen. Fehler können Sie sich in dieser Zeit am wenigsten erlauben. Ihre Gegner sammeln mit höchster Wahrscheinlichkeit Beweise gegen Sie.
Sehr wichtig ist es auch, das eigene Umfeld im Auge zu behalten. Dabei sollte der Fokus nicht nur auf die Kollegen gerichtet werden, sondern auf a l l e s , was um Sie herum vorgeht. Das hilft ungemein, eine Art übergeordnetes Gespür für die Gesamtsituation zu entwickeln. Auf diese Weise werden Sie Ihre Gegner sozusagen herannahen fühlen und nicht mehr erschreckt aufblicken, wenn diese plötzlich vor Ihnen stehen.
Wenn Sie das einzige Mobbingopfer im Betrieb sind und von den Kollegen obendrein noch geschnitten werden, sind Sie automatisch das Hauptmoment für den innerbetrieblichen Klatsch. In dieser Situation ist es angemessen, eine Nachrichtensperre über sich zu verhängen. Auch Dinge, die s o von Ihnen nicht gesagt worden sind, werden von den sensationslustigen Kollegen begierig aufgegriffen und weitererzählt. Sprechen Sie also im Kollegenkreis -wenn überhaupt- keinesfalls schlecht über Ihre Gegner, denn es ist davon auszugehen, dass diese auf irgendeine Weise Wind davon bekommen. Auf diese Weise können Sie auch dem potentiellen Lügengebrau begegnen, dass sich über Ihnen zusammenzieht.
Vergessen Sie nie, dass es bei derartigen Übergriffen auf Ihre Integrität keine Privatsphäre gibt. Verschließen Sie ihren Schreibtisch, Behalten Sie Ihre Arbeitsmaterialien im Auge. Gegen Sie acht, dass niemand die Ergebnisse Ihrer Arbeit manipulieren kann.
So gerüstet können Sie dann auch zur Gegenwehr übergehen.
Ihre wichtigste Waffe dabei sind Zettel und Stift auf dem sie mehr oder minder verborgen alles notieren, was mit Ihnen, Ihrer Arbeit und den Angriffen wider Sie zu tun hat. Beginnen Sie zunächst damit, Ihre eigene Arbeitsleistung zu dokumentieren. Nehmen Sie sich dabei das alte Sprichwort zu Herzen: "Wer schreibt, der bleibt!" Schreiben Sie minutiös nieder, mit welchen Tätigkeiten Sie Ihren Arbeitstag verbringen.
In den meisten Fällen werden ihre Gegner versuchen Ihre Arbeitsleistung und Ihre Integrität in den Augen der anderen herabzusetzen. Notieren Sie wann, wo und von wem Sie gemobbt werden und welche Worte dabei fallen.
Beginnen Sie nun Ihrerseits gegen ihre Gegner zu ermitteln. Finden Sie heraus, mit welchen Leuten diese sich umgeben und wo sie sich aufhalten. Sammeln Sie im Verborgenen Beweismaterial und warten Sie geruhsam auf dem Tag, an dem Ihre Gegner die Karten auf den Tisch legen. Freuen Sie sich schon auf das Chefgespräch, verwickeln Sie Ihre Beschuldiger in Widersprüche.
Vergessen Sie nie, dass ihre Vorgesetzten nur so viel Macht über Sie haben wie selbst Sie Ihnen einräumen. Wenn man Sie in die Mange zu nehmen versucht und Sie nicht auf die Toilette gehen lässt, tun Sie, als ob Sie die Polizei rufen. Wenn man Sie zu irgendeinem Geständnis zu erpressen sucht, lassen Sie es auf die Drohungen ankommen. "Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird."
Verweigern sie jede unsachliche Diskussion. Beziehen Sie sich auf einen Anwalt, egal ob Sie einen haben oder nicht. Weisen Sie darauf hin, dass Mobbing ein Straftatbestand ist, und mittlerweile schon viele Beweise vorhanden sind, dass sie gar nicht wissen, ob sie wegen Mobbing, Nötigung, Beleidigung oder Vortäuschung einer Straftat klagen sollen. Eines ist sicher.
Das Arbeitsgericht wird sich brennend für Ihre Mitschriften interessieren.
Die Richter votieren im Zweifelsfall für den Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber muss dann seinerseits beweisen, dass Ihre Vorwürfe gegen ihn falsch sind.
Wenn es vor Gericht gehen sollte, dann vergessen Sie nicht, dass die Würfel gefallen sind." Niemand kann sie zwingen, weiterhin an einem Ort zu arbeiten, wo das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und dem Arbeitgeber dermaßen geschädigt ist.
Noch einmal zu der Mobbinggeschichte im Lager des Discounters: Vielleicht hatte es etwas mit dem genauen Besehen des Problems oder mit dem fortwährenden Beobachten des Arbeitsumfeldes seitens der Gemobbten zu tun gehabt. "Als die Nacht am finstersten war, schien der neue Tag am nächsten." Während die Eskalation des Sachverhalts unmittelbar bevorstand, lösten sich die Probleme buchstäblich über Nacht auf. Am nächsten Morgen war der Hauptinitiator des Mobbings verschwunden. Später wurde er in eine andere Abteilung versetzt und auch dort hielt er sich nicht lange. Mittlerweile hat seine hochtrabende betriebswirtschaftliche Ausbildung an der Registrierkasse eines benachbarten Discounters ihr vorläufiges Ende gefunden.
Schlagfertigkeit und Rhetorik
Wer am meisten austeilt, kann selbst am wenigsten einstecken.
Fallen Ihnen die besten Antworten auf dumme Sprüche und patzige Bemerkungen auch immer erst hinterher ein? Damit ist jetzt Schluss! Matthias Pöhm stellt in diesem Buch die besten Strategien und wirkungsvollsten Techniken aller Zeiten vor. So können auch Sie in Zukunft blitzschnell kontern, in Diskussionen punkten und die Lacher auf Ihrer Seite haben. Schlagfertigkeit ist keine Hexerei. Machen Sie Ihre Gegner sprachlos! Pöhm der „Star unter den Schlagfertigkeitstrainern (Capital)“ hat über 33 verschiedene Strategien zusammengestellt wie man sich als Angegriffener wehren kann.
Nach einem Besuch auf Pöhms’ Website und dem Studium seiner Taktiken ist es nicht mehr das Problem, ob oder wie man einen verbalen Angriff kontert, sondern welche Taktik man auswählen soll, um den Angreifer möglichst dumm dastehen zu lassen.
Literatur: Matthias Pöhm: Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit, München 2006. oder siehe unter www.schlagfertigkeit.com
Etablierte und Außenseiter Das Einmaleins des Gruppenverhaltens
„Teile und Herrsche.“
Wer begriffen hat, das Menschen ihre Selbstdefinierung zu einem großen Teil über ihre Abgrenzung zu anderen beziehen, hat schon die Hälfte der Soziologie verstanden. Von der Grüppchenbildung während der Mittagspause bis hin zu elitären Zirkeln sind die Mechanismen, des sich in und von Gruppen Abgrenzens, des Ausschließens und der Gruppenwerte, die es dann zu erfüllen gibt, seit jeher die selben. Am Beispiel der Auseinandersetzungen der Bewohnern eines älteren mit denen eines neuhinzugebauten Straßenviertels machen die Autoren diese allgemeingültigen Strukturen deutlich.
Wer zuerst am Ort ist, der kann sich am besten etablieren. Er bildet mit den anderen Etablierten einen Schutzwall, den Neuhinzugekommene immer schwerer und am Ende nicht mehr durchbrechen können. Die Neuen werden somit zu Außenseitern, bilden eine Subkultur (Szene) und kochen nun ihrerseits ihr eigenes Süppchen. Dabei werden sie von den Etablierten mit Minderwertigkeitssymbolen belegt, an welche die Außenseiter am Ende selbst zu glauben beginnen. Weil sich die Außenseiter bezüglich einer Änderung der Machtverhältnisse für minderwertig und schwach halten, können die Etablierten ihren Einfluss behalten.
Es kann auch auf andere Weise mit relativ wenig Personal über vieler Menschen bestimmt werden. Wer nach dem Prinzip: „Teile und Herrsche“ die Administration über eine Organisation an verschiedene Funktionsträger delegiert und diese dann miteinander konkurrieren lässt, kann sich beruhigt in seinem Chefsessel zurücklehnen und die Umstände für sich arbeiten lassen.
Das es einen Kündigungsgrund darstellt, gegenüber Kollegen über das eigene Gehalt zu sprechen, entspricht dem gleichen Prinzip. Wenn es für gleiche Arbeit verschiedene Gehaltsgruppen gibt, die sich letztlich nur um wenige Cent unterscheiden, wird die Arbeitsleistung der Belegschaft drastisch erhöht. Ein Euro mehr am Tag kann da Wunder wirken, zumal die Mitarbeiter alles geben werden, um diesbezüglich über die Kollegen zu kommen. Damit ist die Belegschaft beschäftigt und ihre destruktiven Energien richten sich nicht gegen den Arbeitgeber, sondern vornehmlich gegen sich selbst. „Das ist ja schrecklich!“ werden manche sagen. „Ist es auch!“ halte ich entgegen. Damit Arbeitgeber solche Mechanismen einsetzen können, bedarf es immer auch einer Belegschaft, die sich damit an der Nase herumführen läßt.
Literatur: Norbert Elias; John L. Scotson: Etablierte und Außenseiter, FF/M 1993.
Ganzheitliche Personal- und Unternehmensberatung
Ein großes Reich soll man beherrschen wie man einen kleinen Fisch brät, möglichst wenig.
(aus China)
Was haben Firmenpleiten in großen und kleinen Betrieben in personeller Hinsicht gemeinsam? Oft ist das Geflecht der Mitarbeiterbeziehungen negativ tangiert oder der Informationsaustausch zwischen den einzelnen Hierarchieebenen hatte sich im Vorfeld verschlechtert. Das Betriebssystem konnte sich vielleicht nicht auf den neuen Abteilungsleiter einstellen, der den Informationsstrom zwischen „unten“ und „oben“ hemmt. Die Belegschaft hat vielleicht den neuen Mitarbeiter nicht verkraftet, der das Kollektiv entzweit. Auf diese Weise können langjährig etablierte und eingespielte Netzwerke innerhalb kürzester Zeit existenziell bedroht werden.
Warum funktionieren personell und hierarchisch extrem unausgewogene Unternehmen dennoch und unter welchen Umständen kann es zum AUS kommen?
Statistisch gesehen, teilt sich eine Belegschaft in drei Gruppen:
Ein Viertel zählt zu den Leistungsträgern. Sie sind die Muskeln des Unternehmenskörpers und halten den Betrieb am Laufen. Der halben Belegschaft etwa geht dieser Ehrgeiz ab. Sie machen sozusagen „Dienst nach Vorschrift.“
Das letzte Viertel zählt zu den Problemfällen, zu den „Maden im Speck.“
Diese Gruppe leistet nicht nur weniger, sondern blockiert darüber hinaus die Leistung der Anderen. Solange die Arbeit der Leistungsträger, die Fehlleistung der Leistungsblocker ausgleicht, funktioniert der innerbetriebliche Ablauf.
Problematisch wird es immer dann, wenn die Leistungsträger wie auch die Leistungsblocker als solche nicht erkannt werden.
Warum ist das so schwierig? Wenn sich Individuen in Gruppen behaupten wollen, aber deren Werte nicht erfüllen können, greifen sie manchmal in die Trickkiste und kehren gerade die Stärken heraus, die sie selbst am wenigsten besitzen.
Im Falle der Leistungsblocker ist das Leistung. Im Gegenzug halten es die realen Leistungsträger im Unternehmen nicht für nötig, jedermann von ihren Fähigkeiten überzeugen zu müssen.
Die fehlende Selbstdarstellung kann ihnen zum Verhängnis werden, wenn ihr Wert für das Unternehmen den höheren Hierarchien unbekannt ist. Bekannt werden Mitarbeiternamen bei den Entscheidern im höheren Management am ehesten, wenn etwas in deren Funktionsbereich schief läuft. Wer also gut arbeitet, hat einen weitaus geringeren innerbetrieblichen Bekanntheitsgrad, als jemand der schlecht arbeitet.
In großen Betrieben werden Beförderungen gewöhnlich von Entscheidern vorgenommen, die nicht jeden Mitarbeiter persönlich kennen.
In den meisten Fällen wird ohnehin mit bereits bekannten Namen jongliert. Das sind in weitaus überdurchschnittlicher Zahl ausgerechnet die Leistungsblocker, deren „Spitzenkräfte“ es nicht versäumt haben, die Werbetrommel zu rühren und ihre Namen auch auf anderen Wegen publik zu machen. Es genau wie mit den Autos, die Motoren, die am lautesten laufen, taugen am wenigsten.
Auch leistungsabhängige Beförderungen sind vertikal gesehen nur solange unternehmensfördernd, bis der Betreffende in eine Position erhoben wird, von der aus er sich aufgrund mangelnder Fähigkeiten nicht hinauf arbeiten kann. Er bleibt also „stecken“ und erledigt seine Anforderungen bestenfalls durchschnittlich (Peter-Prinzip).
Die Rolle von karrierefördernden Seilschaften muss an dieser Stelle nicht angesprochen werden, weil die Vermeidung derselben kaum möglich ist.
Problematisch wird es für den internen Betriebsablauf immer dann, wenn zu viele Leistungsblocker gefördert oder auch nur geduldet werden. Wenn man während einer gleichzeitig zu bewältigenden Krise in Sparmaßnahmen verfällt und in Verkennung der tatsächlichen Situation die weniger in Erscheinung tretenden Leistungsträger entlässt, werden die Muskeln des Unternehmenskörpers abgebaut.
Emergenzeffekte können die Folge sein. Danach kann unter Umständen das genaue Gegenteil von dem eintretten, was ursprünglich geplant war, indem beispielsweise die Pleite ausgerechnet mit Sanierungsmaßnahmen herbeigeführt wird.
Die Aufgabe ganzheitlicher Personalberatung besteht in diesem Fall darin, die Unternehmensführung in der realen Bestimmung von Leistungsträgern und Leistungsblockern zu unterstützen.
Der Vorteil für den Berater liegt gerade in seiner Betriebsfremdheit. Die ihm fremden Mitarbeiter können unabhängig von ihrer nach außen hin offerierten bzw. realen Position im Netzwerk charakterisiert, ihre Potentiale besser sichtbar gemacht werden.
Die ganzheitliche Personalberatung bedient sich dabei der zur Zeit nicht ganz im Trend liegenden, jedoch durchaus wirksamen Charakterkunde. Dabei wird jede Mitarbeiterpersönlichkeit einem bestimmten Typus zugeordnet mit konsistenten (typinternen) aber auch variablen (entwicklungsfähigen) Charakterzügen.
Der Nachteil dieser Methode liegt darin, dass die Charaktere lediglich intuitiv bestenfalls per Augengeometrie erfasst werden können.
Der Betrachter muss habituell ein guter Menschenkenner sein. Das strukturelle Problem dieser Analysemögliche besteht darin, dass der Betrachter diese Fähigkeit jederzeit wieder verlieren kann, vornehmlich dann, wenn er in seinen Urteilen zu sicher geworden ist.
Leistung, Integrität und Umgänglichkeit sind nicht die einzigen Beurteilungskriterien. Eine Mitarbeiterbefragung bzw. Umfrage bietet sich an.
Ferner gibt es Mitarbeiter, deren Wert für das Unternehmen nicht allein durch die gezeigte Leistung bestimmbar ist. In den internen Netzwerken des Unternehmens verdienen gerade jene Positionen besondere Beachtung, die -kommunikativ gesehen- Schlüsselstellungen bzw. Sonderpositionen einnehmen und das Betriebsklima sowohl positiv als auch negativ tangieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ganzheitlicher Personal- und Unternehmensberatung ist die der Kybernetik entstammende Systemtheorie. Diese gliedert das Unternehmen in Systeme mit untergeordneten Subsystemen, die sich am Ende alle gegenseitig durchdringen und bedingen, sowohl intern als auch über den Betrieb hinaus. Die Systemtheorie ist in der Lage verdeckte Strukturen sichtbar zu machen.
Das optimiert den Betriebsablauf. Die kybernetische Betrachtungsweise postuliert die Offenheit von Systemen und geht davon aus, dass sich fallweise nicht nur eine oder zwei betriebswirtschaftliche Handlungsprämissen verändern können, sondern alle. Damit liegt sie im erfrischenden Gegensatz zu anderen mehr oder weniger starren betriebswirtschaftlichen Systemen.
Lebenshilfe
Sprichwörter am laufenden Band
Jedes neue Leben ist wie eine alte Uhr.
Es braucht eine Weile, bis es sich einpendelt.
(Alexander Blöthner)
Misserfolg ist immer ein Bestandteil des Erfolgs.
(Erik Weihenmayer, Gipfelstürmer)
Durchhaltewillen ist die Überzeugung,
dass auch die längste Nacht einmal vorüber geht
mit dem Vertrauen im Dunkeln irgendwie zurechtzukommen.
Persönlichkeit beginnt, wo der Vergleich aufhört.
(Karl Lagerfeld)
Vergleiche dich und deine Leistungen nur danach
wie sehr du dich verbessert hast.
(Rolf Merkle)
Die Beziehung die wir zu uns selbst haben,
bedingt die Beziehung zu anderen.
Wer schlecht von sich selbst denkt,
der lehnt auch andere ab.
(Rolf Merkle)
Tue erst das Notwendige,
dann das Mögliche und plötzlich
schaffst du das Unmögliche
(Franz von Assisi)
Man sieht nur dort etwas, wo man hinschaut
und man findet nur dort etwas, wo man sucht.
(Karlfried Graf Dürckheim)
Der Glaube, es gebe nur eine Wirklichkeit ist die gefährlichste Selbsttäuschung.
(Paul Watzlawick)
Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht.
(Moliére)
So ist das im Leben, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.
Die Tragik liegt darin, dass wir nach der geschlossenen Tür blicken,
nicht nach der offenen. (André Gide)
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln.
Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste.
Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste.
Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste.
Wir alle müssen das Leben meistern.
Aber die einzige Art, es zu meistern,
besteht darin, es zu lieben.
(Georges Bernados)
Nicht, weil es so schwer ist, wagen wir es nicht.
Sondern, weil wir es nicht wagen, ist es so schwer.
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Im Grunde ist jedes Unglück nur so schwer, wie man es nimmt.
(Marie von Ebner-Eschenbach)
Viele suchen das Glück, wie sie einen Hut suchen, den sie auf dem Kopf tragen. (Nikolaus Lenau)
Die Zukunft hat viele Namen: Für den Zögernden ist sie das Unerreichbare.
Für den Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für den Mutigen ist es die Chance. (Victor Hugo)
Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muss es vorwärts Leben. (Sǿren Kierkegaard)
Die eigentliche Bedeutung der Entdeckungsreise liegt nicht darin,
neue Landschaften zu finden, sondern darin.
diese mit neuen Augen zu sehen.
(Marcel Proust)
Fang jetzt an zu leben und zähle jeden Tag als ein Leben für sich.
(Seneca)
Das Leben ist zu wichtig, um es ernst zu nehmen.
(Oskar Wilde)
Lege dir jeden Tag für deine Sorgen eine halbe Stunde zurück. Und in dieser Zeit mache ein Schläfchen. (Laotse)
Selbstachtung ist ein Geschenk, das nur du dir machen kannst.
(Rolf Merkle)
Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts; ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts. (Gottfried Keller)
Wenn wir alles täten, wozu wir imstande sind,
würden wir uns wahrlich in Erstaunen setzen.
(Thomas Alva Edison)
Ein großes Reich wird beherrscht
wie man einen kleinen Fisch brät, möglichst wenig.
Die Welt wird beherrscht, indem man den Dingen ihren Gang lässt.
Der verlorenste aller Tage ist der,
an dem man nicht gelächelt hat.
(Roch de Chamfort)
Wer sich von etwas trennen kann, ohne ihm nachzutrauern, ist reich.
Er gewinnt im aufgeben.
Wirklicher Luxus ist, ein sehr gutes Angebot
ruhigen Gewissens ablehnen zu können.
Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal,
ehe man es zum ersten Mal richtig sieht.
(Christian Morgenstern)
Wenn du die Wahrheit nicht da finden kannst,
wo du bist, wo sonst glaubst du sie finden zu können.
(Dogen Zenji)
Einem ruhigen Geist gibt sich das ganze Universum preis.
(Tschuang Dsi)
Menschen wollen die Welt verändern. Was für Narren!
Ändere dich selbst und die Welt wird sich von selbst verändern.
(David Baird)
Man kann dir den Weg weisen, gehen musst du ihn selbst.
(Bruce Lee)
Alles, was im Leben geschieht, muss nicht vollbracht werden.
Es ereignet sich. (Theo Fischer)
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen begrenzt.
(Albert Einstein)
Was Du in anderen Menschen entzünden willst, muss erst in dir selbst brennen.
(Dale Carnegie)
Die Menschen verlieren die meiste Zeit damit, dass sie Zeit gewinnen wollen.
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. (Franz Kafka)
Kritik ist auch eine Form von Anerkennung
Es gibt mehr Menschen, die kapitulieren, als solche, die scheitern.
(Henry Ford)
Nur die Sache ist verloren, die man aufgegeben hat. (Ernst von Feuchtersleben)
Wenn dein Kind klein ist, gibt ihm Wurzeln. Wenn es größer wird, gibt ihm Flügel. (Goethe)
Richte nie den Wert des Menschen schnell nach einer kurzen Stunde.
Oben sind bewegte Wellen, doch die Perle liegt am Grund.
(Otto von Leixner)
Je stiller du bist, desto mehr kannst du hören
(Chinesische Weisheit)
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht den zweiten. (Konfuzius)
Nur wenn du dich selbst respektierst,
kannst du der Respektlosigkeit der anderen begegnen.
Nicht den Tod sollte man fürchten,
sondern dass man nie beginnen wird zu leben.
(Marc Aurel)
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, bleibt ein Mensch.
(Erich Kästner)
Du kannst dein Leben nicht verlängern
und du kannst es auch nicht verbreitern.
Aber du kannst es vertiefen.
Wenn du geliebt werden möchtest, dann liebe andere zuerst. (Seneca)
Wende dich der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.
Der Frosch im Brunnen ahnt nichts von der Weite des Meeres.
(aus China)
Reich ist nicht, wer viel hat, sondern wer viel gibt.
(Erich Fromm)
Der eine sieht nur Bäume, Probleme dicht an dicht,
der andere Zwischenräume und mittendrin viel Licht.
Liebe ist das einzige, was nicht weniger wird,
wenn wir es verschwenden.
(Ricarda Huch)
Die meisten Menschen haben nur darum Angst vor dem Tod,
weil sie nicht genug aus ihren Leben gemacht haben.
(Peter Ustinov)
Mit gutem Beispiel voranzugehen ist nicht nur der beste Weg,
andere zu beeinflussen es ist der einzige.
(Albert Schweitzer)
In Krisenzeiten ist es wichtig, das zu tun, was man am besten kann.
Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen,
ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden.
(Jacques Tati)
Es ist besser ein kleines Licht zu entzünden, als über die große Dunkelheit zu klagen. (Konfuzius)
Der Geist, der allen Dingen Leben verleiht, ist die Liebe. (Dschu-Li)
Der Schlüssel zum Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit,
sondern immer unsere Liebe sein.
(Hermann Bezzel)
Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben aber dem Tag mehr Leben.
Das Leben wird gegen Abend, wie die Träume gegen Morgen, immer klarer.
(Karl Julius Weber)
Ich sehe das Neue nahen, es ist... das Alte. (Berthold Brecht)
Je genauer du planst, desto härter trifft dich der Zufall. (Peter Rühmkopf )
„Das Traurige an Selbstzweifeln besteht darin,
dass gerade die falschen Leute sie haben.
Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere ILLUSION ist als die Welt des Traumes.
(Salvador Dali)
Jedes böse Erwachen setzt einen tiefen Schlaf voraus!
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind,
sondern von denen, die Böses zulassen.
(Albert Einstein)
Wenn du sehr heftig kritisiert wirst, dann musst du irgendetwas richtig machen,
denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat.
(Bruce Lee)
Nicht die Erkenntnis gehört zum Wesen der Dinge, sondern der Irrtum.
(Friedrich Nietzsche)
Unsichtbar wird der Wahnsinn,
wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.
(Bertolt Brecht)
Arm ist nicht der, der wenig hat, sondern der, der nicht genug bekommen kann.
(Jean Guehenno)
Das Leben ist eine Gelegenheit, nütze sie!
Das Leben ist ein Traum, mache aus ihm Wirklichkeit!
Das Leben ist eine Herausforderung, nimm sie an!
Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie!
Das Leben ist ein Spiel, spiele es!
Das Leben ist wertvoll, hüte es!
Das Leben ist Liebe, genieße sie!
Das Leben ist Traurigkeit, überwinde sie!
Das Leben ist eine Hymne, singe sie!
Das Leben ist ein Kampf, nimm ihn an!
Das Leben ist ein Abenteuer, pack es an!
Das Leben ist Leben, verteidige es!
(Mutter Theresa)
Die Kunst leicht zu leben basiert auf der Erkenntnis,
dass alles Streben nach Sicherheit zwecklos ist.
(Theo Fischer)
„Du bist vor dem Irrsal der Welt ins öde Bergland geflohen.
Doch wenn das Irrsal dir auch ins Gebirge folgt,
wohin willst du dich dann wenden?“
(Ochitoki Nomitsune)
„Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit;
dasjenige, dem man nachjagt,das Mittel zur Knechtschaft.“
(Jean Jacques Rousseau)
Geld ist wie Wasser, stets fließt es dorthin, wo schon welches ist.
Die sieben Todsünden der westlichen Gesellschaft:
Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen.
Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral.
Wissenschaft ohne Menschlichkeit.
Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.
(Dalai Lama)
Was bringt den Doktor um sein Brot?
a) die Gesundheit, b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf dass er lebe,
uns zwischen beidem in der Schwebe. (Eugen Roth)
Die Dinge sind dazu da, dass man sie benutzt,
um das LEBEN zu gewinnen, und nicht,
dass man das Leben benutzt,
um die Dinge zu gewinnen
(Lü-shin Ch´ju)
Where attention goes energy flows! -
Wohin du deine Aufmerksamkeit richtest,
dorthin fließt bzw. verflüchtigt sich deine Energie!
Vielleicht gibt es schönere Zeiten aber diese ist die unsere.
(Jean-Paul Sartre)
Die Menschen stolpern nicht über Berge,
sondern über Maulwurfshügel.
(Konfuzius)
Immer, wenn man die Meinung der Mehrheit zu teilen beginnt,
ist es Zeit, sich zu besinnen. (Mark Twain)
Religion ohne Philosophie ist Sentimentalität und manchmal sogar Fanatismus.
Philosophie ohne Religion ist intellektuelle Spekulation. Ziellos, endlos sinnlos.
(Shrila Prabhupada)
„Der kritische Rationalismus ist mit kritisch rationalistischen Wertmaßstäben betrachtet, ein Widerspruch in sich. Er bezieht sein Wissen in erster Linie nicht aus der Natur, sondern kreist vornehmlich um sich selbst.“
(Alexander Blöthner)
Gott würfelt nicht!
(Albert Einstein)
Es gibt nur einen Zeitpunkt, an dem es wichtig ist zu erwachen.
Dieser Zeitpunkt ist jetzt. (Buddha)
Ich wollte Milch und bekam die Flasche,
ich wollte Eltern und bekam Spielzeug,
ich wollte lernen und bekam Zeugnisse,
ich wollte Liebe und bekam Moral,
Ich wollte einen Beruf und bekam einen Job,
ich wollte einen Sinn und bekam eine Karriere,
ich wollte Glück und bekam Geld,
ich wollte Wahrheit und bekam Lügen,
ich wollte Hoffnung und bekam Angst,
ich wollte Leben ... doch ich werde gelebt,
nun bin ich aufgewacht Gott sein Dank!
(Rudi Berner)
Über das liebe Geld Was kann ganzheitliche Finanzberatung?
Reich ist nicht wer viel hat, sondern wer viel gibt. (Erich Fromm)
Arm ist nicht der, der wenig hat, sondern der, der nicht genug bekommen kann.“(Jean Guehenno)
Es gibt kaum jemanden, der nicht gerne mehr Geld hätte.
Geld ist der Stoff aus dem unsere materiellen Träume sind. Viel davon zu haben ist eine so schlechte Sache nicht. Geld ist dazu da, dass man es benutzt, um das Leben zu gewinnen. Demgemäss sagte auch der französische Philosoph Jean Jacques Rousseau: „Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit; dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft.“ Sobald man das Leben aber dazu benutzt, um Geld zu gewinnen, kommt es zu einem Umkehreffekt und der Reichtum entwickelt sich zum Fluch, besonders für die Gierigen und für jene, die es zusammenraffen.
Das dahinterstehende Motiv liegt auf der Hand. Abgesehen von Geltungssucht und Kaufrausch ist vornehmlich ein übertriebenes Sicherheitsdenken für das Zurückhalten von Geld verantwortlich. Da spielt es keine Rolle, dass die Großeltern bereits 1918, 1923, 1948 und stellenweise 1989 schon einmal ihre Ersparnisse verloren haben und gegenwärtig wieder finstere Wolken am Firmament aufziehen. Papiergeld, das wusste schon Voltaire, kehrt am Ende immer wieder seinem inneren Wert zurück, nämlich Null.
Die asiatische Philosophie hält nicht viel vom Raffen, auch wenn die Initiatoren des chinesischen Wirtschaftsbooms gegenwärtig andere Schlüsse ziehen.
Dem Geld wird dieselbe Eigenschaft zugeschrieben wie dem Wasser. Es fließt stetig dorthin, wo schon welches ist. Es kann gewissermaßen verderben, wenn der Fluss längere Zeit stagniert, das Geld also gehortet wird. Ob das, wenn man der ganzheitlich orientierten „Traditionellen Chinesischen Medizin“ Glauben schenkt, mit Darmverstopfungen seines Besitzers einhergeht, würde nicht verwundern.
Geld will in die Welt. Es ist rund, damit es besser davon rollen kann. Aus diesen Gründen zieht eine ganzheitliche Finanzberatung im Zweifelsfall die Schaffung von längerfristig sprudelnden Geldquellen dem einmaligen großen Geschäft vor.
Der Dalai Lama hat in der westlichen Gesellschaft sieben Todsünden ausgemacht: „Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral. Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.“ Das alles hat mit Geld zu tun.
Geld wird nicht etwa dann fehlinvestiert, wenn von den Gewinnen nichts abgegeben wird, sondern wenn kurzfristig und kurzsichtig planend, ohne Rücksicht auf die Belange von Mensch, Tier und Umwelt, die Zukunft der Welt verschachert wird. Das ist eine andere Geschichte. Dennoch ist es nicht das Geld selbst, das schlecht ist, sondern jene, die es zu solchen Zwecken mißbrauchen.
Geld ansich ist immer neutral. Das sollten wir uns merken.
Bei vielen Menschen ist aus den genannten Gründen unterschwellig eine so große Abscheu vor dem Geld entstanden, dass sie allein darum niemals ausreichend davon besitzen werden.
Geld möchte geliebt und bewundert werden. Wer das tut, der zieht es automatisch an. Das ist auch der Grund, warum manche Menschen stets eine besonders schön gestaltete Münze aus dem Urlaub im Geldbeutel herumtragen. Geld möchte gern ausgegeben werden, auch wenn es uns zuweilen schwer fällt, die sauerverdienten Kröten in die Hand der Verkäuferin gleiten zu lassen.
Es gibt auch andere Wege, um an Geld zu kommen, nämlich indem man welches verschenkt. Das ist das Grundprinzip ganzheitlichen Geldumgangs. Wer viel gibt, ist nicht nur reich, sondern wird es.
Immer mehr Geschäftsleute spenden Fünf, Zehn in Einzelfällen sogar Fünfzig Prozent ihres Gewinns für wohltätige Zwecke. Jede Freude, die wir anderen Menschen damit machen, bestärkt nicht nur uns selbst mit positiver Energie, sondern alles was wir verschenken, fließt vermehrt zu uns zurück.
Es ist also nicht Humanität allein, die dahinter steht. Mit dem Geben werden wir dem jedem Menschen mehr oder minder bewussten tiefen inneren Bedürfnis nach Gerechtigkeit, Güte und Einklang gerecht, dessen latentes Wirken auch den eingefleischtesten Raffer irgendwann zu Fall bringen wird.
Wer dagegen von seinen Gewinnen abgibt, der gewinnt gerade jene Sicherheit, die ihm dazu befähigt, auch in seinen zukünftigen Geschäften erfolgreich zu sein. Keiner der von seinen Einkünften abgegeben hat, litt je Mangel, ganz im Gegenteil.
Das I-Ging ein Weisheitsbuch aus dem alten China sagt dazu: „Erfolge und Gewinne lassen sich dadurch festigen, dass sie bereitwillig dem Allgemeinwohl zur Verfügung gestellt werden. Selbst gewählte Einschränkungen und Mäßigung der Ansprüche verhindern unfreiwillige Opfer größeren Ausmaßes.“
Wer es noch nicht übers Herz bringt, von dem kostbaren Papier abzugeben, kann zunächst Freude und Anerkennung verschenken. Wir sollten nicht einen Tag versäumen, ohne einen Menschen, den wir begegnen eine kleine Freude gemacht zu haben. Da genügt schon ein Lächeln, ein paar freundliche Worte oder ein nachfragen nach dem Befinden. Probieren sie es aus. Der Appetit kommt mit dem Essen.
Natürlich besser sehen
„Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal, ehe man es zum ersten Mal richtig sieht.“
(Christian Morgenstern)
Das wir eine Brille bekommen, wenn die Augen schlechter geworden sind, ist bekannt. Das Bildschirmarbeit oder vieles Fernsehen ebenfalls auf die Augen geht, weiß jeder. Das wir aber im Grunde lediglich darum kurzsichtig werden, weil wir bestimmte Dinge nicht sehen wollen. Das ist eine interessante Theorie.
Augenoptiker verdienen sich eine goldene Nase, indem sie immer wieder unsere Dioptrinzahl erhöhen. Die Augen nehmen dieses Angebot gern an und ruhen sich hinter den immer dicker werdenden Gläsern aus.
Im Geschichtsunterricht wird uns erzählt wie schlimm es den armen Leuten früher gegangen sein muss, die keine Brille kannten oder sich keine leisten konnten.
In Wahrheit brauchte in früheren Zeiten, abgesehen von den Gelehrten in ihren Elfenbeintürmen kein Mensch ein Brille. Noch vor 50 Jahren hatten lediglich Bücherwürmer eine solche Sehprothese. Vor 20 Jahren wurden Brillenschlangen in der Schule noch gehänselt. Mittlerweile ist Brillentragen cool geworden. Man scheint ja so gebildet. In Wirklichkeit wird damit nur eine grassierende Massenkrankheit schön geredet.
Jane Goodrich lehrte schon vor 20 Jahre, wie man durch tägliche Augenübungen Sehschwächen deutlich verbessern kann. Das bedeutet nicht, dass man innerhalb kurzer Zeit von beispielsweise neun Dioptrin auf null kommt. Das ist nur in Ausnahmefällen möglich. Aber man kann von 9 auf 1,5 kommen und sich soweit trainieren, dann man für das „grobe sehen“ im Alltag keine Brille mehr benötigt. Der Haken an der Sache besteht allerdings darin, dass man längere Zeit jeden Tag und dann nicht nur ein paar Minuten dafür trainieren muss.
Literatur: Jane Goodrich: Natürlich besser sehen, Freiburg 2000 (1986).
Krebs ist ungelebtes Leben Die Erkenntnisse des Wilhelm Reich
„Die Harmonie der Seele kann so nachhaltig gestört sein, dass sie diesen Missstand durch ein Krankheitssymptom kundtut. (...) Krebs ist eine Krankheit der Liebe nämlich der Liebe zu sich selbst. (...) Die Heilung kann nur gelingen, wenn der verdrängte Seelenanteil wirklich im Leben integriert und gelebt wird, denn betrügen lässt sich unsere Seele nicht.[5]“
Die Bücher von Wilhelm Reich waren bei den Nationalsozialisten ebenso verboten wie bei den Kommunisten. Auch das prüde Amerika der 1950er Jahre tat sich schwer mit ihnen, verbrannte die Werke und richtete nicht zuletzt den Autor selbst zugrunde.
Warum waren diese Bücher für das Establishment so gefährlich?
Seine Entdeckung des Orgons einer Form von freier Energie und die daraufhin entwickelten medizinischen Apparaturen waren so einfach zu verstehen und für jeden, der sich einigermaßen mit Hammer und Nägeln auskannte, nachzubauen, dass sie den Vertretern von Pharmaindustrie und Ärzteverbänden lange Zeit schlaflose Nächte bereiteten. Mit seinen Orgonakkumulatoren sagte Wilhelm Reich vornehmlich dem Krebs dem Kampf an und erzielte unglaubliche Heilerfolge.
Bei seiner Erforschung der Funktion des Orgasmus brachte er die für die kulturelle Entwicklung scheinbar unabdingbaren Triebsublimierung mit Verdrängungsmechanismen und Neurosenbildung in Verbindung. Das war nichts grundlegend neues. Im Gegensatz zu seinem Lehrer Siegmund Freud entwickelte er dessen Psychoanalyse weiter und verkürzte den Behandlungszeitraum drastisch. Damit sahen sich wiederum die Psychoanalytiker um ihr Brot gebracht und bekämpften Reich seitdem aufs heftigste.
Das Neue am Ansatz Reichs bestand vornehmlich in der Erkenntnis, dass jeder verdrängte Gedanke an einer oder mehreren Körperstellen Muskelverhärtungen (muskuläre Panzerungen) erzeuge. Diese führten an den betreffenden Punkten zu langjährigen Stoffwechselbeeinträchtigungen, wodurch chronischen Erkrankungen insbesondere dem Krebs Vorschub geleistet würde.
Seine Vegetotherapie bestand in einer Art Ausnutzung eines Rückkopplungseffektes, wonach die gezielte Massage der betreffenden Körperstellen, das damit zusammenhängende verdrängte Gedankengut ins Bewusstsein zurück ruft und somit die therapeutische Auslösung derselben extrem vereinfacht.
Nichtzuletzt hatten die totalitären Diktaturen ein Problem mit Wilhelm Reich, weil er deren Mechanismen der Massenmanipulation die Grundlage entzog. Wer seine Sexualität verdrängt -so Reich- muss sie anderswo ausleben, nicht zuletzt auf orgiastisch veranstalteten Massenparteitagen.
Aus diesem Grund habe das Establishment, angefangen vom Christentum bis hin zur Prüderie des 19. und 20. Jahrhunderts, die Sexualität verteufelt um so die brachliegenden nichtausgelebten sexuellen Energien der Bevölkerung zu kanalisieren und zu instrumentalisieren.
Keine 10 Jahre gelang es den „Puritanern“ die Erkenntnisse Reichs zu verdrängen. Mit der sexuellen Revolution der 1960er und 1970er Jahren wurden sie wieder aufgegriffen. Heute gibt es immer mehr Therapeuten die mit Orgonakkumulatoren dem Krebs und mit der Auflösung von muskulären Panzerungen bzw. mit Kinesiologie den tiefsitzenden Ängsten und verdrängten Traumata zu Leibe rücken.
Literatur: Wilhelm Reich: Die Entdeckung des Orgons. Die Funktion des Orgasmus, Berlin 1969.
Die Flucht vor dem Leben
„Du bist vor dem Irrsal der Welt ins öde Bergland geflohen.
Doch wenn das Irrsal dir auch ins Gebirge folgt,
wohin willst du dich dann wenden?“ (Ochitoki Nomitsune)
Unsere Flucht vor der Realität ist fundamentaler, als wir uns vorstellen können. Sprache und Wortwahl sind dafür das beste Beispiel. Wir flüchten regelrecht in Begrifflichkeiten. Diese lassen uns die Dingen selten sehen wie sie tatsächlich sind.
Vielleicht hoffen wir damit unbewusst, die Dinge mit der Kraft der Gedanken in einen anderen Zustand versetzen zu können. Unsere Wahrnehmung ist gewissermaßen mit der Sichtweise eines Archivars vergleichbar, der mittels Suchbegriffen alle eingehenden Daten selektiert und katalogisiert
Und wenn wir einmal, einem blinden Huhn gleich, etwas finden, für das wir keinen Begriff kennen, zermartern wir uns darüber das Hirn, wie wir es nennen könnten und lassen dabei den flüchtigen Moment verstreichen, in dem wir uns an der „Aura des Objektes“ direkt erfreuen könnten.
Mit zunehmenden Alter nehmen wir dann Dinge für die es in unserem Habitus kein vorgedachtes Schema gibt, dann überhaupt nicht mehr wahr. Das ist die erste Stufe der Lebensflucht.
Die zweite Stufe ist offensichtlicher, weil sie sich nicht in Gedanken, sondern in Handlungen ausdrückt. Wir unternehmen alle mögliche Dinge, um unsere Zeit totzuschlagen, um uns dem eigen Schicksal letztendlich nicht stellen zu müssen oder die zu Zeiten dringend erforderliche Beschäftigung mit sich selbst hinauszuzögern.
Fluchtmöglichkeiten wie Rauschmittel, Fressen, Medienbeschallung und Lesen können leichter erkannt werden, als die Fluchtmöglichkeiten, die Karriere, Religion, „Krankmachen“, bestimmte Liebesbeziehungen und nicht zuletzt unsere Hobbys zu bieten vermögen.
Finden wir in Frömmigkeit, Liebe, Beruf und Hobby Erfüllung, können wir durch sie das Leben gewinnen. Sobald sie uns aber dazu dienen, dringend notwendige Veränderungen an uns Selbst hinauszuzögern oder zu verdrängen, dann es uns am Ende ergehen, wie dem Mann, der von weit her kommt, um das Münchner Oktoberfest einmal zu erleben. Nach seiner Ankunft möchte er sich im Bahnhofsrestaurant einen genehmigen. Dort bleibt er dann kleben und fährt am Ende wieder nach Hause ohne auch nur einen Hauch des Festes mitbekommen zu haben.
Urvertrauen gewinnen
„Weil ich existiere, habe ich auch eine Existenzberechtigung.“ (Werner Meinhold)
Die wichtigste Grundlagen für ein gesundes Leben sind im wesentlichen Urvertrauen und Autonomie.
Allein weil ich da bin, habe ich auch ein Recht zu leben und ein Recht glücklich zu sein. Ist diese Überzeugung einmal vorhanden, sind auch Selbstsicherheit und Selbstakzeptanz gegeben. Wer das Gefühl hat, wertvoll zu sein, kann sich selbst und schließlich andere lieben.
Urvertrauen ist die Vorbedingung für die Entstehung einer autonomen Persönlichkeit. Autonomie bedeutet, in Liebe zu sich selbst unbeirrbar das Leben wagen zu können. Das Leben ist ein Lernprozess, es kann nicht von vorneherein perfekt sein. Wir müssen nicht nur beständig aus unseren Fehlern lernen, sondern uns diese auch verzeihen können.
Wer Urvertrauen und Autonomie hat, bleibt im Energiefluss des Lebens. Wer immer in dem Bewusstsein ist, dass Probleme dazu da sind, um gelöst zu werden, den können Schicksalsschläge weniger leicht erschüttern. Fehlentwicklungen in Geisteshaltung und Lebensführung werden dahingehend korrigiert, indem uns Probleme oder Krankheiten wiederfahren, deren Überwindung uns reifer werden lässt.
Was passiert, wenn die Entstehung von Urvertrauen und Autonomie durch ein pränatales oder frühkindliches Trauma nachhaltig gestört ist? Dann sind Angst und Hilflosigkeit gleichsam mit in die Wiege gelegt. Wie soll ein solches Kind jemals sich selbst lieben können? Ohne Liebe kann niemand leben, sie ist existenzbedingend.
Wer sich selbst nicht lieben kann, der versucht sich die Liebe über andere Menschen hereinzuholen. Dabei werden die unglaublichsten Wege beschritten.
Da gibt es den Gewalttätigen, der glaubt Liebe über Macht erlangen zu können.
Da gibt es den Konformen, der sich immer allen anpasst, bestens funktionieren will und immer bemüht ist, keine Fehler zu machen.
Schließlich gibt den hilflosen Helfer, der nicht NEIN sagen kann und ein selbstloses Leben führt. Übertriebene Hilfsbereitschaft auf Kosten der eigenen Bedürfnisse wird in unserer Kultur als Tugend gewertet. Viele Menschen leben damit auch ein von den Kirchen falsch verstandenes Christentum. Mit dem Gebot der Nächstenliebe war ursprünglich wohl gemeint, dass wir zuerst einmal uns selbst lieben müssen mit allen unseren Fehlern. Dann können wir auch unseren Nächsten zubilligen, Fehler zu machen, ohne das wir beständig das eigene Fehlen durch Projektionen in anderen bekämpfen müssen. Ohne Selbstachtung und Selbstliebe, freilich auch nicht mit Egoismus können wir keine Nächstenliebe leben.
Überkommene Verhaltensmuster über Bord werfen
„Gebähren Mäuse tatsächlich immer Mäuse?“
Man hört oft den weisen Ratschlag: „Habe Selbstvertrauen und du wirst erstaunt sein, wozu du fähig bist.“ Aber niemand sagt uns, wie man Selbstvertrauen gewinnt.
Ferner geht es auch nicht um die Gewinnung von neuen, sondern um die Sichtbarmachung von ursprünglichen Selbstvertrauen. Essentiell hat jeder von uns Selbstvertrauen. Es war uns sozusagen in die Wiege gelegt. Als wir klein waren, hatten wir noch den Mut des Kindes und es mangelte uns nicht an Vertrauen. Erst durch die Ablehnung und Kritik anderer sind wir zu dem geworden, was wir jetzt sind.
Wenn wir damals als Kinder voller Tatendrang einen Baum hinaufkletterten, sagte die Mutter nicht etwa: „Halt dich gut fest!“, sondern: „Um Himmelswillen, du fällst da runter, komm sofort zurück!“ Und plumps, unten lagen wir und die Mutter fand ihre Bestätigung.
Man soll eben nicht auf Bäume steigen, man soll sich um Gotteswillen nichts zutrauen. Und schon ist ein Verhaltensmuster in uns geboren, gefestigt durch den Schmerz, den wir nach dem Aufprall fühlten.
Auch später war uns das eine Lehre, ja keine Eigeninitiative zu übernehmen. Dabei hat es die Mutter so gut gemeint. Uns sollte um Himmelswillen nichts schlimmes passieren. Wie hätte sie anders handeln können? Schon ihre Mutter hat es nicht anders beigebracht. Und so ist sie dann auch geworden wie ihre Mutter. Auch die (Groß)Mutter hat diese Verhaltensweisen vielleicht vom ihren Eltern übernommen.
Auf diese Weise ziehen sich die gleichen Verhaltensmuster durch die Jahrhunderte und wir sind uns dessen nicht einmal bewusst. Doch jetzt ist Schluss mit. Mit unserem heutigen Wissen können wir das ändern, wir können dafür sorgen, dass unsere eigenen Kinder nicht die selben negativen Verhaltensmuster von uns übernehmen, wie wir von unseren Eltern. Wir müssen nur etwas dafür tun und zwar sofort. Packen wir´s an.
Nur die Schwachen machen ihre Herkunft, mangelndes Glück oder das Schicksal für ihr Leben verantwortlich.
Negative Gedankenmuster ablegen
„Deine eigenen Gedanken, Wünsche und Erwartungen ergeben Deine Welt.
Alles, was Dir in der Welt an Schönheit, Freude und Segen oder an Hässlichen, Sorgen und Leid begegnet, hat seinen Quell in Dir selber. Durch Deine Gedanken verschönst oder verpfuschst Du Dein Leben, Deine Umgebung und die Welt.“ (H. Th. Hamplin)
Ausgehend von der Erkenntnis, das man über den Geist den Körper beeinflussen kann, ist es an der Zeit unser Selbstbild einmal gründlich zu überholen. Viele, wenn nicht alle Krankheiten sind auf geistige Fehlhaltungen zurückzuführen, auf negative Programme, welche uns in frühen Jahren die Eltern, die Großeltern bzw. das soziale Umfeld eingeimpft haben.
Wie kann beispielsweise ein versetzungsgefährdetes Kind seinen Lernstoff bewältigen, wenn es immer wieder von der Großmutter, freilich in guter Absicht, gesagt bekommt: „Du bist dumm. Du musst mehr lernen, als die anderen. Ich konnte mir auch nie etwas auswendig merken.“
Dagegen kann bewusstes affirmatives Denken helfen, indem neue für uns akzeptablere Gedankenmuster den „Fluch“ negativer Prägungen aufhebt.
Für jeden ist es zumindest potentiell möglich, sein Denken von Grund auf zu erneuern. Destruktive Gedanken können durch schöpferisches aufbauendes Denken und Wollen abgelöst werden. Dann machen Zukunftsängste und die Schwierigkeiten des Alltags der Zuversicht, der Schönheit und der Lebensfreude Platz.
Freilich ist eine solche Wandlung nicht von heute auf morgen und schon gar nicht ohne Übung möglich. Die Reise zum glücklicheren und zufriedenen Menschen kann jederzeit beginnen, nur müßig sein darf man eben nicht. Auch hat jeder Reisende je nach der Entfernung zu seiner eigenen Mitte einen unterschiedlich langen und beschwerlichen Weg zu bewältigen. Selbst die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
Literatur: Lise Bourbeau: Dein Körper sagt „Liebe Dich“
Louise L. Hay: Heile deinen Körper Liebe deinen Körper, Stuttgart 2004.
Sich selbst aufheitern
„Beginne jeden Tag mit einem Lächeln“
Auch wenn es scheinbar nichts zu lachen gibt, ein aufgezogenes Lächeln kann Wunder wirken. Genauso, wie uns das sonnige Gemüt Lachfalten ins Gesicht zaubert, können wir auch in umgekehrter Weise durch das Hochziehen der Mundwinkel den Miesepeter in uns klar machen, das es langsam Zeit wird, wieder auf freundlichere Stimmung umzuschalten. Probieren wir es aus.
Nun wenige Minuten ein Lächeln aufsetzen, kann Wunder wirken.
Die Gesichtsfältchen beginnen sich zu glätten und alle Anspannung entweicht dem Körper. Häufig wissen wir nach einigen Minuten dann nicht mehr, dass uns eben noch traurig war. Charly Chaplin hat einmal gesagt: „Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.“
Durch Lachen, schöpft der Körper Lebenskraft. Es ist, als wenn große Tore aufgestoßen würden, die uns für einen Augenblick mit unserer Umwelt eins werden lassen. Lachen, dass weiß mittlerweile auch die Wissenschaft, aktiviert Selbstheilungskräfte.
Regelrechte Lachkurse erfreuen sich immer größer werdender Beleibtheit.
Der neuropsychologische Grund, warum wir beispielsweise über einen Witz lachen, besteht, darin, dass der rationale Teil unseres Gehirns keinen Spaß versteht und mit der Pointe am Ende des Witzes nichts anzufangen weiß. Für einige Sekunden läuft die Kontrollfunktion der linken Hirnhälfte sozusagen leer. Dabei nehmen wir die Ganzheit der in der rechten Gehirnhälfte verarbeitenden Informationen war, werden über den Alltag hinausgehoben und erleben die Welt in anderem Licht.
Dabei geraten wir in Euphorie und erfahren Momente wahren Glücks. Mit dem Lachen ist es wie mit dem Glück an sich, je öfter wir einen Moment davon erfahren, um so mehr erlangen wir es in seiner Gesamtheit.
Wir sehen die anderen so, wie wir selbst sind.
„Bevor wir den Splitter aus dem Auge unseres Bruders ziehen,
sollten wir erst den Balken in unserem eigenen Auge besehen.“ (Jesus Christus)
Wenn uns etwas an anderen stört, können wir sicher sein, darin eine unterdrückte Seite unserer eigenen Persönlichkeit entdeckt zu haben. Wer andere als „arrogant“ erlebt, wird nicht umhinkommen in sich selbst eine gewisse unterschwellige Überheblichkeit zu verspüren. Das Verhalten der anderen uns gegenüber ist nur unser eigener Spiegel. Das führte den berühmten Psychologen Carl Gustav Jung zu dem Schluss, wonach: „Alles was uns an anderen stört, hilft, uns selbst besser zu verstehen.“
Wenn uns also etwas an anderen stört, sollten wir zuerst einmal in uns selbst hineinschauen. Möglicherweise erleben wir unserer Mitmenschen dann anders, wenn wir selbst anders geworden sind. Wer sich getraut diese unschönen Charakterseiten zunächst anzusehen und dann anzugehen, der ist wahrhaftig mutig.
Eine gefährliche Bergbesteigung oder ein waghalsiges Rennen erfordern nur halb soviel Courage, zumal diese häufig genau darum unternommen werden, um nicht mit dem eigenen Selbst konfrontiert zu werden.“
Können wir von Kindern lernen?
„Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, bleibt ein Mensch.“ (Erich Kästner)
Kinder sind nicht nur lärmende, nervige und unselbstständige Plagegeister.
Das Gegenteil ist der Fall. Kinder haben das Glück, noch nicht in dem Maß von der Gesellschaft und deren Werten indoktriniert zu sein wie wir. Den Erwachsenen haben sie gewöhnlich drei Eigenschaften voraus: Neugierde, Begeisterungsfähigkeit und Vertrauen. In ihren leuchtenden Augen spiegelt sich die Weite des Horizonts und wenn einmal etwas ihre Aufmerksamkeit gefesselt hat, widmen sie sich dem voll und ganz.
Wir Erwachsenen können viel von den Kindern lernen. Wer sich zu Zeiten auf ihre Sicht einlässt und lernt die Welt durch unbefangene Kinderaugen zu sehen, wird die ungeheure Energie und Tatkraft erspüren, die ihnen zu Eigen ist. Zunächst dauern solche Momente nur wenige Sekunden. Man merkt nicht, wann sie eintreten.
Auf einmal wird einem freudig ums Herz und Euphorie macht sich breit. Der Himmel ist blauer, das Gras grüner als sonst. Man hat das Gefühl, die ganze Welt umkrempeln zu können und spürt ungeheures Vertrauen in sich selbst und zu den anderen.
Doch sobald unser Geist Wind von der Sache bekommt, verschwindet dieses Gefühl wieder, so schnell wie es gekommen ist, genauso wie eine süße Erinnerung aus fernen Tagen. Zurück bleibt die freudige Gewissheit, dass wir dieses Gefühl trainieren können und mit ein wenig Glück immer öfter und immer länger in diesem Zustand verweilen können. Trotzdem gilt: In dem Maß wie wir uns dieses Erleben herbeiwünschen und erwarten, so wenig wird es sich einstellen.
Das war es wohl, was unsern Herrn Jesus Christus zu jener denkwürdigen Aussage bewegte: „Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und wieder werdet wie die Kinder, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel gelangen!“
Denn Kinder sind für uns in ganz bestimmten Angelegenheiten das Maß aller Dinge. Kinder würden niemals freiwillig Fleisch essen; Kindern wird schlecht und übel, wenn sie Nikotin verabreicht bekommen; Kinder finden den Geschmack von Alkohol widerlich; Kinder finden den Geschmack von Kaffee abscheulich und Kinder sind von Natur aus vollkommen unvoreingenommene und unverdorbene Menschenfreunde!
Uns selbst gut behandeln
Es gibt nur ein Leben für jeden von uns: das eigene (Euripides)
Nicht selten opfern wir uns für andere auf, vielleicht in der stillen Hoffnung einmal im Bedarfsfall durch deren Hilfe Sicherheit zu gewinnen.
Wenn wir das für unsere Kinder tun, mag das noch angehen. Wenn wir das aber für Freunde und Bekannte, vielleicht noch ohne Gegenleistung tun, ist das edel und lobenswert. Wenn wir uns aber selbst dabei vernachlässigen, ist es Zeit sich einmal zu besinnen. Schließlich können wir nur geben, was wir besitzen.
Oftmals ist das sich aufopfern für andere nur ein Fluchtreflex, in erster Linie vor der eigenen Person. Wir übernehmen für alles und jedes die Verantwortung bloß nicht für uns selbst. Wir müssen lernen, für uns selbst verantwortlich zu werden und gut für uns zu sorgen.
Wir sollten uns selbst genauso behandeln, wie wir gern von anderen behandelt werden wollen. Wer sich selbst schlecht und geringschätzig behandelt, wer seine körperliche und persönlichen Bedürfnisse missachtet, sollte sich nicht wundern, wenn er auch beruflich oder privat keine Fortschritte macht. Früher habe ich den ganze Rummel um Modetrends und Outfitpflege nicht verstanden. Heute weiß ich, dass man auf sein Äußeres durchaus gewissen Wert legen und eben nicht in Jogginghose und Regenjacke durch die Stadt laufen sollte.
Wenn wir ordentliche und saubere Kleidung tragen, die uns angepasst ist, fühlen wir uns selbst nicht nur besser, sondern strahlen das auch nach außen.
Nur wenn wir uns zunächst selbst gut behandeln, gewinnen wir mit der Zeit genug Potential auch für die anderen zu sorgen. Wenn wir das nicht tun, werden wir zu hilflosen Helfern und gehen Leuten auf den Geist, die unser Engagement längst nicht mehr zu würdigen wissen.
Wie heißt es so schön: Wer sein Umfeld ändern will, sollte zunächst sich selbst verändern. Wer sich selbst verändert, dessen Umwelt wird sich auch verändern. Was wir in anderen Menschen entzünden wollen, muss erst in uns selbst brennen. Handeln wir wie Albert Schweitzer, der einmal gesagt hat: „Mit gutem Beispiel voranzugehen ist nicht nur der beste Weg, andere zu beeinflussen es ist der einzige.“
Wer wie andere sein will, vergeudet sein Leben
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.
Lebe dein Leben so wie du es für richtig hältst. Wir existieren nur ein einziges Mal in dieser Form. Darum sollten die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auch so weit wie möglich ausgereizt werden.
Am Ende unseres Leben werden wir nicht über die Dinge klagen, die wir falsch gemacht haben, sondern über jene, die wir unterlassen haben. Jede/r ist hinsichtlich seiner Persönlichkeit und Fähigkeiten einzigartig.
Wer kopiert, hat nicht kapiert, dass Potential vergeudet wird, wenn wir wie andere leben wollen.
Viele pflegen ihre Originalität nicht. Sie meinen bei den anderen insbesondere bei Freizeitpartnern und Vorgesetzten schlecht anzukommen. Das Gegenteil ist der Fall. Wer andere nur kopiert, wird niemals, und das ist die Tragödie einer Kopie, vollkommen an das Original heranreichen.
Andere zum Vorbild zu nehmen, ist in einer Kultur, die immer weniger Vorbilder hat, zunächst kein schlechter Weg um die eigene Lethargie zu überwinden. Anderen aber nachzueifern und darin liegt die Bedeutung von Eifer, kostet viel Energie. Man startet immer von einer der hinteren Positionen aus und muss schneller rennen, als die Trendsetter. Setzen wir aber eigene Maßstäbe, sind wir es, welche die Spielregeln bestimmen. Dann kann Gelassenheit bei uns einkehren.
Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter
„Man sieht nur dort etwas, wo man hinschaut und man findet nur dort etwas wo man sucht.“
(Karlfried Graf Dürckheim)
Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben. Aber wir können dem Tag mehr Leben, indem wir ihn vertiefen. Die Zeit in der unser Leben verrinnt, nimmt mit jedem Lebensjahr an Beschleunigung zu. Unendlich mag es für uns gedauert haben, bis die 8, 10 oder 12 Jahre Schule endlich vorüber waren.
Rechnen wir dagegen von der Gegenwart nur zehn Jahre zurück, wird es kaum jemand geben, dem diese Dekade auch als solche erschienen ist. Die Mehrzahl wird diesen Zeitraum als bedeutend kürzer empfunden haben. Fragt man dagegen einen 80 Jährigen wie er die letzten 30 Jahre wahrgenommen hat, wird er die gleiche Antwort geben wie er 40 Jähriger, der die vergangenen 10 Jahre beschreiben soll. Wir leben im Schnitt zwar 80 Jahre offiziell, aber dafür keine 40 real.
Die Ursache darin liegt in dem Umstand dass mit zunehmenden Alter unsere Erlebnisdichte stetig abnimmt. Für Kinder beispielsweise ist alles, was sie wahrnehmen neu und interessant, dementsprechend lange können sie bei ganz alltäglichen Dingen verweilen. Demgemäss dichtete Gottfried Keller vor nun mehr 150 Jahren: „Es blitzt ein Tropfen Morgentau im Strahl des Sonnenlichts; ein Tag kann eine Perle sein und ein Jahrhundert nichts.“
Jedes Lebewesen hat sein eigenes Zeitgefühl. Daher rührt es auch, dass uns die Fliege im Schlafzimmer immer wieder entwischt. Die Zeit vergeht für diese kurzlebigen Tierchen so schnell, dass sich die herabstoßende Fliegenklatsche für sie in Zeitlupe bewegt. Für uns ist es genau anders herum: Je mehr sich die Alltagsereignisse wiederholen je mehr Routine in unsere Handlungsabläufe hineinkommt um so mehr sinkt die Erlebnisdichte, bis wir uns am Ende gar nicht mehr die Mühe machen, bei scheinbar tausendmal gesehenen Dingen überhaupt noch den Kopf zu heben.
Damit uns überhaupt noch etwas anhebt, bedarf es immer höherer Reizschwellen, die mit immer kürzeren Erlebnisdichten einhergehen wie bei Süchtigen, die für immer weniger Rausch immer mehr Stoff benötigen. Mit zunehmenden Alter wird die Brille, mit der wir die Welt betrachten, immer trüber. Unsere Glaubens- und Erwartungshaltung bestätigt zunehmend nur noch sich selbst.
Selbst wenn wir mit der Nase daran stoßen, was wir nicht erwarten, sehen wir nicht. Es existiert für uns schlichtweg nicht. In den Logbücher großer Expeditionen wird nicht selten berichtet, das die Forscher von den entdeckten Völker, nicht zuletzt darum für Götter gehalten wurden, weil diese die Schiffe mit denen die Fremden gekommen waren, nicht wahrnehmen konnten. In ihrer kulturellen Matrix existierte weder ein Bild noch eine Metapher für große Segelschiffe. Sie sahen die Weißen zu Fuß übers Meer kommen. Mann kann eine Sache hundertmal sehen, ehe man sie richtig sieht. Wenn wir eines Tages nicht auch wie diese seltsamen Eingeborenen „wie Matz vor dem geschlossenen Tor“ stehen wollen, sollten wir schleunigst damit beginnen, unsere Wahrnehmungsfähigkeit zu trainieren.
Es gibt eine Reihe einfacher Übungen, die man zu jeder Zeit des Tages parallel zu Arbeit und Freizeit ausführen kann. Die Zeit, die wir uns dafür nicht nehmen, wird uns am Ende fehlen. Der Römische Kaiser Mark Aurel hat in diesem Zusammenhang einmal gesagt: „Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird zu leben.“ Kosten wir also jeden Tag aus wie eine süße Erinnerung, umarmen wir ihn wie eine vergessene alte Liebe. Jede Minute und jede Stunde sind unersetzlich. Das alte Goethe-Zitat: „Zierlich denken, süß erinnern, das ist das Leben in seinem Inneren“, ist aktueller denn je.
Wenn wir an unsere Stärken glauben, werden wir täglich stärker.[6]
Jedes böse Erwachen setzt einen tiefen Schlaf voraus. (Albert Einstein)
Nicht Konkurrenten und Kritiker sind unsere wahren Feinde. Es gibt kaum jemanden, der uns so schonungslos die Wahrheit ins Gesicht sagt, als sie. Unsere wirklichen Feinde sind die ängstlichen, abwertenden und entmutigenden Gedanken in unserem Inneren.
Viele Dinge über die wir uns ärgern, können wir im nachhinein nicht mehr verändern. Anstatt nun bei uns selbst oder bei anderen die Fehler für das Versagen zu suchen, sollten wir die positiven Seiten an der Sache betrachten.
Im Grunde ist jedes Unglück nur so schwer, wie man es nimmt. Nicht selten hat uns gerade das, was im ersten Moment negativ erschien, im nachhinein eine bessere Möglichkeit eröffnet, oder uns vor schlimmeren bewahrt.
Jedes böse Erwachen setzt einen tiefen Schlag voraus. Das ist auch die ursprüngliche Bedeutung des in diesem Zusammenhang oftmals gebrauchten Wortes Enttäuschung. Nur weil wir im Vorfeld getäuscht waren, ist uns dies und jenes widerfahren. Nun sind wir ent-täuscht, und sehen die Dinge endlich wie sie wirklich sind.
Wir sollten dankbar dafür sein, dass wir nun klar sehen, dass wir diese Erfahrung machen durften, denn nichts stärkt die eigene Souveränität so sehr wie durchstandene Krisen.
Wer immer auf die Dinge schaut, die er glaubt nicht oder schlechter als die anderen zu können, der verbaut sich den Blick auf seine Stärken.
An unseren Schwächen können wir immer noch arbeiten, wenn es an der Zeit ist. Sich zu sehr mit ihnen zu beschäftigen bedeutet, das zu vernachlässigen, was keinen Aufschub duldet.
Wir sollten uns daher im Zweifelsfall auf unsere Stärken konzentrieren und unsere Schwächen vernachlässigen. Wer seine Schwächen ausmerzen will, verliert Zeit und Energie. Wer dagegen seine Stärken ausbaut, gewinnt mit jedem kleinen Erfolg mehr und mehr Selbstvertrauen. Je mehr Selbstvertrauen man gewinnt, desto unbedeutender werden die Schwächen. Ein Blick in die Runde genügt. Es gibt kaum jemanden ohne Schwächen. Gerade jene, die vor Selbstbewusstsein strotzen, sind sich am wenigsten ihrer Schwächen bewusst.
Einkehr halten Das Leben neu ausrichten
„Ein unerwartetes Ereignis kann ein wichtiger Hinweis darauf sein,
sich auf seine Ziele zu besinnen und das Leben neu zu ordnen.“ (I-Ging)
Wenn es mit uns voran geht, nehmen wir den Erfolg gewöhnlich als gegeben hin. Wir schreiten weiter und weiter, obwohl es manchmal von Vorteil ist, gerade am Höhepunkt einer Entwicklung, in dem Moment da alles am besten läuft, die Segel zu streichen und alle Aktien zu verkaufen. Selten haben wir dafür Einsicht, obwohl wir wissen, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen. Wenn es dann aber zu einer oder mehreren Erschütterungen kommt, dann ist guter Rat teuer.
Darum sollten wir „bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist“, immer einmal die Zeit nehmen, in uns hineinschauen und Bilanz ziehen über unser bisheriges Leben:
Was haben wir vollbracht? Inwieweit sind Ziele erreicht, Lebensträume ausgelebt worden? Nutzen wir unsere Fähigkeiten voll aus oder sind wir beruflich zur falschen Zeit am falschen Ort. Haben wir wirklich Spaß an dem, was wir tun oder nehmen wir uns kaum noch Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben? Inwieweit sind wir auch für die anderen da und was bedeuten wir ihnen?
Es sollte uns immer klar sein, dass w i r immer etwas verändern können. Wir müssen unser Leben endlich selbst in die Hand nehmen, anstatt beständig auf bessere Zeiten zu warten oder darauf zu hoffen, das andere etwas für uns tun.
Ändern wir zunächst das, was am meisten stört. Das kann das hässliche aber wertvolle alte Bild über unserem Bett sein. Schon im Beginn liegt ein Segen.
Wir müssen uns überwinden, auch wenn das im ersten Moment unangenehm sein mag und zunächst alles schlechter zu laufen scheint. Jedes neue Leben ist wie eine alte Uhr. Es braucht eine Weile bis es sich einpendelt.
Neid bringt Leid
Es gibt nur ein Leben für uns, das eigene. (Euripides)
Die anderen sind scheinbar erfolgreicher und glücklicher als wir, wie schön für sie. Freuen wir uns für die anderen, freuen wir uns darüber das wir jemanden kennen die so eine hohe Position hat oder der so und so erfolgreich ist. Das ist deren Leben.
Uns ist vielleicht besseres bestimmt, wer weiß das schon zu sagen. Anstatt aber nun dazusitzen und die anderen zu beneiden, sollten wir auf den eigenen Teller schauen.
Welche Fähigkeiten und Begabungen haben wir und wie können wir das beste daraus machen? Vielleicht kommt es uns eines Tages zustatten, dass wir jemand kennen, der diese oder jene Position bekleidet. Kontakte sind bekanntlich alles.
Wenn man neidisch wird, weil die eigenen Bemühungen erfolglos geblieben sind, ist das verstehenswert. Auf der faulen Haut liegen und mit Neid auf die Erfolge der Nachbarn blicken, das ist bedauernswert.
Wissen statt Glaube
„Das Traurige an Selbstzweifeln ist, das gerade die falschen Leute sie haben.“
Unser Herr Jesus Christus lehrte in der Bergpredigt: „Sobald ihr nur soviel Glauben habt wie dieses Senfkorn hier, so könnt ihr zu diesem Berg da sagen: Hebe dich von hinnen. Und er wird sich heben.“
Ebenso ist es auch mit unserem Glauben bestellt. Er bestimmt unsere Kräfte und Fähigkeiten. Wenn es gelänge, einem Radprofi zu suggerieren, es mangle ihm an Gleichgewicht, um dieses Rad zu besteigen. Nichts in der Welt ihn kann dazu bringen auch nur wenige Meter damit zu fahren. Wenn ich glaube, etwas zu können, so bin ich mir dessen nicht zwangsläufig sicher. Wenn ich das aber weiß, das ich das kann, wer soll mich je davon abbringen.
Das große Glück finden in den kleinen Momenten des Alltags?
Viele suchen das Glück, wie sie einen Hut suchen, den sie auf den Kopfe tragen.
(Nikolaus Lenau)
Es gibt Menschen, die verbringen ihr Leben damit, auf das Glück zu warten.
Sie glauben, es gebe eines Tages einen großen Schlag und von da an würde alles anders sein. Das ist auch der Grund, warum so viele Menschen Lottospielen. In Wahrheit kann man vom Großen Glück an sich nicht sprechen. Viel eher ist Glück oder Erfülltheit etwas, dass sich mit der Zeit aufbaut, dass sich zusammensetzt, aus vielen kleinen als „glücklich“ erlebten Momenten.
Anstatt nun vom großen Gewinn zu träumen, sollten wir viel lieber den kleinen Geschenken des Alltags Raum geben, indem wir wieder lernen sie wertzuschätzen.
Bestimmte Dinge, die wir verinnerlicht haben, an die wir uns gewöhnt haben, verlieren mit der Zeit an Wert. Das ist auch der Grund, warum einmal erfüllte Wünsche selten lange vorhalten und beständig neue Wünsche erzeugen. Dabei ist das gute doch so nah: Jeder Tag an dem wir am Leben sind, an dem Frieden herrscht, an dem die Sonne scheint, ist ein Geschenk Gottes.
Stattdessen langweilen wir uns. Doch die Langeweile, die wir bestständig totzuschlagen suchen, hat ihre Ursache gerade in unserem Beharren auf der Wiederholung vergangener Glücksmomente.
In erster Linie ist es unsere Entscheidung, ob wir im Leben zu den Glückskindern oder zu den Unglücksraben gehören.
Wir sehen immer nur das, was wir erwarten. Wenn wir uns immer vom Pech verfolgt glauben, werden wir solches anziehen. Je mehr wir aber nach dem Schönen und Guten Ausschau halten umso mehr werden wir es finden bzw. erleben.
Es gibt keinen Rechtsanspruch auf das Glück. Wir haben keinen Einfluss auf das Kommen und Gehen der Glücksgöttin und wo sie einmal verweilt, da bleibt sie nicht lange. Dennoch können wir bestimmte Dinge in unserem Leben so verändern, dass wir gewissermaßen dem Glück Bahn schaffen, das Kommen der Erfülltheit wahrscheinlicher machen:
Zunächst gilt es, das Glück sichtbar zu machen, das bereits an uns haftet. Eine Liste mit all den Dingen, die uns Freude machen und bei deren Ausübung wir uns wohl fühlen, kann da schon Wunder wirken.
An jedem Tag sollte es für uns ein Stündchen geben, an dem wir das tun, was uns gut tut, was wir gern tun und was uns voranbringt. Auch aufmunternde Musik kann uns dabei Laune machen.
Laotse empfahl bereits vor 2600 Jahren: „Lege dir jeden Tag für deine Sorgen eine halbe Stunde zurück. Und in dieser Zeit mache ein Schläfchen.“
Ferner sollten wir vermehrt Zeit mit Menschen verbringen, die uns wichtig sind oder die lustig sind. Es gibt wohl nichts, was uns am Ende unseres Lebens so wichtig erscheinen wird wie der Grad unserer Beziehungen zu anderen Menschen. Freundschaften machen das Leben lebenswert.
Es heißt, wer nur einen einzigen Freund hat, der ist wahrhaft reich. Jede Woche, in der nicht mindestens eine vergnügte Runden mit Freunden, eine gemeinsame Unternehmung stattfindet ist verloren.
Dabei dürfen wir nicht empfindlich oder nachtragend sein, wenn wir zunächst mehr auf die anderen zugehen müssen, als diese auf uns. In dem Zusammenhang sagte Voltaire vor über 200 Jahren: „Das erste Gesetz der Freundschaft lautet, dass sie gepflegt werden muss. Das zweite lautet: Sei nachsichtig, wenn das erste verletzt wird.“
Wie Wünsche Wirklichkeit werden
„Um was ihr auch bitten mögend in eurem Gebet.
Glaubet nur, dass ihr es empfangen werdet,
so wird es euch werden.“ (Jesus Christus)
Erfüllt leben, bedeutet nicht, alle Wünsche erfüllt zubekommen. Wer seine Wünsche einfordert, macht sich zum Opfer, denn unerfüllte Wünsche führen zu Enttäuschung und Frust. Demnach sollten wir nicht aufhören zu wünschen, sondern aufhören zu fordern.
Es gibt eine Methode, den Wünschen ein klein wenig nachzuhelfen:
Sobald uns etwas ungemein anspricht und wir wollen es unbedingt besitzen, so lassen wir zunächst die Regung in uns aufflammen und geben uns hemmungslos dem Begehren hin. Dann aber nehmen wir Abstand davon und hören auf, uns weiter mit dem Wunsch nach Befriedigung zu beschäftigen.
Wir haben diesen Wunsch sozusagen beim Universum angemeldet, indem wir uns mit unserem ganzen Sein dem augenblicklichen Verlangen geöffnet haben. Sobald wir aber weiter in froher Vorfreude schwelgen oder versuchen, das Gewünschte zu beschaffen, zerstören wir den größten Teil der Aussichten, mühelos und unverhofft zum Ziel zu gelangen. Unsere Phantasien und Wachträume verfälschen den Informationsfluss um den wahren Tatbestand. Gerade jetzt bedarf es eines klaren wunschlosen Blickes auf das nicht erfüllte Begehren, um die Kräfte unserer unwillkürlichen Intelligenz zu mobilisieren. Das Geheimnis des Wünschen besteht darin, dass gerade in dem Moment, wo wir das Begehren aufgeben, der Grundstein für dessen Erfüllung gelegt wird. So handeln wir durch Nichthandeln.
Problemmanagement - Lebenskrisen durchstehen
Tue erst das Notwendige, dann das Mögliche und plötzlich schaffst du das Unmögliche (Franz von Assisi)
Keine Situation ist so aussichtslos, dass dafür keine Lösung gefunden werden könnte. Spätestens nachdem wir nächtelang wachgelegen und uns sorgenvoll den Kopf zerbrochen haben, wird es Zeit, die ganze Geschichte in höhere Hände zu übergeben. Bitten wir doch das Universum um Hilfe. Was haben wir schon zu verlieren.
Dabei konzentrieren wir uns zunächst einige Minuten auf das jeweilige Problem vor dem wir Angst haben. Dabei malen wir nicht etwa aus, was passieren oder wie die Situation schlimmstenfalls eskalieren kann, sondern wir besehen die Sache möglichst wertfrei als das, was sie ist. Dann legen wir die Angelegenheit in die Hände des Universums und bitten um Auflösung der Verstrickungen. Diese Übung wiederholen wir einige Tage lang und lassen uns überraschen.
Dasselbe können wir auch tun, wenn wir einem Spezialisten, vielleicht einem Rechtsanwalt eine haarige Angelegenheit übertragen haben. Mit der Übergabe des Falls erlischt das Problem für uns. Wir sollten uns von nun an nicht mehr darum kümmern und schon gar keine Sorgen machen. Jede Art von negativer Energie die wir fortan noch in die Sache investieren, legt sich wie eine dunkle Wolke auf den Sachverhalt und unsere Belange darin. Das lähmt die mit der Auflösung desselben befassten Energien, sei es die des Rechtsanwalts oder die des Universums.
Auch dass I-Ging -ein Weisheitsbuch aus dem alten China- weis Rat bei Lebenskrisen. Die Asiaten sehen in Problemen eine willkommene Gelegenheit zum Selbstcoaching, wonach jedes äußere Hindernis dazu einlädt, den Blick nach innen zu richten, um dort nach der wahren Ursache zu suchen. Ein unerwartetes Ereignis ist für sie ein wichtiger Hinweis darauf, das es nun an der Zeit ist, sich auf seine ursprünglichen Absichten zu besinnen und das Leben neu zu ordnen. Sie glauben fest daran, dass, wenn man in schwierigen Situationen inne hält und sich auf seine Ziele zu besinnt, die vorhandenen Hindernisse von selbst verschwinden.
Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, innerlich fest zu bleiben und die anstehenden Pflichten mit Hingabe zu erfüllen. Das bedeutet, wir konzentrieren uns immer auf das, was wir gerade tun. Fehler können wir uns in solchen Phasen am wenigsten erlauben.
Probleme können nur fortbestehen, wenn sie nicht richtig verstanden worden sind.
Im Verstehen, im wirklichen Erfassen des Problems ist bereits die Energie enthalten, die es zerstört, für alle Zeiten.
Wie ist das möglich? Es ist kaum zu glauben, aber mit der Fähigkeit des intuitiven Verstehens, des umfassenden Erkennens komplexer Sachverhalte. könnten wir alle unsere Probleme auf der Stelle lösen, wenn wir dies nur zuließen.
Im kollektiven Unbewussten und somit auch in uns ruht der Erfahrungsschatz der gesamten Menschheitsgeschichte. Genauso wie wir die verwinkelten Gassen der Altstadt auf einem Stadtplan sofort und in allen Einzelheiten überschauen, so wären wir auch imstande alle übrigen Erscheinungen des Lebens sofort und umfassend zu verstehen.
Es würde nur eines erfordern, nämlich mehr Aufmerksamkeit und ein größeres Interesse an allen Vorgängen rings um uns herum.
Stattdessen verkrüppeln wir unsere Wahrnehmung mit stereotypen Schauen, und lassen unsere Gehirnzellen verkümmern. Damit richten wir nicht weniger Schaden an, als mit regelmäßigen Alkoholischen Exzessen.
Wer diese Zusammenhänge nicht nur gelesen, sondern verinnerlicht hat, kann sich getrost in allen Lebenslagen auf diese intuitive Intelligenz verlassen und brauch sich nicht mehr um die Zukunft zu sorgen.
Sobald unsere Aufmerksamkeit an den Vorgängen um uns herum wieder nachlässt, sobald wir wieder wegschauen, geht der ganze Zirkus von vorne los und wir geraten wieder in das Gefängnis unserer begrenzten Wahrnehmung.
Gegen das Grübeln
Vergangene Schmach, erlittene Ungerechtigkeiten und bittere Niederlagen können uns nur belasten, wenn wir sie in Gedanken immer wieder aufwärmen. Wir müssen sie loslassen, sonst behindern sie unser Fortkommen.
Versagen ist eine Illusion. Sie existiert nur in unseren Köpfen und nicht in der Realität. Dort gibt es nur Ergebnisse, ob oder wie wir diese bewerten, ist bereits der Beginn von Illusion.
Fühlen und Handeln werden in erster Linie durch unsere Gedanken bestimmt.
Als Schöpfer unserer Gedanken haben wir immer die Wahl, welchen Gedanken wir nachhängen und welchen nicht. Aus diesem Grund sollten wir versuchen, unsere Gedanken es sind etwa 100.000 am Tag- lediglich zu beobachten. Dabei pflegen wir jene, die uns hilfreich sind. Die belastenden Gedanken lassen wir dagegen einfach ziehen, nachdem wir sie kurz wahrgenommen haben.
Literatur: Dave Carnegie: Sorge Dich nicht lebe! Die Kunst zu einem von Ängsten und Aufregungen befreiten Leben zu finden. München, 1984.
Mit Demut gegen Traurigkeit
„Gefrohrne Tropfen fallen von meinen Wangen ab.
Und ist´s mir denn entgangen, dass ich geweinet hab?
Ei Tränen, meine Tränen und seid ihr gar so lau,
dass ihr erstarrt zu Eise wie kühler Morgentau?
Und dringt doch aus der Quelle, der Brust so glühend heiß,
als wolltet ihr zerschmelzen des ganzen Winters Eis.“
Traurigkeit kann manchmal heilsam sein. Friedrich Nietzsche sagte einmal, dass ihm der Gedanke an Selbstmord oftmals schon geholfen habe, manche dunkle Nacht zu überstehen. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass sich der eigenen Traurigkeit zuzeiten nur mit Demut begegnen lässt.
Jeder von uns ist ab und an einmal traurig, vornehmlich im Spätherbst oder an kalten und trüben Nebeltagen, wenn die Lebensenergie im Keller ist.
Die organischen Auswirkungen von Traurigkeit und nicht zuletzt von Depression bestehen in einem Energiemangel des Körpers. Das ist auch der Grund, warum schwer Depressive an manchen Tagen nicht aus dem Bett kommen.
Der gedankliche Treibstoff der mentalen Talfahrt besteht im Grübeln. Wer seine Traurigkeit einfach hinnimmt und sie als vorrübergehendes Tief erfasst, wird in der Regel schneller darüber hinweg kommen, als jemand der grübelt und so seiner Traurigkeit immer wieder neue Substanz zuführt.
Die Indianer Nordamerikas glauben, dass beständiges Ausgelassensein ebenso schädlich sei, wie fortwährende Traurigkeit. Nach ihrer Ansicht sollten sich freudige und traurige Momente die Waage halten. Bei allzu großer Freude sollte ein trauriges, bei tiefer Trauer ein freudiges Gesicht angeschaut werden. Das ist leicht gesagt, wenn dem Traurigen -in seiner Gedankenstarre- solche Tricks selten einfallen.
Ich selbst habe früher meine Traurigkeit mit Traurigem geheilt. Am liebsten las ich dann die melancholischen Gedichte von Wilhelm Müller, einem vergessenen Star der deutschen Romantik. Jeder kennt seine später von Franz Schubert vertonten Lieder vom „Brunnen vor dem Tore“, von der „Forelle“ oder „Das Wandern ist des Müllers Lust.“ Er konnte nicht spielen und nicht singen, doch wenn er dichtete, dann war es, als spiele, tanze und singe er zur gleichen Zeit. Leider war Wilhelm Müllerr nicht immer so ausgelassen. Eine unglückliche Liebe scheint ihn am Ende zu Grunde gerichtet zu haben.
Der Gedichtzyklus „Die Winterreise“, die er wohl während dieser Zeit geschrieben hat, gehört zu den besten und erhabensten, was je an deutschen Gedichten geschrieben worden ist. Wenn ich sie lese, werde ich zunächst tieftraurig, doch dann spüre ich die Energie dieser unsterblichen Worte und erwache zu neuem Leben.
Ich erkenne dann, dass neben der Allgemeingültigkeit und Zeitlosigkeit dieser gewaltigen Zeilen alle meine Probleme zur Bedeutungslosigkeit verblassen. Sofort hat der Winter in mir ein Ende, während er für den rastlos durch den Schnee stampfenden Liebeskranken weitergeht bis zum bitteren Ende.
Warum sind diese vergessenen Gedichte heute noch genauso relevant wie vor 200 Jahren? Es liegt wohl an den vergleichbaren gesellschaftlichen Umständen heute und zur Zeit des Dichters.
Einsam und orientierungslos irrt der Mensch der Moderne umher. Seine alten Werte gelten nicht mehr und neue finden sich nicht. Er muss sich mit dem Verlorenen aussöhnen und dabei gleichzeitig neue Wege suchen. Wehmütig schaut er zurück auf die Tür die sich gerade geschlossen hat und verpasst dabei jene, die sich soeben für ihn öffnen. Die Tragik an der ganzen Geschichte liegt also nicht in der Ausweglosigkeit, sondern darin, dass der Depressive sein Umfeld nicht mehr wahrnimmt.
„In die tiefsten Felsengründe lockte mich ein Irrlicht hin.
Wie ich einen Ausweg finde, liegt nicht schwer mir in dem Sinn.
Bin´s gewohnt, das Irregehen, s`führt ja jeder Weg zum Ziel.
Unser Hoffen, unser Wehen alles eines Irrlichts Spiel.
Durch des Bergstroms trockne Rinnen wind ich ruhig mich hinab.
Jeder Strom wird’s Meer gewinnen, jedes Leiden auch ein Grab.“
Die Macht des Unbewussten
„Das Unbewusste ist so unbewusst nicht wie man gemeinhin annimmt.
In unseren Träumen steigt jede Nacht unbewusstes empor, dass sich uns mitzuteilen will.“
Legen wir einmal die Hand aufs Herz. Für viele unserer Taten könnten wir, im Zweifelsfall kein Motiv nennen. Die Triebfedern unseres Handelns sind vielfach unbewusst. Sie werden diktiert von längst vergessenen, verdrängten Erinnerungen.
Die Psychotherapie sieht das Unbewusste als eine Art Keller in unserem Kopf, den wir normalerweise nicht betreten können. Der Volksmund nennt das Unbewusste auch Unterbewusstsein und meint damit nicht oder nur schwer zugängliche Erfahrungen aus der Vergangenheit.
Alles was bewusst erlebt wird, alles, womit sich unser Verstand auseinandergesetzt hat, findet sich mittels neuronaler Verknüpfungen im Gehirn wieder und liefert die Basis für unsere Ängste.
Furcht resultiert stets aus Erinnerung. Ohne den Niederschlag negativer Erfahrungen im Gehirn, besäßen wir die Fähigkeit zur Furcht überhaupt nicht. Es ist dann wie in dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm „Von Einem der auszog, um das Fürchten zu lernen.“ Was man nicht kennt, vor dem graut es auch nicht.
Intensiv schmerzhaft erlebte Dinge, welche das Gehirn zwangsläufig aufzeichnet, kommen erst gar nicht ins Wachbewusstsein, sondern werden sofort ins „Unterbewusstsein“ verdrängt. Von dort aus blockieren sie die Tätigkeit mehr oder minder großer Hirnareale. Sie senden ununterbrochen Hilferufe und beeinflussen so unterschwellig unser Wachbewusstsein, indem sie über angsterzeugende Mechanismen die Frequenz unserer Intuition überlagern. Jeder von uns hat mehr oder minder viele solcher „Leichen im Keller“ und nicht nur das.
Mittels - Erziehung genannter- Prägung und Konditionierung des Verhaltens unserer Kinder, kann das -aus verdrängten Erinnerungen resultierende- Zwangsverhalten teilweise vererbt werden. Für Eltern und Großeltern, die als Kinder in dem Bombenkellern des Zweiten Weltkrieges um ihr Leben zitterten, ist (Todes)Angst bis heute ein wesentliches Handlungsmoment geblieben. Allerdings kennen die wenigsten von ihnen, die wirkliche Ursachen jener plötzlichen Angst, die über sie kommt, wenn sie im Fernsehen etwas negatives hören oder fürchten, in ihrem Schlafzimmer das Opfer eines Drogenkartells zu werden. Wir Jüngeren schmunzeln dann über die alltäglichen kleinen Ängste der älteren Generation.
Leider ist die Sache todernst. Auch wenn die Jüngeren keinen Bezug zu Kriegs- und Vertreibungsbedingten Traumata mehr haben, eines ist ihnen wohl bekannt, die als wohlwollende Erziehung genannte Folter und die daraus resultierenden tiefen seelischen Verletzungen.
Die Erziehung hat unser Gehirn dermaßen konditioniert, dass jede Erfahrung, die nicht mit den Gesetzen, der Ethik und der allgemeinen gesellschaftlichen Normen konform geht, auf der Stelle verdrängt wird.
Sie bleibt unterhalb der Bewusstseinsschwelle. Das funktioniert so: Wenn uns zum Beispiel ein äußerer Reiz erreicht, löst er in uns eine Reaktion aus. Sobald dieser Reiz jedoch Saiten in uns anklingen lässt, wo wir meinen, ausweichen zu müssen, gelangt dieser erst gar nicht an die Oberfläche und wir nehmen das Ganze überhaupt nicht wahr. Höchstens verwundert es uns, wenn wir „unbewusst“ anfangen zu wippen oder an den Fingernägeln zu kauen. Trotzdem beeinflussen solche unbewussten, traumatischen oder nonkonformen Gedächtnisinhalte im wesentlichen unsere Entscheidungen.
Wir folgen dann einem Impuls von dem wir nicht wissen woher er gekommen sein mag und können nicht erklären, weshalb wir diese Entscheidung getroffen haben. Vielfach werden so diktierte Handlungen der Intuition zugeschrieben. Dabei ist es in Wahrheit keine Inspiration, sondern das Ticken von Zeitbomben im „Unterbewusstsein.“
Um in den schwer zugänglichen Keller des „Unbewussten“ vorzudringen, müssen wir damit beginnen, unsere Moral- und Wertvorstellungen zu revidieren. Man hat uns immer eingeredet, wir bräuchten Maßstäbe, wenn wir im Leben zurechtkommen wollten.
Wir wurden von Anfang an darauf getrimmt, uns an gewissen Vorgaben zu orientieren. Wir konnten uns nie ein eigenes Urteil bilden.
Freilich kommt man nicht umhin, wenigstens einige der wichtigsten Grundsätze der Gesellschaft ernst zu nehmen. Sobald wir aber erkennen, wo und wie sehr wir manipuliert werden und wie fremdbestimmt unser Handeln tatsächlich ist, wird allein schon diese Erkenntnis uns von der Diktatur der Triebkräfte befreien.
Die Ängste hinter uns lassen
„Nicht weil es so schwer ist, wagen wir es nicht. Sondern weil wir es nicht wagen, ist es so schwer.“
Um Selbsterkenntnis gewinnen zu können, müssen wir uns zunächst selbst erfahren. Sich einer Angst zu stellen, sie zu sehen, ist die beste Selbsterfahrung, weil wir dann beobachten können, wie die Angst unser Verhalten beeinflusst, wie wir versuchen, unsere Vermeidungstechniken vor uns zu rechtfertigen.
Im Grunde ist es nur Angst, die Aggressionen weckt oder dazu bringt, vor anderen anzugeben. Die Angst ist es, die es durch besonders mutiges Auftreten zu verscheuchen gilt. Die Erfahrung der unangenehmen Angst, das ihr nicht auszuweichen können, das bringt uns in unserer Selbsterkenntnis weiter.
Alle sind gute Menschenkenner, wenn es um andere geht, aber bei sich selbst versagen sie. Sie sehen nicht den Balken im eigene Auge, sehen nicht die eigene Angst als Grundmotiv für ihr Verhalten.
Der erste Schritt der Angstbewältigung besteht darin, die eigenen Ängste überhaupt erst einmal zu bemerken. Den anderen haben wir viel vorgemacht. Machen wir wenigstens uns selbst nichts vor. Wer sich selbst ständig belügt, kann nicht wirklich selbstbewusst auftreten. Er kann die anderen vielleicht damit täuschen, aber immer mit der Angst im Nacken dass vielleicht eines Tages jemand kommen wird, der ihm die Maske plötzlich vom Gesicht reißt.
Am Anfang gilt es, die eigene Angst auszufühlen. Was steht hinter der Angst.
Wer die Ursache für seine Angst beseitigt, dem wird sie genommen.
Erfolglosigkeit ängstigt nur den, der Erfolge erhofft. Man muss sich also von seiner Erfolgserwartung befreien.
Lasst eure Kritiker ruhig kritisch sein. Das ist ihr Problem. Kritik kann man nicht vermeiden. Also nehmen wir sie hin, ohne dagegen anzugehen. Kritik ist eine gewisse Form von Anerkennung. Fordert Kritik heraus und freut euch über sie und sofort ist die Angst verschwunden.
Warum soll man nicht einmal sexuell versagen? Wer sich das Versagen gönnt, es genießt, der wird die Quellen seiner wahren Empfindungen entdecken.
Vielleicht brauchen wir auch das Versagen? Vielleicht finden wir dabei etwas wichtiges heraus. Vielleicht erkennen wir darin eine Weiche an unserem Lebensweg. Vielleicht eröffnet sich durch das scheinbar zwangsweise Einschlagen einer neuen Richtung ein neues Umfeld, ein anderer Beruf, ja eine ganz andere Welt, in die wir viel besser hineinpassen.
Wer sich von etwas trennen kann, ohne ihm nachzutrauern, ist reich. Er gewinnt im aufgeben. Wirklicher Luxus ist, ein sehr gutes Angebot ruhigen Gewissens ablehnen zu können. Darum verliert was euch lieb und teuer ist, verliert euren Partner, habt Mut ihn loszulassen. Verliert ihn täglich neu, lasst ihn sich entfalten, damit ihr ihn verlieren könnt. Das hat weniger mit physischer Trennung, als mit mentaler Loslösung zu tun. Wer sich mental von jemandem oder von etwas zu trennen vermag, der wirkt den Ursachen der wirklichen Trennung entgegen. Wer aber aus Trennungsangst den Partner umso fester hält, wird diesen irgendwann so einengen, dass sich der Partner eines Tages von ihm befreien muss.
Selbstsicherheit breitet sich erst dann in der Seele aus, wenn wir uns innerlich so sicher sind, dass nichts uns Angst machen kann, weder ein anderer Mensch, noch eine Situation, weder eine Zukunftserwartung noch eine Religion. Wenn uns im Straßenverkehr plötzlich die Vorfahrt geschnitten wird, erschrecken wir freilich, das ist normal, aber kurz darauf ist das Gemüt wieder beruhigt wie ein stiller Bergsee.
Da wird man gefragt: Wie werde ich selbstsicherer? Was tue ich gegen meine Angst, von den anderen abgelehnt zu werden, weil ich nicht witzig sein kann. Warum bin ich bin bei Gesellschaften innerlich so verkrampft?
Wie kann ich Selbstsicherheit gewinnen, wenn Angst da ist. Ein Sprichwort sagt: „Das Traurige an Selbstzweifeln ist, dass die falschen Menschen sie haben.“ Ausgerechnet schöne Menschen sind oft sehr unsicher, fürchten nicht schön genug zu sein. Besonders intelligente Menschen kann man leicht durch einen kritischen Einwand aus der Fassung bringen. Es ist nicht so, dass sie ihre Intelligenz nicht fühlen würden. Sie legen besonderen Wert darauf, wollen diese bemerkt und geschätzt wissen.
Gerade unsere Stärken sind oft Ursprung von Ängsten und Unsicherheiten.
Wir sind oftmals so abhängig vom Lob, dass wir Kritik und Abwertung nicht ertragen können. Unser Selbstbild braucht die Anerkennung der Umgebung wie eine Pflanze die Sonne. Das Bild, dass wir von uns geschaffen haben bzw. das die anderen von uns haben sollen, muss in Form von Anerkennung zu uns zurückhallen, sonst verpufft es.
Wird dagegen an unserem Selbstbild gesägt, wird uns gleichsam Lebensenergie abgezweigt. Das ist der Grund, warum es manchem ein diebisches Vergnügen bereitet, andere zu kritisieren, gerade an der empfindlichen Stelle.
Wo wir glauben unsere Stärke zu haben, gerade da sind wir am empfindlichsten. Auch der Kritiker sollten den Balken im eigenen Auge sehen und bedenken, dass: alles, was ihm an anderen stört, ihm hilft, sich selbst besser zu verstehen.
Wirkliche Stärke verursacht keine Probleme. Das Ego konzentriert sich nicht auf das was es hat, sondern stets auf das, was ihm fehlt. Darin liegt eine der Ursachen für mangelnde Selbstzufriedenheit. Ist der Wunsch einmal erfüllt, gewöhnt man sich schnell daran und das mühsam Erreichte verliert an Wert. Darum gebiert ein erfüllter Wunsch, dass wusste schon Wilhelm Busch, ständig neue.
Mit Wünschen und Ängsten im Schlepptau kann niemals Selbstsicherheit entstehen, sosehr auch Individualität, Fähigkeit, Talent und Leistung sich ausprägen mögen. Selbstsicherheit beginnt erst dann, wenn jemand sich entwickelt, ausreift, Begabung entfaltet, sich von den anderen abhebt, ohne dabei sein Ego beachtet wissen zu wollen.
Wo kein Geltungsstreben ist, kann keine Angst entstehen. Wer lediglich selbstbewusst sein will, wer angstfrei wirken will, um anderen überlegen zu sein, der wird am Ende scheitern. Wenn jemand uns beständig erzählt, angstfrei zu sein, können wir sicher sein, dass er mehr denn je von Angst beherrscht wird. Oft werden vor anderen gerade jene Aspekte hervorgehoben, bei denen das größte Defizit besteht. Gerade jene, die so cool wirken, sind die wirklichen Angsthasen. Neben einer nach außen getragenen Überheblichkeit aus Minderwertigkeitskomplexen heraus, gibt es noch eine Überheblichkeit aus Dummheit.
Es gibt Zeitgenossen, die nur deshalb keine Angst haben, haben weil sie die Gefahren dessen, was sie gerade zu tun beabsichtigen nicht kennen, die bei Nacht furchtlos in einen Pool springen, ohne zu wissen, dass er ohne Wasser ist.
Selbstsicherheit und damit Angstfreiheit tritt dann ein, wenn eine Bedingung erfüllt ist: Losgelöstheit von allen anderen außer dem Selbst. Loslassen führt zur Gelöstheit. Erst in völliger Gelöstheit entsteht Angstfreiheit.
Die Blume am Wegesrand macht sich keine Gedanken über die Kommentare der Betrachter. Sie entfaltet ihre Blätter auch dann, wenn eine Gewitterfront in Anmarsch ist. Widerstandslos und ohne in Erwartung des nahenden Unheils innerlich verkrampft zu sein, lässt sie sich mit dem Winde gehen und verliert eben darum kein Blatt. Was würden wir an ihrer Stelle tun?
Zunächst drehen und winden wir uns, um dem herannahenden Unheil zu entkommen. Nach der Feststellung, dass wir nicht entfliehen können, weil wir angewachsen sind, verfallen wir in Panik. Anstatt ganz locker zu werden und ohne Anspannung zu bleiben, ziehen wir uns zusammen und nehmen eine „sichere“ Position ein. Zunächst erfolgreich, gelingt es den Windböen auszuweichen. Wir optimieren unsere Position noch einmal und verlagern unser Schwergericht nach der anderen Seite. In dem Moment fährt eine gewaltige Böe unter die Gräser und wir verlieren Kopf und Kragen.
Neben dem Streben nach Glück, ist es die Angst vor Verletzung und Tod, die uns umhertreibt und zum Affen macht. Auch hier können wir von der Blume lernen.
Die Blume fürchtet weder Verletzung noch Tod. Sie weiß, dass an ihrer Stelle im nächsten Jahr neue Blumen entstehen werden.
Dagegen ist einzuwenden, dass Menschen und Blumen grundlegend verschieden sind. Blumen haben kein Bewusstsein. Ohne Nervenbahnen können sie keinen Schmerz empfinden. Das dachte auch jener amerikanische Kriminalbeamte, der einmal aus langer Weile heraus seinen Lügendetektor an einer Zimmerpflanze getestet hatte. Allein der Gedanke, sein Feuerzeug an ein Blatt zu halten, ließ sofort die Anzeige seines Gerätes nach oben schnellen. Die Zimmerpflanze war empfindsamer als gedacht. Sie konnte seine Gedanken lesen.
Selbstfindung heißt Selbstentfaltung
„Wenn du die Wahrheit nicht da finden kannst, wo du bist,
wo sonst glaubt du sie finden zu können.“ (Dogen Zenji)
Viele Menschen befinden sich gerade in einer Phase der Selbstfindung.
Sie suchen und suchen, lesen dies und das, gehen zur Lebensberatung oder schließen sich vielleicht einem geistigen Führer an. Andere sollen finden, was sie selbst nicht vermögen.
Dabei ist mit einem Blick in den Spiegel schon viel getan. Wenn ich selbst vor mir stehe, wozu soll ich mich dann noch selbst finden? Das Problem ist also nicht das Selbstfinden, sondern das Selbst erkennen.
Durch Konditionierung und Prägung, durch seelische Verletzungen aus Kindertagen oder die Pflicht anderen gefallen zu müssen, ist der Brunnen unseres Selbst mit allerlei Unrat verschüttet. Wir müssen erst einmal den ganzen Schutt von Lüge und Abwehrhaltung wegräumen, damit unser Selbst sichtbar wird. Dann wissen wir, wer wir sind und was unsere Bedürfnisse sind.
Die meisten Menschen erfüllen die Bedürfnisse anderer, von denen sie meinen es wären die eigenen. Sie kaufen Dinge nur deshalb, um im Trend zu liegen. Sie tun dies und jenes, bloß um anderen zu gefallen bzw. um nicht aufzufallen.
Das geht soweit, das manche gar nicht wissen, was sie wollen. Sie nehmen, was sie angeboten bekommen. Sie studieren das, was der Freund studiert oder stricken nur darum, weil die Freundin dies tut. Jeder versucht sich mehr schlecht als recht zu beschäftigen. Gerne stürzen wir uns auf jede Ablenkung. Nicht eine Minute können wir mit uns selbst allein sein.
Es gibt Momente im Leben, wo diese Flucht vor uns selbst ins Stocken gerät. Vielleicht sind wir einmal krank und müssen das Bett hüten. Kein Fernseher steht bereit, keine Zeitschriften und Bücher führen an uns vorbei. Zunächst langweilen wir uns oder schicken die Gedanken auf Reise. Doch irgendwann überfällt uns im Innersten eine schreckliche Leere. Plötzlich erkennen wir, dass anstelle des ICH nICHts ist. Das alles, wonach wir streben, im Grunde sinnlos ist. Zumeist brechen wir dann ab, und es dauert selten lange, bis wir eine neue Ablenkung finden.
Fortan fliehen wir vor dieser inneren Leere und versuchen alles, um ihr zu entkommen. Dabei wäre es nahe liegend, sich einmal in diese Leere hineinzufühlen. Mit ein wenig Übung hören wir dann vielleicht unsere innere Stimme. Nur das wahre Selbst kann uns zu unseren ureigenen Wünschen und Bedürfnissen führen.
Dazu brauchen wir keine besondere Lehre, keinen psychotherapeutischen Kunstgriff, sondern nur ein Quäntchen Mut und die Entschlossenheit, Ballast wegzuwerfen und sich zu entrümpeln.
Die Angst gehört dagegen nicht zu diesem Müll. Ganz im Gegenteil, sie kommt erst richtig zum Vorschein, wenn die Masken zur Seite gelegt sind.
Hinter die eigene Fassade zu schauen, heißt sich mit Dingen einzulassen, die unangenehm sind, vor denen man bisher immer geflohen ist.
Werden aber erneut viele Bücher gelesen, Selbsthilfegruppen oder ein Guru aufgesucht, begibt man sich wieder auf die Flucht und trifft tausend Vorbereitungen für ein Später, das man jetzt umgehen will.
In Wahrheit sind wir schon am Ziel. Wir müssen nur bereit sein, endlich in Ruhe und ohne Panik unsere Einstellungen und Gefühle zu besehen.
Selbstentfaltung kann nur aus der Tiefe unserer innersten Gefühle und Empfindungen kommen. Das hat nichts mit Egoismus und Rücksichtslosigkeit zu tun. Wenn wir uns Selbst entfaltet haben, wenn nichts mehr zwischen den Quellen unserer Kraft und ihrer Ausmündung steht, dann wird von uns ein Energiestrom ausgehen, der alles um uns herum positiv berührt und verwandelt.
Selbstentfaltung ist also mehr ein Geben, denn ein Nehmen, mehr ein Verströmen denn ein Verlangen.
Allein die Entfaltung der eigenen Gegenwart kann die anderen beglücken.
Das ist Grund für unsere Existenz. Es gibt keinen anderen Sinn und keine andere Aufgabe im Leben, als das Leben selbst.
Die Wenigsten von uns haben den Mut dieses Geschenk Gottes anzunehmen.
Sie nippen nur am Becher des Lebens, anstatt ihn bis zur Neige zu leeren. So groß ist die Angst vor ihren geistigen Fähigkeiten, das sie sich selbst oft im Weg stehen und sich dieser Gnade für unwert erachten.
Was ist Taoismus?
„Der Himmel ist ewig und die Erde ist dauernd. Die Ursache der ewigen Dauer von Himmel und Erde ist, dass sie nicht sich selber leben. Darum können sie dauernd Leben geben. Auch so der Berufene: Er setzt sein Selbst hinten an, und sein Selbst kommt voran. Er entäußert sich seines Selbst, und sein Selbst bleibt erhalten. Ist es nicht also: Wer nichts Eigenes will, dem wird sein Eigenes vollendet.“ (Laotse)
Es ist schwer, eine Philosophie zu beschreiben, deren Kern unerklärbar, zeitlos und transzendent ist und gerade daraus seine unerschöpfliche Energie bezieht.
Am Besten versuchen wir es mit einer alten Geschichte, die der chinesische Philosoph Dschuan Dsi vor nunmehr 2300 Jahre niederschrieb:
Auf seinen Weg durch die Küche blieb der König stehen, um einen Metzger dabei zu beobachten wie er einen Ochsen zerlegte.
„Ich beobachte dich schon eine Weile“, sagte er zu dem Metzger, „anders als andere Metzger schärfst du dein Messer nie. Warum nicht?“
„Herr“ sagte der Metzger, „mein Vater folgte dem Tao und lehrte auch mich dem Tao zu folgen. Dieses Messer gehörte ihm und er gab es mir. Er benutzte es viele Jahre lang jeden Tag und schärfte es nie. Denn sehen Sie, gewöhnlich schneiden die Metzger aufs Geradewohl durch das Fleisch. Darum müssen ihre Messer ständig geschärft werden.
Mein Vater lehrte mich aber den Weg des Tao. Ich lege mein Messer nur an die richtige Stelle und lasse es dann selbst seinen Weg finden. Darum muss ich es niemals schärfen.“
Das Tao ist ein alter chinesischer Begriff und beschreibt eine natürliche Bewegung wie die des Wassers. Fließendes Wasser ist wie das Messer des Metzgers.
Niemals versucht es einen Widerstand zu brechen oder zu überwinden, sondern sucht sich seinen Weg drum herum. Obwohl das Tao weich und ohne Anstrengung fließt, ist es dennoch voller Energie.
Die alten Taoisten wussten bereits vor undenklichen Zeiten von der synchronischen Verbundenheit zwischen Mensch, Umwelt und Ereignis.
In dem Maß wie die Menschen begannen, Sonderbewusstsein (Ego) auszubilden und sich zumindest mental immer mehr aus der Ganzheit des Seins herauszulösen, in dem Maß erhöhten sich auch ihre Leiden.
Der Mensch hält sich für einen Stecken im Strom, der ungefragt hineingeworfen ins reißende Wasser hin- und hergewirbelt, da und dorthin getrieben wird. Dieses Leiden, so glaubt er, hat erst mit dem Tod ein Ende, wenn der auf dem Strom schwimmende Stecken eines Tages in eine tiefe Schlucht stürzt und endgültig zerschellt. Er weiß nicht, dass er in Wahrheit selbst der Strom ist, das ihm tatsächlich nichts passieren kann und das dieser Strom (des TAO) seit undenklichen Zeiten endlos dahinfließt.
Was tut nun so ein Stecken im Strom, wenn ihm bewusst wird, dass er selbst der Strom ist? Er tut nichts weiter, sondern lässt sich mit den Wellen treiben, wohlwissend, dass er eines Tages das Meer gewinnen wird. Alles, was im Leben geschieht, muss nicht vollbracht werden. Es ereignet sich.
Wer Handeln im Nichthandeln und Nichthandeln im Handeln sieht, der gründet im höchsten Wissen. Die Taoisten waren von der Kunst des Nicht-Handelns überzeugt, doch meinten sie damit keinesfalls Untätigkeit, sondern Enthaltung.
Wer stille hält und so den eigenen schöpferischen Kräften Raum gibt, wird stark.
Ein Berg bewegt sich nicht.
Taoismus das Leben spielend meistern
Wer Nichthandeln im Handeln und Handeln im Nichthandeln sieht,
der hat die höchste Sicht. (Bhagavad Gita 4.18)
Die heute so viel gepriesene Freiheit des Einzelnen ist in Wahrheit ein Trugschluss. Wir sind nicht nur vom Geld und dessen Gebern, sondern auch vom Partner, von Verwandten, Kindern, Freunden, Nachbarn und nicht zuletzt von Auto und Bahn, Bank und Bäcker abhängig. Wir besitzen kaum Einfluss auf unsere unmittelbare Umgebung. Bereits die Öffnung des Supermarktes nebenan entzieht sich unserem Willen, wenn wir nach Ladenschluss noch etwas benötigen.
Der menschliche Alltag ist seit undenklichen Zeiten mit kleinen und großen Nöten durchsetzt, die mehr oder minder das Leben bestimmen. Wer die Menschen bei ihrer Alltagsbewältigung beobachtet, stellt fest, dass alle Probleme haben, aber jeder verschieden mit ihnen umgeht.
Die einen nennen wir sie einmal Skeptiker - tun sich schwer damit, auf die Probleme des Alltags, die positiv gesehen, nichts anderes sind als Aufbrüche unserer altbewährten Routine, zu reagieren. Sie kommen weil ja alles schief gehen kann - schon Tage, ja Wochen vor anstehenden Zahnarztbesuchen oder Bankgesprächen ins Grübeln.
Dagegen scheinen die Optimisten mühelos die schwierigsten Aufgaben bewältigen zu können. Da sitzen sie seelenruhig bei einer Tasse Kaffee, während jeden Moment der Gerichtsvollzieher aufkreuzen kann, ein, aus der Sicht des Skeptikers träumerisches ja unverantwortliches Verhalten.
Nicht selten geschieht dann das Unglaubliche: Ein Formular hat nicht gestimmt, ein Verfahrensfehler ist aufgetreten, der Gerichtsvollzieher zieht unverrichteter Dinge wieder ab. „Zufall“ oder gar „Dumm hat Glück“ würden Skeptiker sagen.
Weit gefehlt: Diese Art „Glück zu haben“ ist nicht weniger logisch, als das Zahnradgetriebe einer Uhr. Menschen, die leicht leben, machen sich keine Gedanken, bzw. erst dann, wenn es notwendig ist. Und das ist der springende Punkt.
„Sage mir, an was du denkst und ich weiß wohin Deine Energien fließen.“ Sobald wir vor einer anstehenden unangenehmen Sache „Bammel“ haben, sobald wir uns um einen abwesenden Angehörigen sorgen, blockieren wir genau die Energien, deren wir zur Lösung des Problems bedürfen.
In Asien sagt man: „Jedes Problem trägt die Lösung bereits in sich.“ Doch was tun wir? Die Sorge um das abwesende Kind beispielsweise umgibt dieses mit einer Art dunklen Wolke und am Ende passiert häufig genau das, was wir im Grunde verhindern wollten. Unsere negativen Gedanken haben das Unheil sozusagen angezogen. Der Fahranfänger, der sich permanent davor fürchtet, mit seinem Gefährt von der Fahrbahn abzukommen, wird sich unweigerlich dem Rand derselben nähern. So geraten wir dorthin, wo unsere Gedanken weilen.
Es ist viel geschrieben worden über die Erfolge mit „positiven Denken.“ Wer immer nur positiv denkt, läuft Gefahr, sich bestimmte Sachen schön zu reden.
Und schon sind wir beim Thema rosa Wolken und Realitätsflucht. Doch damit hat taoistische Lebensführung nichts zu tun, ganz im Gegenteil. Im Tao sein, heißt im Fluss des Lebens sein. Bewusst sein ist das Wissen, dass man genau in diesem Moment, an diesem Ort existiert. Nur so kann die Macht des Augenblicks genutzt werden kann.
Sind wir einmal ehrlich. Wer von uns hat dieses Bewusstsein? Wir sind ununterbrochen in Gedanken versunken, aber nicht über das, was wir im Moment tun, sondern wir denken, an das schön verbrachte letzte Wochenende, an das gestrige Fernsehprogramm, oder an den nächsten Urlaub. Wir freuen uns schon auf den Feierabend und planen den nächsten Ausflug. Und das sind nur die Alltagsgedanken.
Darüber hinaus träumt beinahe jeder von uns von einem Leben wie es sein sollte. Da wird ein imposantes Gedankenkino aufgefahren, ein Aktion-, ein Liebesfilm oder ein Historiendrama läuft ab mit uns als Hauptperson. Auf diese und andere Art träumen wir uns aus dem Alltag heraus, entfliehen unserer Durchschnittlichkeit und unserem scheinbar langweiligen Dasein.
Mit Phantasien dieser Art verschwenden und zerzetteln wir unsere Gedankenkraft. Der Moment des Augenblicks, das Gribbeln im Bauch, geht ungehört, ungefühlt und ungesehen an uns vorüber. Was können wir anderes tun?
Kaum einer kann dem Trommelfeuer jener etwa 100.000! Gedanken, welche den Durchschnittsmenschen alltäglich heimsuchen, entkommen. Manche versuchen mittels Meditation die Gedankenflut zu begrenzen. Doch je mehr sie sich mühen, umso schwieriger ist es den Gedankenapparat nennenswert zu bremsen.
Das mit den Gedanken abstellen ist es so eine Sache, selbst fortgeschrittene Yogis und Entspannungsprofis sind nicht in der Lage diesen Denkprozess tatsächlich abzustellen. Eher gelingt es ihnen die Gedanken sozusagen an den Rand zu drängen oder sie lassen jeden Gedanken, nachdem sie ihn ohne Bewertung (Das ist das wichtige dabei) betrachtet haben, einfach ziehen. So kann er sich nicht in den Windungen des Hirns spiegeln und so vermehren.
Das Problem mit dem für uns selten gewordenen Erleben des Augenblicks liegt in der Strukturierung unseres Gehirns begründet. Wir sehen die Realität nicht wie sie ist, sondern lediglich durch unsere habituelle Brille. Durch ein Muster also um das herum sich alles in der Vergangenheit von uns „Wahrgenommene“ gruppiert und strukturiert. Bevor ein äußerer Vorgang überhaupt bewusst werden kann, gerät er in die Mühlen des Denkens. Unser Geist prüft die wahrgenommene Szene anhand eines Rasters von früheren vergleichbaren Erfahrungen. Findet er etwas (wohlgemerkt) vergleichbares, dann klebt er der wahrgenommenen Szene das entsprechende Etikett auf. Bis dies geschehen ist, ist die Szene längst Vergangenheit. Infolge dieses Umweges im Gehirn verlieren wir Zeit und nehmen jeden Eindruck erst dann gedanklich war, wenn er vorüber ist.
Auf diese Weise wird aus dem ursprünglich spontanen Bewusstsein des Kindes im Laufe seiner Erziehung ein Erfahren aus zweiter Hand. Das erklärt, warum wir bestimmte Dinge überhaupt nicht wahrnehmen oder jede/r die Welt anders sieht.
Dieses Leben aus der Retorte ist kein unwiderrufliches Schicksal. Es wurde uns im Kindesalter durch Erziehung und Indoktrinierung anerzogen, von Menschen die es selbst nicht besser verstanden und meinten, uns damit etwas gutes zu tun, uns für den Ernst des Lebens vorzubereiten.
So muss es keineswegs bleiben. Es ist möglich, sich diese andere Art der Wahrnehmung wieder anzugewöhnen. Freilich nicht ohne Training, aber ohne unsere bisher erworbene Souveränität einzubüßen.
Gerade jene Menschen, die sich mehr oder minder große Teile dieses Bewusstseins und dieser Art der Wahrnehmung erhalten haben, zählen zu den wirklich Erfolgreichen in der Gesellschaft.
Intelligent zu sein, bedeutet nicht über einen bestimmten Intelligenz-Quotienten zu verfügen, sondern die Anforderungen des Lebens „spielend“ zu meistern. Dazu müssen wir unseren Geist nicht mit Gedächtnisübungen und Zahlenjonglieren schulen. Das Leben selbst ist die beste Intelligenzschule. Wer seinen Geist mit taoistischen Übungen oder Yoga öffnet, für den fallen solche Jonglierereien mit der Zeit sozusagen als Nebenprodukte ab.
Wir müssen nur der Tristesse des Lebens ins Auge blicken und aufhören im permanenten Grau-in-grau-Zustand der festgefahrenen alltäglichen Routine zu verweilen, dann werden mit der Zeit Energien in unser Leben treten, von denen wir bisher nicht zu träumen wagten.
Diese Kräfte wirken nur in der Gegenwart, in jenem hauchdünnen Raum zwischen Vergangenheit und Zukunft. Es bedarf keinerlei Spitzenleistungen, um die Gegenwart zu erleben.
Es klingt unlogisch, aber es ist wahr. Je mehr wir nach einem Ziel streben, umso schwieriger wird es für uns, dieses zu erreichen. Darum hält man in buddhistischen bzw. taoistischen Kreisen so wenig von Bestrebungen. Dort wird gelehrt, und das ist für unsere westliche Zivilisation paradox, weder Ziele, Ehrgeiz noch Motive zu haben. Man war der festen Überzeugung, diese Ziele durch Nichthandeln spielend und ohne Zutun erreichen zu können.
„Nichthandeln“ bedeutet nicht, träge oder entschlusslos zu sein, sondern die Kunst, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun, indem man nicht gegen die innere Autorität, handelt. Diese fernöstliche Lebenspraxis funktionierte Jahrtausende und es fehlte den Menschen an nichts.
Erst der Kolonialismus, dann die Globalisierung, verbunden mit der Ausbeutung von Rohstoffen und Arbeitskräften, hat dazu geführt, dass die Menschen des Ostens begannen, sich von diesen Werten abzuwenden und auf die Versprechungen des „American way of Life“ hereinzufallen. Erst dann kamen Armut, Kinderarbeit, Überbevölkerung und Hunger auf. Missständen also, die man ursprünglich mit Demokratisierung, Marktöffnung und Entwicklungshilfe in den Griff bekommen wollte.
Nun ist es an der Zeit, dass der Westen vom Osten zu lernen beginnt, wie man das Leben spielend meistern kann. In der vor etwa 5000 Jahren niedergeschriebenen Bhagavad Gita[7] wird sich folgendermaßen auf das rechte Handeln bezogen:
„Die Kompliziertheit des Handelns ist sehr schwer zu verstehen. Deshalb sollte man genau wissen, was Handeln, was verbotenes Handeln und was Nichthandeln ist. Wer Nichthandeln in Handeln und Handeln in Nichthandeln sieht, ist intelligent unter den Menschen, und er steht in der transzendentalen Stellung, obgleich er allen möglichen Tätigkeiten nachgehen mag. (...)
Indem er alle Anhaftung an die Ergebnisse seiner Tätigkeiten aufgibt, immer zufrieden und unabhängig ist, führt er keine fruchtbringende Handlung aus, obwohl er mit allen möglichen Unternehmungen beschäftigt ist.
Wer Freude und Schmerz mit Gleichmut betrachtet,(...) wer weise ist und Ruhm und Schmach als gleich ansieht, wer in Ehre und Unehre unverändert bleibt; wer Freund und Feind gleich behandelt und wer alle fruchtbringenden Unternehmungen aufgegeben hat - von einem solchen Menschen sagt man, er habe die Erscheinungsweisen der Natur transzendiert.
Wer mit Gewinn zufrieden ist, der von selbst kommt; wer frei von Dualität ist und keinen Neid kennt, und wer sowohl bei Erfolg wie auch Misserfolg stetig ist, wird niemals verstrickt, obwohl er handelt.“
Eine Taoistische Weisheit
»Dschuang Dsi kam einmal in groben geflickten Kleidern und mit Stricken zugebunden Schuhe am Hofe des Königs von We vorüber. Der König erblickte ihn und sprach: »In welcher Not seid ihr Herr?«
Darauf berichtigte ihn Dschuang Dsi: »Armut, nicht Not! Wenn jemand den Sinn des Lebens kennt und ihn nicht ausbreiten kann, so ist das Not. Schlechte Kleider und zerrissene Schuhe: dagegen sind Armut und nicht Not und bedeuten, dass man seine Zeit nicht getroffen hat. Kennt Ihr, O König, keine Kletteraffen? Haben sie erst Platanen, Katalpen, Eichen und Kampferbäume um sich, so klettern sie so geschwind in den Zweigen herum, dass selbst die geschicktesten Schützen sie nicht erspähen können.
Sind sie dagegen nur auf niederes Dorngestrüpp angewiesen, so gehen sie ängstlich umher, bIicken beständig zur Seite und zittern vor Furcht. Das kommt nicht daher, weil sie das Klettern verlernt haben oder ihre Muskeln und Gelenke steif geworden sind, sondern die Umstände, in denen sie weilen, sind ihnen nicht angepasst. Wie können sie da Gelenkigkeit entfalten? Wer heutzutage unter betörten Herren und verwirrten Ministern weilt und ohne Not sein wollte, der begehrt Unmögliches...«
Literatur: Dschuang Dsi: Das wahre Buch vom südlichen Blütenland (Eine Reise zum Gipfel der chinesischen Philosophie); übersetzt von Richard Wilhelms, München 2002 (1912).
Mit dem I-Ging Orakel das Innere Selbst befragen
„Der Wert dieses Buches ist groß. Keines der 100 Dinge lässt er aus. Er ist besorgt um Anfang und Ende und befasst ist er in dem Wort ohne Makel-. Das ist der Sinn der Wandlungen.“
Das Buch der Wandlungen gehörte im alten China zu den wichtigsten Weisheitsbüchern. Konfuzius scheint es gekannt zu haben und der Folksänger Bob Dylan schrieb voller Begeisterung: „Du musst unbedingt das I-Ging lesen.“
„In diesem Buch ist ein System von Gleichnissen für die ganze Welt aufgebaut“, heißt es bei Hermann Hesse. Auch Carl Gustav Jung erkannte: „Das I-Ging ist wie ein Teil der Natur, wartend, bis man es entdeckt.“
In seinem Wesen ein Orakelbuch vermitteln die einzelnen Kapitel zugleich tiefgreifende Weisheit über das Leben und den Wandel aller Dinge. Jedes Ding hat seine Zeit. Es wird geboren, wächst heran, gelangt zur Reife und schließlich verfällt es. Die Archetypen der einzelnen Veränderungsphasen sind in 64 Hexagrammen ausgedrückt.
Freilich basieren die Geschichten zu den jeweiligen Wandlungstypen auf den feudalen Zustände im vorchristlichen China. Dennoch vermögen sie, zu erwartende Umstände beim Bezug einer neuen Wohnung ebenso präzise vorherzusagen, wie Kursentwicklungen von Aktien.
Allen, die das I-Ging als Orakel benutzen, ist die beinahe unheimliche Bezugnahme des Antworthexagramms auf die Problemstellung des Fragenden geläufig. Das I-Ging gilt als Mittel mit dem „Urgrund“ jenseits von Zeit und Raum in Verbindung zu treten, Fragen zu stellen und tatsächlich Antworten zu erhalten.
Das Orakel gilt als sicheres Instrument, mit dem man an der unendlichen Weisheit der kosmischen Gesamtinformation partizipieren kann.
Die frühesten Indizien über den Gebrauch des Orakels liegen im 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Heute wird die Befragung mittels dreier Münzen durchgeführt, die sechsmal hintereinander geworfen, je nach dem Verhältnis von Kopf und Zahl entweder einen durchgehenden (Yang) oder einen unterbrochenen Strich (Yin) ergeben. Aus diesen sechs übereinanderstehenden Strichen lässt sich ein Hexagramm zusammenfügen. Wer sich nur flüchtig damit beschäftigt, könnte die -jedem der 64 Hexagramme zugeordneten Urteile- und Untertexte als vieldeutig oder mystisch ansehen. Schließlich handelt es sich um ein Orakel.
Das Problem liegt in der Deutung. Das Chinesische als Symbolsprache bietet dem Übersetzer einen weiten Raum für eigene Interpretationen. Dennoch erfüllt das I-Ging seinen Zweck. Wer sich öfter damit beschäftigt, wird bald gewahr, dass die Intensität und Kraft seiner Intuition zugenommen hat. Wer dagegen keine Intuition hat, der wird das I-Ging niemals verstehen.
Die Befragung des Orakel ist einfach. Zunächst ist da das Problem (und wer hat schon keines?) mit dem wir uns im in Geiste ganz intensiv befassen. Dann hören wir auf, darüber nachzudenken und besehen die Sache möglichst neutral. Wir legen keinerlei Deutung hinein und halten auch nicht Ausschau nach einer Lösung.
Aus dem Problem ergibt sich schließlich die Frage, die wir dem I-Ging stellen wollen. Diese schreiben wir auf, klar und unzweideutig, kein „soll ich“ oder „soll ich nicht“, auch kein „Entweder-Oder“
Der sechsmalige Wurf dreier Münzen, die unterschiedliche Anordnung der gebrochenen und geraden Striche ergibt ein bestimmtes Hexagramm. Es lässt sich auf eine von 64 Antworten beziehen, woraus sich wiederum je nach der „Bewegtheit der Linien“ unzählige Unterantworten ergeben können, aber nicht zwangsläufig müssen. Danach vertiefen wir uns in den Text der entsprechenden Antwort. Inwieweit dabei der Kommentar ganz berücksichtigt wird oder nur die wenigen Zeilen des sogenannten Urteils, bleibt ohnehin dem eigenen Gefühl und Ermessen überlassen. Schwierigkeiten kann es bei der Deutung geben. Wenn man unsicher fragt, dem I-Ging eine Entweder-Oder-Antwort abverlangt oder ein zu weites Feld mit einer einzigen Frage abdecken will, erscheinen genau so unsichere bzw. ambivalent deutbare Antworten. Das ist das Wesen eines Orakels.
Das Orakel von Delphi im alten Griechenland war für seine mehrdeutigen Antworten bekannt, genauer gesagt berüchtigt. Der lydische König Krösus erhielt einmal auf die Frage, ob er einen Krieg mit den benachbarten Persern anzetteln sollte, die Antwort: „Wenn Du in Persien einfällst, wirst Du ein großes Reich zerstören.“ Frohlockend sammelte der König seine Truppen. Am Ende (546v.Z.) verlor er die entscheidende Schlacht und hatte damit sein eigenes Reich zerstört.
Literatur: Richard Wilhelms: I-GING Das Buch der Wandlungen. Text und Materialien, in: Diederichs gelbe Reihe, München 2003 (1924).
I-Ging ausgewählte Urteile beschreiben den Wandel aller Dinge
Der Geburtsprozess (28)
Wer sich weiterentwickeln will, muss lernen anfängliche Hindernisse und Herausforderungen als Prüfung zu bestehen.
Die Ernährung (27)
Bei allen, was man sich zuführt, gilt es, unkontrolliertes Verlangen von wirklichen Bedürfnissen zu unterscheiden.
Die Mehrung (42)
Erfolge und Gewinne lassen sich dadurch festigen, dass sie bereitwillig dem Allgemeinwohl zur Verfügung gestellt werden.
Die Minderung (41)
Selbst gewählte Einschränkungen und Mäßigung der Ansprüche verhindern unfreiwillige Opfer größeren Ausmaßes.
Die Verlockung (44)
Ein verlockendes Angebot kann Chance und Versuchung zugleich sein. Jetzt zählt, seinen Grundsätzen treu zu bleiben.
Die Erschütterung (51)
Ein unerwartetes Ereignis kann ein wichtiger Hinweis darauf sein, sich auf seine Ziele zu besinnen und das Leben neu zu ordnen.
Das Hindernis (39)
Jedes äußere Hindernis lädt dazu ein, den Blick nach innen zu richten, um dort nach der wahren Ursache zu suchen.
Die Wartefrist (5)
In schwierigen Situationen inne zuhalten und sich auf seine Ziele zu besinnen, löst die vorhandenen Hindernisse auf.
Die Klippe (29)
In schwierigen Zeiten ist es wichtig, innerlich fest zu bleiben und die anstehenden Pflichten mit Hingabe zu erfüllen.
Die Unterordnung (54)
Jede Abhängigkeit von äußeren Umständen verlangt, sich still den Gegebenheiten unterzuordnen, ohne sich jedoch selbst zu verleugnen.
Das Aufarbeiten (18)
Die Ursache der persönlichen Missstände liegt im eigenen Fehlverhalten. Man soll sie als willkommene Gelegenheit betrachten, überkommene Wertvorstellungen zu überdenken und sich neu zu besinnen.
Die Wendezeit (24)
Wenn sich neue Wege öffnen, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, die eigenen Ziele zu klären und die notwendigen Vorkehrungen zu treffen.
Die Belebung (48)
Dem stillen Ruf der eigenen Seele zu folgen, erschließt ungeahnte Energiequellen und inspiriert die Umgebung.
Die Erfüllung (55)
Der Höhepunkt einer Entwicklung beschert Ansehen, Erfolg und Überfluss. Solange sie dauert, will diese Zeit genossen sein.
Die Vollendung (63)
Wenn das Ziel erreicht ist, bleibt nur die gewissenhafte Bereinigung der letzten Details. Das Erreichte genießen, ohne sich daran festzuhalten.
Der Erfolg (14)
Wenn im Erfolg die eigenen Fähigkeiten zur Blüte kommen, darf die Kultivierung des Charakters nicht versäumt werden.
Die Beständigkeit (32)
Dauerhafter Erfolg kommt durch stete Weiterentwicklung und sinnvolle Anpassung an die sich ständig wandelnden Erfordernisse der Zeit.
Wahrheitsfindung im Internet
„Der Glaube, es gebe nur eine Wirklichkeit ist die gefährlichste Selbsttäuschung.“ (Paul Watzlawick)
Was ist Wahrheit? Jesus Christus sagte: „Wahrheit ist, was jeder von uns in seinem Herzen fühlt.“ Wenn jeder aber anders fühlt, müsste es doch verschiedene Wahrheiten geben. Was also Wahrheit ist, mag jeder für sich entscheiden. Eines ist sicher: Je größer eine Lüge ist, umso mehr Menschen glauben ihr. Während die Lüge stets mit Pauken und Trompeten daherkommt und kräftig die „Werbetrommel rührt“ muss, naht die Wahrheit auf leisen Füßen. Wahrheit bleibt immer bestehen, egal ob sie niemand glaubt oder Millionen.
Wir leben im sogenannten Informationszeitalter: Fernsehen, Internet und Sachbücher, tragen Dinge an uns heran, von denen die meisten noch vor kurzer Zeit für uns undenkbar waren. Für die Älteren bricht eine Welt zusammen. Den Jüngeren fehlt oft die Erfahrung, um im Chaos der vielen divergierenden Meinungen eigene Werte zu finden.
Einschlägige Internetforen, unzählige Sachbuchveröffentlichungen quellen über von zum Teil haarsträubenden, sich widersprechenden, vielfach auch beunruhigenden Nachrichten:
Werden Politik und Wirtschaft tatsächlich von dämonischen Geheimgesellschaften kontrolliert? Sind unsere Gehirne ohne unser Wissen von außerirdischen Intelligenzen angezapft? Haben die Prophezeiungen des Nostradamus doch recht? Bekommen wir in wenigen Jahren einen verheerenden Weltkrieg oder beginnt mit dem Ende des Maya-Kalenders im Jahre 2012 endlich das goldene Zeitalter?
Gibt es Engel, Geister oder Dämonen wirklich? Haben die Atlantier die menschliche Kultur begründet oder waren es Außerirdische?
Immer wieder und immer wieder anders werden die Fragen aller Fragen beantwortet. Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wieviel Zeit bleibt mir und natürlich: Gibt es einen lieben Gott? Wenn ja, warum geschehen dann so viele schreckliche Dinge?
Wohl dem, der das alles noch für Humbug halten kann und sich auf das konzentriert, was für ihn Hand und Fuß hat. Allerdings stolpert man dabei auch immer wieder auf unerklärliche Dinge. Irgendwann beginnt jeder einmal Antworten zu suchen und reiht sich ein, in ein immer größer werdendes Heer von Sinnsuchern.
Der Vorteil des Internets besteht zweifellos darin, an Daten aus Bereichen heranzukommen, die bis vor Kurzem für die meisten von uns noch gar nicht existierten. Selbst Baupläne für so genannte Rundflugzeuge, vielerorts auch als UFOs bekannt, lassen sich mittlerweile herunterladen.
Solches Wissen ist hinreißend aber auch gefährlich zugleich.
Die Weltanschauungen vieler, vornehmlich aber deren Glaube an das Gute sind auf diesen Informationsaltar schon geopfert worden. Nicht wenige haben sich in der Wissensfalle Internet verirrt und sich in abstrusen Verschwörungstheorien verloren.
Einige behielten, zeitweise dabei am Rande des Wahnsinns stehend, den Überblick. Einer von ihnen ist Rudi Berner. Auf klare Weise bringt er Licht in das Dunkel.
Auf relativ wenigen (458) Buchseiten ist es ihm meisterhaft gelungen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Die kursierenden Theorien werden kurz aber prägnant in ein aufeinander aufbauendes Werk eingeflochten. Dabei geht es um die Welt wie sie von uns wahrgenommen wird, hin zur Welt wie sie in Wirklichkeit ist.
Wer sich nun aller Recherchearbeit entbunden glaubt und meint, dieses Buch sei ein spannender Sonntagnachmittagsthriller, der fehlt. Auch wenn am Ende der für den Leser erlösende Sinn unseres Daseins enthüllt wird, die Lebensangst schwindet und endlich ein Ausweg aus der scheinbaren Sackgasse unserer „modernen“ Lebensführung aufgezeigt wird, ist und bleibt dieses Buch gefährlich.
Wer ans Licht kommen will, den zwingt dieses Buch zunächst allein und ohne jegliche Hilfestellung durch die Dunkelheit. Die meisten legen es schnell wieder weg. Andere sind erst einmal eine ganze Zeit lang davon bedient.
Dieses Buch zu lesen ist die eine Sache, seinen Inhalt aber zu verinnerlichen eine andere. Winston Churchill hat einmal gesagt:
„Fast alle Menschen stolpern irgendwann einmal in ihrem Leben über die Wahrheit. Die meisten springen schnell wieder auf, klopfen sich den Staub ab und eilen ihren Geschäften nach, so, als ob nichts geschehen sei.“
Literatur: Rudi Berner: Zur Wahrheit Eine Reise zum Gipfel der Philosophie, Berneck 2007, oder in 278 S. kostenlos herunterzuladen unter: (www.zurwahrheit.de)
www.zurwahrheit.de Inhaltsverzeichnis von „Auf eine Wort“,
extrahiert von Alexander Blöthner
Rudi Berner hat ein umfassendes Inhaltsverzeichnis bisher nicht erstellt, wohl in der weisen Absicht, dass sein aufeinander aufbauendes in sich geschlossenes Werk auch der Reihe nach gelesen und nicht in Einzelbereiche zerpflückt wird.
Dieses Anliegen möchten auch wir an dieser Stelle noch einmal betonen. Die Erstellung nachfolgenden Verzeichnisses und die Benennung der Untertitel ist weitläufig nach rein thematischen Gesichtspunkten erfolgt und würde vom Autor auf jeden Fall vollkommen anders getroffen worden sein.
Angesprochen sind alle Leser die „Auf ein Wort“ bereits kennen und nun bestimmte Aspekte vertiefen möchten, diese aber im Text nicht mehr wiederfinden.
Allen anderen ist die Gesamtlektüre des Werkes wärmstens ans Herz gelegt.
Das Lesen jener 278/458 Seiten kostet keine Zeit, sondern stellt eine ungeheure, für sie in diesem Moment nicht vorstellbare Zeitersparnis dar.
Seite
Vorwort 1
Kapitel I - Schöne heile Welt? 3
Die Medien manipulierte Information 3
Scheinbare Errungenschaften unserer Zivilisation 4
Weg von der Natur 5
Mit freier Energie ist kein Geld zumachen. 6
Verborgene Wahrheiten beginnendes Erwachen 7
Das Gesetz der Resonanz 8
Das endokrine System und dessen Verstrahlung 9
Naturvölker mit Superhirn 10
Die Sicht eines Indianers 11
Sendemasten und Gehirnverstrahlung von Staats wegen? 12
Was wollen wir noch unter den Schläfern säumen? 17
Gibt es ein Leben nach dem Tod? 18
Normal oder Paranormal? 20
Im Hintergrund laufen die Bänder mit 21
Der Rand der Wirklichkeit in Sprichwörtern 22
Was ist dran an UFO-Geschichten? 23
Implosionsenergie und Rundflugzeuge
Viktor Schaubergers geniale Entdeckungen und deren Vertuschung 24
Ufos auf Area 51? 37
Supraleiter und Gravitationsabschirmung 41
Freie Energie unerwünscht! 42
Vom Versagen des kritischen Rationalismus in der Schulwissenschaft 45
Chi-Energie aus dem Äther? 46
Vergessene Revolutionierung der Elektrotechnik
Nikola Teslas geniale Erfindungen 48
Erich von Däniken Visionär oder Träumer? 53
Akzeptanz des UFO-Phänomens in Bevölkerung und Medien 54
Gab es Hightech-Hochkulturen noch vor dem Neandertaler? 55
Die sumerischen Keiltafeln
Waren die Götter Kosmonauten? 58
Bis heute unerreicht Die prähistorischen Monumentalbauten 60
Wer erbaute die Pyramiden wirklich und warum? 62
Hochtechnologie in alten Schriften 65
Herr Sitchin entziffert sumerische Keiltafeln. 66
Das alte Testament im Spiegel der sumerischen Überlieferung 67
Die apokryphen Schriften und deren Vertuschung 69
Die Liebe Christi - eine Tarnung der Kirche? 70
Sind die vermeintlich Guten in Wahrheit die Bösen? 71
Die Herkunft des Bösen und seine Ausbreitung über die ganze Welt 72
Die Herrschaftsstruktur des Bösen mittels pyramidaler Hierarchie 73
Die katholische Kirche Gemeinschaft der Heiligen oder der Sünder? 74
Der Großkonzern Vatikan und seine Finanzen 75
Zwischen Raum und Zeit
Interplanetare Raumflüge sind physikalisch möglich. 81
Das Philadelphia-Experiment 82
Webseilschaften contra Wahrheitsfindung im Internet 83
Die Palmblattbibliothek verzeichnet die Schicksale aller Menschen. 85
Nicht von dieser Welt - unser Zwölfersystem 86
Die menschliche Rasse eine außerirdische Schöpfung? 89
Enki und Enlil Der gute und der böse Gott 93
Die Ausbreitung von Retortenmenschen und die Sintflut 94
Hightech-Götter und die Wiege der chinesischen Zivilisation 97
„Jawhe“ Schöpfergott oder „devil genius“? 98
Die Bruderschaft der Schlange 100
Wie das Böse die Welt gewinnt. 103
Geheimbünde und Logen Heimliche Herrscher? 104
Die Macht der Großbanken 108
Die Bank von England (1694) 111
Privatbanken übernehmen das Währungssystem der USA (1907) 112
Die Illuminaten 113
Der Aufstieg des Bankhauses Rothschild 114
Der US-Dollar Harte Währung oder heiße Luft? 115
Geld regiert die Welt. 117
Pseudokommunismus? 118
Der Josefspfennig - Macht durch Zinseszins 119
Globalisierung und gezielte Staatsverschuldung 120
Eine Welt am Abgrund 122
Zinsknechtschaft oder Microchipsklaverei
Welchen Krebsgang nimmt die Menschheit? 123
Deutschland zwischen Lug und Trug 124
Die Geheimdienste Handlanger der Etablierten? 126
Tolle neue Welt oder totale Kontrolle des Einzelnen? 127
Die USA Auferstehung ROMs? 128
Die Neue Weltordnung 129
Die Magie der Zahl 6 134
Barcode 666 und die Offenbarung des Johannes 135
Die Zahl 13 Prinzip des Bösen? 136
Markenzeichen oder Katalysator - Die Bedeutung der Zahlen 23 und 33 137
Finden wir im Thomasevangelium den wirklichen Jesus? 138
Das endokrine System Schaltstelle zwischen Körper und Seele 140
Die Psychoexperimente der Geheimdienste 141
LSD und Massenmedikation der Bevölkerung 142
Bewusstseinskontrolle durch Drogen? 143
Das Fernsehen die effektivste Gehirnmanipulation aller Zeiten 144
Auf welche Frequenzen arbeitet Ihr Gehirn? 145
...Das Wetter und die Menschen auch - Manipulation durch ELF Wellen? 146
Spart am Marionettenzwirn tut jeden einen Chip ins Hirn! 148
Die Offenbarung des Johannes 149
Sprichwörter lüften den Vorhang hinter dem Alltag 150
Kapitel II Das Seelenleben
Reinkarnation 151
Der feinstoffliche Körper 152
Der Körper als Vehikel der Seele 153
Gesundheitsmanipulation 154
Schwingungsebenen und Erlebnispunkte 155
Im siebenden Himmel 156
Was passiert mit uns nach dem Tod 157
Astral- und Mentalwelt 158
Nervenkrankheiten im Lichte der Schulmedizin 160
Was Körper und Geist schädigt - Nikotin 161
Schäden durch Coffein 162
Schäden durch Alkohol 163
Warum wir kein Fleisch essen sollten. 165
Schäden durch Drogen 169
Lebensmittel, die keine mehr sind. 171
Wir essen uns kaputt. 176
Stevia und Honig anstelle von Zucker 177
Lügen um UV-Licht, Ozonloch und Autokatalysatoren 178
Gier als Handlungsmoment 180
Zwei Tage Arbeit je Woche sind mehr als genug 185
Pornographie und Perversion 186
Magie und warum sie funktioniert 188
Magie von Staats wegen? 193
Warum Wunderheilungen totgeschwiegen werden 194
Die Hierarchie der Magier 195
Sinn und Unsinn des Pendelns 196
„Die Geister, die ich rief... „ 198
Zusammenfassung 200
Kapitel III Wer ist der liebe Gott? 202
Warum lässt der liebe Gott soviel Unheil geschehen? 203
Das Gesetz des Karma 204
Noch einmal Magie 205
Warum ist es wie es ist? 206
Die altindischen Veden Quelle aller Erkenntnis 207
Srila Prahupada und die ISKON 209
Die Bhagavad Gita 211
Die kosmischen Gesetze 212
Das multidimensionale Universum 214
Sri Vischnu erträumt die Universen 216
Brahma und die Ausgestaltung des Nichts 217
Neue Erkenntnisse der Astrophysik für die Veden längst ein alter Hut 218
Dämonen und sonstige Bewohner der unteren Dimensionen 219
Die göttliche Strahlung des Brahman belebt das All. 220
Die Höchste Persönlichkeit Gottes residiert jenseits der Materie. 221
Das physikalische Atommodell - Übertünchung des Nichts? 222
Quantenphysik 223
Die Seelen als winzige Teile Gottes 224
Seelenwanderung eine Evolution der anderen Art 225
Die verschiedenen Zeitalter und die zyklisch ablaufenden
Ereignisse im Universum 226
Unser geistig dunkles Zeitalter wird Kali-Yuga genannt 227
Ein Tag Brahmas und die Lebenszeit eines Universums 228
Die 12 Aspekte des Wirkens der Höchsten Persönlichkeit Gottes 229
Gott offenbart sich in der Bhagavad Gita 230
Die Seelenfunken fallen in die Gefangenschaft der materiellen Welt. 231
Maya Die materielle Welt ist wie ein Kinofilm nichts als Illusion 232
Die Bhagavad Gita lehrt die Läuterung der Seele. 233
Die drei Gunas als wirkliche Triebkräfte menschlichen Handelns 234
Die Illusion vom eigenen Willen 237
Auch in den höchsten Himmeln wird gestorben. 239
Wohin bringen uns gute Taten? 240
Es gibt keine Zufälle - Wir leben in einer Matrix 241
Welche Quellenbelege gibt es dafür in der Bhagavad Gita? 244
In einem Punkt irrte Srila Prahupada 246
Wir haben keine Schuld 247
Krischna, Arjuna und die Schlacht auf dem Kurufeld 248
Wie Gott von seiner Allmacht nicht gelangweilt wird 249
Wen hat Gott am liebsten? 250
Der zyklische Ereignisablauf im Universum
und die Lebewesen als wandelnde Programme 251
Sri Caitanya die bisher letzte Inkarnation Gottes auf Erden
und der „Hare Krischna Mantra“ 252
Sinn und Zweck der ISKON 253
ISKON eine der letzten Bastionen der Gottgeweihten auf Erden? 254
Die sechs Füllen Gottes 255
Aus unsere Liebe kommt es IHM an. 256
Der wahre Zweck unserer Existenz 257
Schlusswort
Allmacht und Simulation 258
Sehnsucht und Harmonie 259
Anhang 1 „Kawwana“ und was davon zu halten ist. 260
Wirkung vor Ursache? Neueste Erkenntnisse der Hirnforschung 269
Anhang 2 Wieviel ist ein Funken von unendlich? 270
Anhang 3 Die Geschichte vom ES 278
Die Essenz hinter den Religionen
Gott ruht im Stein,
schläft in der Pflanze,
träumt im Tier
und erwacht im Menschen.
(Rabindranath Tagore)
Was kann uns die Bibel noch lehren?
Mit der Bibel habe ich mir oft schwer getan. Sie ist ein zweischneidiges Schwert.
Wo das hinführen kann, dazu müssen wir nicht extra jene geschichtlichen Ereignisse bemühen, bei denen sich die Heilige Mutter Kirche nicht gerade mit Ruhm bedeckt hat.
Es genügt ein Blick hinüber zu den fundamentalistischen protestantischen Splittergruppen. Die bekämpften sich vornehmlich gegenseitig mit starren auf das Wort beschränkten Bibelzitaten. Überall sehen sie nur den Teufel am Werk. Vollkommen abzustreiten ist dieser Ansatz freilich nicht.
Ist der Teufel nicht der Herr der materiellen Welt? Ist es nicht sein größtes Kunststück, den Menschen Glauben zu machen, es gebe ihn nicht? Auch die anderen „Schätze“, die so aus der Bibel gefördert werden, sind nicht aus der Luft gegriffen. Doch oft schießen die Bibelstudenten über das Ziel hinaus. Sie beziehen die Bibel auf alles und jedes.
Sie verdammen grundsätzlich das, was nicht darin nicht vorkommt. Selbst solche Persönlichkeiten wie Buddha sind von ihnen schon in die Nähe des Teufelstrugs gerückt worden, weil von Buddha nichts in der Bibel stehe und Jesu schließlich der alleinige Sohn Gottes auf Erden gewesen sei.
Ein weiser Mann sagte einmal, in der Bibel komme es nicht auf den wörtlichen Text und die endlose Abfolge von Ereignissen in den hebräischen Hirtendynastien an, sondern auf die darin enthaltene Weisheit, die Lobgesänge der Psalmisten, die allegorisch gefassten Geschichten und die wohlweißlichen Ratschläge. Kurz gesagt, es geht um die sich hinter den Zeilen verbergende Mystik. Mit dem wörtlichen Bibeltext und dessen Auslegung ist das so eine Sache. Es hat nie an Versuchen gemangelt mit ursprünglich rein spirituell gedachten Texten höchst weltliche Sachen zu vertreten. Dabei sind wahrlich Köpfe gerollt.
Das die Texte der Bibel numerologisch kodiert sind, weiß inzwischen jeder.
Ein jüdischer Rabbi und Kabbalist brachte einmal mir gegenüber seine Verwunderung über den Mut eines Martin Luther zum Ausdruck, der sich vor nunmehr 500 Jahren frisch und frei in wortgewaltiger Manier an die Übersetzung des Neues und später des Alten Testaments gemacht hat. Kein Jude hätte es je gewagt, die kodierten Texte so unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen.
Allein die in Zahlen erschließbare Buchstabenkombination des ersten Satzes des ersten Buches Mose lässt solche ungeahnten Deutungsmöglichkeiten zu, dass jeder Rabbi ihren Sinn verschieden zu deuten vermag je nachdem auf welcher Erkenntnisstufe er sich gerade befindet.
Die Bibel war ursprünglich für Eingeweihte geschrieben, für Erleuchtete also, welche die Allgegenwart des göttlichen Geistes in sich selbst empfanden und darum keine anderen Beweise für die Existenz derselben bedurften.
Als die Bibel später zum Allgemeingut wurde und die Schlüssel zu ihren Geheimnissen an das Nichtheilige verloren ging, kam Unverstand auf.
An die Stelle der Erkenntnis des Heiligen Geistes kam Buchstabentreue, was dann wie bekannt, zu den größten Verirrungen der Menschheit führte.
Die Essenz der Lehre Jesu und die Schwächen der Apokryphen
Ein wichtiger Kern der Lehre Jesu im Neuen Testament ließe sich wohl mit den Kernsätzen ausdrücken: „Gottes Reich kommt nicht mit äußerlichen Gebärden. Es ist im Herzen eines jeden zu finden“, so gesehen ist seine Forderung: „Erkenne dich selbst!“ höchst konsequent. „Erkenne Gott in dir“, heißt der Plan zum Heil.
„Erkenne sowohl deine Verbindung mit dem Höchsten als auch deine Verbundenheit mit jedem anderen Wesen. Egal ob Atom, Stein, Pflanze, Tier, Mensch und Geistwesen. Sie alle sind winzige Zahnräder im Gesamtorganismus GOTT. Ein jedes Lebewesen gehe seinen Geschäften nach wie Gott es will.“
Spätestens als das Christentum zur Staatsreligion geworden war, begann man sich sowohl aller „staatsgefährdenden“ Elemente der Lehre Jesu als auch deren Befürwortern zu entledigen. Nach dem berüchtigten Konzil von Nicäa im Jahre 325 wurden viele Bücher und zuweilen auch deren Verfasser verbrannt. Etwa 200 Jahre später unter dem byzantinischen Kaiser Justinian ging dem Christentum auch der ursprüngliche Glaube an Wiedergeburt und Reinkarnation verloren, bzw. wurde auf den Tod und die Wiederauferstehung Christi beschränkt.
Den Mächtigen in Staat und Kirche war klar: Menschen, die an Seelenwanderung glauben, lassen sich schwieriger politisieren und manipulieren, als jene, die meinen in diesen einem Leben, den Erfolgreichen in wilder Hast nacheifernd, alles erreichen zu müssen.
Dennoch besaß die an allen Ecken und Enden beschnittene christliche Lehre infolge ihrer Fähigkeit kulturfremde Einflüsse zu integrieren, noch ungeheure Strahlkraft, welche durch überragende Kirchenväter und Heilige immer wieder mit dem göttlichen Urgrund verbunden wurde. Auf diese Weise haben auch jene scheinbar willkürlich herausgegriffenen Fragmente aus denen die BIBEL zusammengestellt wurde, gewissen Einklang und Allgemeingültigkeit behalten.
Somit ist es nicht verwunderlich, dass viele mittlerweile wieder ans Licht gekommenen apokryphen Schriften, nicht nur von der katholischen Kirche, sondern auch von vielen Gläubigen abgelehnt werden.
Die Apokryphen sind ebenso zweischneidig wie der offizielle Kanon. Oftmals verdunkeln sie die Zusammenhänge um Christus mehr, als sie diese je erhellen können. Sie reißen große Stücke aus dem in sich geschlossenen auf uns gekommen Jesus-Bild.
Im Grunde ist es gleichgültig, zu wissen, ob Jesus verheiratet, bzw, in Indien gewesen oder gar nicht am Kreuz gestorben ist, wenn er doch ein AVATARA, ein herabgestiegener Sohn Gottes ist. Selbst wenn Jesus überhaupt nicht gelebt hat (deutliche Parallelen zwischen den Lebensläufen von Jesus Christus und Krishna (Krsna) weisen darauf hin), so ist das für jene, die den Sinn des Seins begriffen haben gegenstandslos, weil sie wissen, das Gott immer wieder einmal einen seiner Söhne auf die Erde entsendet (vornehmlich dann wenn Dunkelheit und Unglauben überhand nehmen) um die Menschen wieder an ihren ursprünglichen Daseinszweck zu erinnern.
Wir geraten ja auch nicht in Panik, wenn der Frühling einige Wochen später ins Land zieht, wissen wir doch, dass er kommen wird.
Die Inkarnationen Gottes auf Erden
Währens sich Gott in seiner höchsten Persönlichkeit erst am Ende eines jeden Zeitalters auf Erden blicken lässt, entsendet er zumindest alle 500 Jahre mehr oder mindermächtige Teilerweiterungen (Inkarnationen). Vor 5000 Jahren war das beispielsweise Krishna der Allesanziehende, vor 2500 Jahren Buddha, vor 2000 Jahren Jesus Christus und vor 500 Jahren erschien Gott in verdeckter Gestalt als Sri Caitanya, sozusagen inkognito.
Als Sohn eines armen indischen Brahmanen geboren, war dieser bereits mit 15 Jahren der größte Gelehrte von Nadia dem damals wichtigsten Zentrum der Sanskrit-Wissenschaft. Was SEINE äußere Erscheinung anbelangt, so war diese sehr außergewöhnlich. ER hatte eine golden schimmernde Hautfarbe, was ihm den Zunamen „goldener Avatara“ einbrachte.
Mit ihm begann im Osten eine friedliche Revolution, die das religiöse und philosophische Denken bis in die heutige Zeit nachhaltig beeinflusst. ER verbreitete vedisches Wissen und lehrte die Menschen, den Blick nach innen zu richten, auf ihre spirituelle Natur auf die Höchste Persönlichkeit Gottes. Und ER lehrte die Menschen das Singen des Mantras „Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama, Rama Hare, Hare“, mit welchen Vollkommenheit erlangt werden kann. Wo immer ER damals singend und tanzend auftauchte, zog ER die Menschen in seinen Bann und selbst die Tiere folgten ihm nach.
Ob und wann in unserer Zeit eine solche Persönlichkeit kommen wird, ist völlig unklar. Zu groß ist die Auswahl zwischen echten Heiligen falschen Avataras, und den Inkarnationen von Teilinkarnationen. Denn auch die mächtigen Halbgötter der hinduistischen Mythologie wie Shiva, Indra oder Gaia, die Erdenmutter verkörpern sich von Zeit zu Zeit. Beispielsweise gilt der indische Heilige Sai Baba als Inkaration einer Inkarnation Shivas. Doch alle die ihn einmal begegnet sind, halten ihn für Gott persönlich. Das hat in den 1970er Jahren auch ein gewisser Bhagwan (Gott) von sich behauptet. Was aus seiner Bewegung am Ende geworden ist, ist allgemein bekannt.
Herabsteigender Gott - hinaufsteigender Mensch
Neben den Inkarnationen und AVATARAS gibt es in Indien auch sogenannte INVATARAS und Paramahamsas. Sie sind am ehesten mit den Heiligen des christlichen Mittelalters vergleichbar und verfügen über mehr oder minder große übersinnliche Fähigkeiten. Der Grad ihrer Heiligkeit zeichnet vornehmlich aus, inwieweit diese der Vermarktung ihrer außergewöhnlichen Begabungen widerstehen können.
Mir war es einmal vergönnt, einer solchen Heiligen Persönlichkeit zu begegnen.
Aus einer zwanzig Meter entfernten Menschenmenge heraus stach sie förmlich in die Augen. Ein seltsames Leuchten ging von ihr aus. Alle ihre Bewegungen waren von unvergleichlicher Anmut geprägt. Sie wirkte völlig präsent in dem, was sie gerade tat und schien dennoch nicht von dieser Welt.
Solche INVATARAS sind Menschen, die nach vielen, vielen Inkarnantion alles Leidliche auf Erden überwunden haben und in Begriff stehen, in diesem oder im nächsten Leben ihre Heimkehr zu Gott anzutreten, also nicht wiedergeboren werden müssen. Eine Begegnung mit einem Menschen, der den Becher des Lebens bis zur Neige leert, ermutigt einen dazu, am eigenen Becher nicht nur zu nippen.
Der erleuchtete indische Mystiker Schankaratscharya fand dafür die Worte:
„Das Leben ist allezeit unsicher und unbeständig wie ein Wassertropfen auf einem Lotusblatt. Die Begegnung mit einer göttlichen Persönlichkeit und sei es nur für einen Augenblick kann uns erretten und erlösen.“ In den altindischen Veden steht genau beschrieben wie viele Sekundenbruchteile der Kontakt mit einem Avatara oder Invatara genügt, um einen Menschen zu verwandeln, seine Zellen auf einer höhere lichtvollere Schwingungsebene zu transformieren.
Das ist das Geheimnis für die Faszination, welche einst von den christlichen Heiligen des Mittelalters ausgegangen sein muss und warum die Menschen noch nach Jahrhunderten „ad sancti„ zu ihren Wirkungsorten wallfahrten und ihre Hinterlassenschaften verehren.
Ein Bildnis von Jesus Christus ist ebenso wie die Reliquien von Heiligen von diesen nicht geschieden. Von ihnen geht eine mehr oder minder große Strahlkraft aus, die jeden, der in ihre Nähe kommt mehr oder minder berührt.
Tiefgläubige Menschen können dabei in religiöse Ekstase geraten. Für einen Moment bekommen sie EINSICHT und sind jenseits von Raum und Zeit mit dem Ewigen verbunden. Der Alltag wird in diesem Moment zu dem, was er tatsächlich ist, eine Nebensächlichkeit.
Selbst jene, die an dieser Stelle den Namen Gottes verächtlich in den Mund nehmen, gewinnen so Anteil am Heil, weil auch der Klang dieses Namens von Gott nicht geschieden werden kann. Denn beides entstammt einer gemeinsamen Quelle, jenseits von Raum und Zeit, die transzendent und immateriell ist, obwohl sie in den Raum hineinzuragen scheint. Man kann es schwer beschreiben. Es ist wie wenn wir einen Finger in ein Glas voller Wasser halten. Wir wirbeln das Wasser herum, sind aber gleichzeitig von ihm geschieden. Das Beispiel ist ungut gewählt. Wenn wir unseren Finger wieder aus dem Glas nehmen, bleibt etwas Wasser daran haften. Das ist bei Gottes Wirken in der Materie nicht der Fall. IHM würden materielle Verunreinigungen niemals anhaften.
In den indischen Veden heißt es, dass jeder Mensch seinen Neigungen gemäß nach dem Tod dorthin kommt, woran er zuletzt denkt. Von diesem Standpunkt aus, macht es durchaus Sinn, Gott zur Chefsache zu erklären. Wer sich über Jahre mehr oder minder oft und tief dem Gebet oder der Meditation widmet, dessen neuronale Hirnvernetzung ebnet und verbreitert eine dahingehende Verlinkung und erhöht die Chance sich im alles entscheidenden Moment an Gott zu erinnern.
Im Gesang Gottes (Bhagavad Gita), dem Heiligen Buch der Hindus heißt es darüber „Wer die Halbgötter verehrt, wird unter den Halbgöttern geboren; wer Geister und Gespenster verehrt, wird unter solchen Wesen geboren; wer die Vorfahren verehrt, geht zu den Vorfahren, und wer Mich verehrt, wird mit Mir leben. (BG.9.5)
Jemand, der alle Wünsche nach Sinnenbefriedigung aufgegeben hat, der frei von Wünschen ist, allen Anspruch auf Besitz aufgegeben hat, und frei von falschem Ego ist - er allein kann wirklichen Frieden erlangen. Das ist der Weg des spirituellen und gottgefälligen Lebens. Nachdem man es erreicht hat, ist man nicht mehr verwirrt. Ist man selbst zur Stunde des Todes in diesem Bewusstsein verankert, kann man in das Königreich Gottes eintreten. (BG.2.71f.)
Die Veden als Heilige Wissenschaft
„ICH weile im Herzen eines jeden, und von MIR kommen Erinnerung, Wissen und Vergessen.
Durch die Veden bin ICH zu erkennen; ja, ICH bin der Verfasser des Vedanta,
und ICH bin der Kenner der Veden. (BG.15.15)
„...Veda bedeutet soviel wie Wissen im Sinne von Weisheit (Wahrheit).
Die Veden sind Weisheitsbücher und haben, was deren Niederschrift anbelangt, ihren Ursprung in Indien. Die Veden sind jedoch nicht allein auf Indien bezogen, sie sind universal gedacht also für jeden! Es gibt derzeit keine Volksreligion, die auf die Veden ausgerichtet ist. Der Hinduismus wird zwar oft mit den Veden in Verbindung gebracht, diese Religion ist jedoch lediglich an einen Teil des vedischen Wissens angelehnt. Die Veden wurden vor ca. fünftausend (!) Jahren niedergeschrieben, sie sind jedoch so alt wie die Universen, denn sie stammen unmittelbar von DEM, der uns erschaffen hat.
Die Veden vermitteln einen gigantischen Umfang an Wissen, im Vergleich zu den Veden verblassen alle anderen religiösen Schriften, die diese Welt kennt, zu einem lächerlichen Rinnsal! Greift man nur ein Werk aus den vedischen Schriften heraus, zum Beispiel die Mahabharata, dann vermittelt dieses Epos Wissen anhand von mehr als 100.000 Doppelversen. (...)
Die Veden sind in der indischen Ursprache „Sanskrit“ niedergeschrieben, diese Sprache ist am Aussterben, sie wird nur noch von wenigen Menschen beherrscht. Bei Sanskrit handelt es sich, was Wortschatz, Phonetik, Metrik und Syntax anbelangt, um die höchste Sprache, die unser Planet kennt. Allein das Grundstudium dieser Sprache erfordert ca. 12 Jahre!
Das vedische Schrifttum ist in zwei Hauptkategorien unterteilt, in das Shruti (das Hören) und in das Srmriti (das Erinnern).
Zu den Shruti-Schriften gehören die vier ursprünglichen Veden (Rig-Veda, Sama-Veda, Atharva-Veda, Yajur-Veda) sowie die 108 Upanishaden.
Zu den Srmitis zählen die Erklärungsschriften zu den Veden (genannt „Puranas“), dann das gewaltigste Epos der Welt - das Mahabharata (100.000 Doppelverse) sowie das Epos Ramayana.
Dann gibt es noch das Vedanta-Sutra (das Ziel allen Wissens), dabei handelt es sich um eine Zusammenfassung des vedischen Wissens.
Zu diesem Vedanta-Sutra gibt es wiederum einen Kommentar das Shrimad-Bhagavatam (allein dieser Kommentar umfasst 12 Bände und besteht aus insgesamt 18.000 Versen). Und zu guter Letzt ist da noch die Bhagavad-Gita (der Gesang Gottes). Die Bhagavad-Gita ist ein Auszug aus dem Epos Mahabharata oder besser gesagt dessen Höhepunkt.
Ganz schön kompliziert das Ganze und von unvorstellbarem Umfang nicht wahr? Aber keine Sorge, wir werden die Sache gleich gewaltig abmagern und somit für uns handhabbar machen. Zunächst sei noch derjenige genannt, der das gesamte vedische Wissen vor ca. 5000 Jahren niedergeschrieben hat. Es war Shrila Vyasadeva, er wird die „literarische Inkarnation Gottes“ genannt.
Shrila Vyasadeva ist deswegen erschienen, weil er wusste, dass das Kali-Yuga, das Zeitalter der nahezu absoluten Dunkelheit, für uns Menschen anbricht.
In diesem Zeitalter verlieren die Menschen die Fähigkeit, mündlich übertragenes Wissen von solch gewaltigem Umfang zu behalten. Um jedoch das universale Gesetz des „Wer suchet, der findet!“ aufrechtzuerhalten, muss das höchste Wissen auf Erden immer in irgendeiner Form präsent und auch zugänglich sein.
Wenn Sie daran zweifeln, dass die Menschen in früheren Zeiten Wissen im Kopf behielten, das in niedergeschriebener Form zig Tausende von Seiten umfasst, dann sage ich Ihnen, dass es auch heute noch Menschen gibt, in denen sich diese unglaubliche Fähigkeit bewahrt hat. Menschen mit einer derartigen Merkfähigkeit werden „Savants“ genannt, was übersetzt „Wissende“ bedeutet.
Der in den USA ansässige Kim Peek ist zum Beispiel so ein „Savant“.
Kim Peek brachte sich im Alter von 16 Monaten selbst das Lesen bei, mit vier Jahren kannte er bereits vier Bände eines Lexikons auswendig. Mittlerweile hat er 12.000 Bücher in seinem Gedächtnis gespeichert, und zwar Wort für Wort!
Vedisches Wissen wurde und wird niemals geheim gehalten, jeder Mensch, der will, hat Zugang zu den Schriften.
Für uns sind lediglich zwei Werke des vedischen Wissens interessant: das Shrimad-Bhagavatam („Sh“ wird immer als „Sch“ gesprochen) und die Bhagavad-Gita. Diese beiden Werke gelten als das Herzstück der Veden, sie beinhalten die Essenz der vedischen Philosophie. Und, vor allem, diese Werke sind in viele Sprachen der Welt übersetzt worden und somit weltweit für jedermann zugänglich. (...)
In den Veden ist das komplette Universum erklärt. Und zwar nicht nur dessen Entstehung, Struktur, Funktion und Vernichtung, sondern auch der grobe Ablauf allen Geschehens. Das klingt unglaublich, ich weiß, ist aber so! Aber die Veden gehen noch sehr viel weiter, sie informieren über das Universum hinaus und zeigen DENJENIGEN auf, der alles erschaffen hat. Die Veden erklären Ihnen, wer Sie sind, wo Sie herkommen, wo Sie hingehen und vor allem, wie Sie es anstellen müssen, um nach Hause zu gelangen. Bei den Veden handelt es sich um Philosophie in purer Form (Philosophie = Weisheitsliebe).
Jetzt werden Sie vielleicht die Frage stellen: „Ja warum sind denn dann die Veden so wenig bekannt in unserer Gesellschaft, wenn sie angeblich alles Wissen und alle Weisheit vermitteln?“
Das ist sehr schnell erklärt. Vedisches Wissen kommt nur zu demjenigen Menschen, der danach sucht. Es ist kein Zufall, dass gerade Sie diese Zeilen lesen, es gibt keinen Zufall im Universum! Auch Albert Einstein, der von unserer wissenschaftlich orientierten Gesellschaft so hoch gehalten wird, ist am Ende seines Lebens bei den Veden gelandet. Er war begeisterter Leser der Bhagavad-Gita.
Und er war am Schluss der Meinung, dass man sein ganzes Leben wie ein Besessener nach der Wahrheit forschen und suchen kann, dabei steht selbige jahrelang unauffällig, nur ein paar Meter von dir entfernt, im Bücherregal. Sehen Sie, diese Aussage trifft den Nagel genau auf den Kopf. So ist es, die Veden kommen zu ganz bestimmter Zeit zu Ihnen, und niemals zufällig!
Bei der vedischen Wissenschaft handelt es sich nicht um einen blinden Glauben oder um eine elitäre Universitätslehre, sondern um ein universales, klares und systematisches Wissen, das jeder Mensch, der will, erkennen, verstehen und in seinem eigenen Leben anwenden kann. Die Intelligenz wird hierbei als gottgegebenes Instrument eingesetzt.
Unsere Wissenschaft und unsere Ausbildung sind pragmatisch, die vedische Wissenschaft ist praktisch. Pragmatisch bedeutet: nutzorientiert, funktional. Praktisch bedeutet: zielorientiert, final. Nur jenes Wissen, das GOTT zum Ziel hat, ist wirkliche Wissenschaft!
Es gibt keinen wichtigen Bereich, der in den Veden nicht abgehandelt und erklärt wird. Damit Sie einen vagen Überblick dahingehend bekommen, welch gigantisches Wissen die Veden beherbergen, hier ein paar Bereiche, die in den Veden beschrieben sind:
Ayur-Veda = Höchstes Wissen über Medizin
(ganzheitliches Heilen, Diäten, Heilkräuter, Bäder, Kuren usw.)
Jyotir-Veda = Höchstes Wissen über Astronomie/Astrologie (Zusammenhang von kosmischen und irdischen Gegebenheiten.)
Purana-Kosmologie = Höchstes Wissen über das Universum
(Alter, Aufbau, Eigenschaften usw.)
Vimana-Veda = Höchstes Wissen über planetarische und interplanetarische Flugobjekte mit Eigenschaften, die uns weitgehendst unbekannt sind (Konstruktion, Antriebe, Legierungen usw.)
Sthapatya-Veda = Höchstes Wissen über Architektur und Baukunst (Statik, heilige Geometrie, Geomantie usw.)
Dhanur-Veda = Höchstes Wissen über die Kunst des Kämpfens und der Waffenkunde, vom einfachen Stock und Bogen hin zu höchstentwickelten Waffen (atomar, Laser, Klang, Wetter, Mantras usw.)
Sankhya = Höchstes Wissen über Analyse und Struktur der Materie (Atom, Chemie, Quanten, Bewusstseinsstruktur usw.)
Silpa-Sastra = Höchstes Wissen über Mathematik, Geometrie, Formeln usw.
Natya-Sastra = Höchstes Wissen über Dramaturgie, Ausdruckstanz, Theater usw.
Gandharva-Vidya = Höchstes Wissen über Musik, Gesang, Instrumente, Tonkunst usw.
Samskrti = Höchstes Wissen über Sprachkunst, Grammatik, Metrik, Poesie usw.
Klingt unglaublich, was die Veden an Information beinhalten nicht wahr? Und dabei handelt es sich, wie ich schon erwähnt habe, um 5000 Jahre alte Schriften! Wobei ich noch einmal betonen möchte, dass die Veden zeitlos sind, es hat sie schon immer gegeben es ist in gewisser Weise göttliche Information.
Vieles, was unsere Wissenschaft noch gar nicht entdeckt hat, ist in den Veden bereits beschrieben. Das ist ja auch logisch, denn in den Veden ist nahezu ALLES beschrieben. Manches darin liest sich für uns derzeit so, als stamme es aus einem Science Fiktion Roman ist es ja im Grunde auch, denn auch das, was wir in Zukunft entdecken werden, ist in den Veden bereits beschrieben.
Stellen Sie sich vor, im Mittelalter hätten die Menschen ein Buch gefunden, in dem unsere heutige Technik beschrieben ist. Sie hätten den Inhalt sicherlich als unglaublichen Zukunftsquatsch oder Irrsinn abgetan (jedenfalls die breite Masse der Menschen). Und was ist nur ein paar Jahrhunderte später daraus geworden? REALITÄT! Und exakt die gleiche Situation stellt sich den Menschen heutzutage dar, wenn in den Veden die unglaublichsten Dinge beschrieben werden.
Die momentanen Erkenntnisse, die unsere heutige Wissenschaft besitzt, wie z. B. die Quantentheorie, Antimaterie oder die Biophotonen, können in den Veden allemal nachgelesen werden, da es sich bei den Veden, und ich sage es Ihnen noch einmal, um allumfassendes göttliches Wissen handelt.
Da ist alles schlüssig, da passt alles zusammen, auch wenn es teilweise die Grenze dessen erreicht oder sogar überschreitet, was sich die Menschen auf Erden vorstellen können. Machen Sie sich auf etwas Großes gefasst, legen Sie Ihren Kleingeist ab und lernen Sie, in anderen Dimensionen zu denken.
Die Schöpfung ist, was Zeit und Größe anbelangt, gigantisch. Was unser Universum betrifft, so werden in den Veden Zeiträume, Dimensionen und Welten beschrieben, die für die Menschen utopisch und unfassbar erscheinen. Und dennoch müssen Sie es akzeptieren, denn es handelt sich um die Wahrheit. Und wir Menschen sind tatsächlich so gestaltet, dass wir diese Wahrheit auch verinnerlichen können, denn im tiefsten Grunde sind wir ein Teil dieser Wahrheit, und sie ruht immerwährend in uns.
Es geht also praktisch um nichts Neues, sondern es geht im Grunde lediglich darum, dass wir uns erinnern. Diese Erinnerung wird durch Information geweckt, und diejenigen Menschen, die an dem Zeitpunkt angelangt sind, dass sie es begreifen können, werden es begreifen. Schon der alte Sokrates hat das gewusst, denn von ihm stammt folgender Spruch: „Lernen besteht in einem Erinnern an Informationen,
die bereits seit Generationen in der SEELE des Menschen wohnen.“ (Sokrates)
Schauen Sie sich doch noch einmal die obige Auflistung vedischen Wissens an. Dort ist der Bereich „Ayur-Veda“ aufgeführt.
Ayur-Veda ist höchstes Wissen über Medizin und Heilkunst. Was bitte ist denn neuerdings in allen Apotheken und einschlägigen Kreisen der Schlager? Ayur-Veda! Obwohl dieses Wissen, wie nicht anders zu erwarten war, kommerzialisiert, größtenteils verfälscht und oftmals falsch angewendet wird, entspringt es doch dem vedischen Wissen. Sie sehen also, 5000 Jahre altes Wissen wird plötzlich von der kaputten Industriegesellschaft wieder entdeckt. Und das ist erst der Anfang!
Weiterhin zeigen die Veden auf, in was für eine schier hoffnungslose Situation uns unsere ach so hoch gelobte Wissenschaft und unser angeblicher Wohlstand geführt hat. Aber dazu braucht ja jeder nur die Augen aufzumachen, denn man kann an allen Ecken und Enden dieser Welt sehen, dass Wissenschaft und Politik komplett versagt haben, und beide nur zum Nachteil der Menschen angewendet werden.
Da können unsere Politiker und die Finanzbosse so viel schönreden, wie sie wollen, die meisten Menschen haben den Glauben an deren Aussagen, bei denen es sich größtenteils ohnehin um Lügen handelt, bereits verloren.
Vedisches Wissen stammt, wie ich schon erwähnt habe, aus Indien, ist aber universaler Natur also im Prinzip für jeden bestimmt. Die wenigsten Menschen wissen, dass das Wort „Yoga“ und das Wort „Religion“ dasselbe bedeutet, nämlich „zurück zum Ursprung“ oder „Wiedervereinigung mit der Quelle“.
Vedisches Wissen ist in der Ursprache Sanskrit niedergeschrieben, die zwei wichtigsten Werke sind das „Shrimad-Bhagavatam“ und die „Bhagavad-Gita“. Diese beiden Werke gelten als die reifen Früchte vedischen Wissens, da sie die Essenz allen vedischen Wissens widerspiegeln ....
Literatur: Rudi Berner: Zur Wahrheit Eine Reise zum Gipfel der Philosophie., in: www.zurwahrheit.de
Was lehrt uns die Bhagavad Gita?
„Da sah nun der Pandava das ganze Weltall,
das so mannigfaltig in seinen Erscheinungen als ein Einziges,
in den Körpern der Götter als viele Teile geoffenbart. (BG 11.13)“
Es gibt in der Welt kaum ein Buch, welches bei allen, die es kennen, in so hohem Ansehen steht wie die Bhagavad Gita. Auch wer den Geist des wahren Christentums begriffen hat, kann dieses Buch als unübertrefflich erkennen.
Die ersten Ausläufer dieses zeitlosen und allgemeingültigen Werkes erreichten das Abendland wohl gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Wilhelm von Humboldt schrieb, dass er Gott danke, weil er ihn lange genug habe leben lassen, um dieses Werk kennen zu lernen: „Je öfter man es liest, um so mehr fühlt man sich erhoben zu den Regionen des Lichtes der Wahrheit; je mehr man in den Geist dieser Lehre eindringt, um so mehr nähert man sich der Erkenntnis des göttlichen Grundes allen Daseins bis zu einer Tiefe, welche der oberflächlichen, äußerlichen Naturforschung, die sich ja nur im Reiche der Erscheinungen bewegen kann, ein unerforschliches Geheimnis bleibt.“
Die Erhabenheit dieser Lehren versetzten selbst den verbitterten alten Arthur Schopenhauer in gewisse Begeisterung:
„...Wie ist doch jede Zeile so voll ernster, bestimmter und durchgängig zusammenströmender Bedeutung! Aus jeder Zeile treten uns tiefe, ursprüngliche erhabene Gedanken entgegen, während ein hoher und heiliger Ernst über dem Ganzen schwebt. (...) Es ist die belehrendste und erhabenste Lektüre, die (den Urtext ausgenommen) auf der Welt möglich ist; sie ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens sein. (Parerga II, S. 427.)"
Mit der Bhagavad Gita in der Hand, erscheint die Welt als etwas viel gewaltigeres, als vom materiell wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet. Jenseits von lebloser Materie, ist das Weltall plötzlich voller Licht und Leben. Die Natur ist kein zusammengesetztes Stückwerk von lebenden und leblosen Dingen mehr, sondern eine Einheit, ein alles umfassender Organismus.
Der Menschensohn erscheint nicht mehr als eine Laune der Natur, sondern als überirdisches Wesen. Es ist an einen irdischen Körper gebunden, dessen Konstitution sich im Laufe der Evolution zu jener Vollkommenheit entwickelt hat, die nötig war, um sie zum Innewohnen des himmlischen Geistes tauglich zu machen.
Das befähigt den Menschen, schließlich Gott selbst als den Grund seines eigenen wahren Wesens und als die ewige Ursache seines Daseins zu erkennen.
Ist man erwacht, gewinnt das Leben einen völlig anderen, vorher nicht greifbaren Sinn. Der Besitz äußerlicher Dinge, die Belustigung der Sinne, die wissenschaftliche Neugierde wird auf einmal nebensächlich und die Erkenntnis des göttlichen Daseins und das Bewusstwerden der eigenen Unsterblichkeit rücken in den Vordergrund.
Dem Erwachen der innerlichen Erkenntnis folgt eine tiefe und unstillbare Sehnsucht nach der Rückkehr in jene übersinnliche Geisteswelt aus der alles einst seinen Anfang nahm. Das Erwachen des Geistes ist freilich von vielen Hindernisse begleitet, in Form von Begierden und Leidenschaften, falschen Vorstellungen und verkehrten Anschauungen. Die Aufgabe der Bhagavad Gita ist es, zu lehren, welche Hemmnisse es gibt und wie man sie überwinden kann.
Dargestellt ist das Ganze in der allegorischen Form eines Gesprächs, dass der erwachende Mensch (Ardschuna) mit der Inkarnation Gottes (Krishna) führt.
Stellen wir uns einmal folgende Situation vor: Wir befinden uns im Beisein unseres besten Freundes in einer höchst kritischen Lage und stellen plötzlich fest, dass es sich bei dem Freund tatsächlich um GOTT handelt. Eine faszinierende Situation.
Die Gelegenheit nutzend, beginnt der Kämpfer Ardschuna natürlich zu fragen, und sein göttlicher Freund gibt ihm auf jede Frage eine Antwort. Obendrein erklärt er Ardschuna wie das Universum erschaffen, arrangiert, gelenkt und aufgebaut ist, wie Gottes spirituelles Reich das jenseits aller Materie existiert wie man schließlich dorthin gelangen kann. Dabei steht die Zeit still und Ardschuna ist es vergönnt, „denn Himmel streifend“ einen Blick auf die höchste Persönlichkeit Gottes und dessen Schöpfungen zu werfen wie sie kein bisher Sterblicher sah.
Vordergründig ist die Bhagavad Gita ein Ausschnitt aus dem 5000 Jahre alten indischen Volksepos Mahabharata, genaugenommen dessen Höhepunkt. Gegen die Erhabenheit und den lyrischen Anmut dieses in 100.000 Doppelversen verfassten epischen Gewitters, kann man die gewaltigen Gesänge um Troja, die Nibelungensaga, Shakespeare, Goethe und alle anderen abendländischen Dichtungen getrost zurück ins Regal legen.
Allegorisch gesehen, befindet sich Ardschuna auf dem Schlachtfeld des irdischen Lebens zwischen zwei Heeren, gemeint sind die höheren (Pandavas) und die niederen Seelenkräfte (Kurus). Da steht er seinen Verwandten gegenüber, den Söhnen Dhritarashtras (das materielle Dasein). Diese symbolisieren Selbstsucht, Eigendünkel, Begierden, Leidenschaft, Hass, usw..
Doch auf seiner Seite stehen mächtige Helfer wie der Wille zum Guten, die Ergebung (in Form seines Bruders Yudhistira); die Liebe zur Wahrheit, Gottvertrauen, Pflichtgefühl und Selbstbeherrschung.
Ardschuna muss nun erkennen, dass die Gegner, die er bekämpfen soll, zwar nicht sein eigenes Selbst, so doch seine „nächsten Verwandten, Freunde, Lehrer" und somit Teile seines Selbst sind. Da entsinkt ihm der Mut zum Kämpfen und er lässt seinen Bogen (den Willen) fallen.
Da offenbart sich Krishna, der in jedem Menschen innewohnende göttliche Funke und belehrt Ardschuna über die wahre Natur des Menschen und seine Stellung zu Gott. Er macht ihm klar, dass alles, was der Mensch für sein Selbst hält, nur Maya (Täuschung) ist; dass die daraus entspringenden Zustände nur vorübergehende Erscheinungen sind, die man überwinden muss um sich mit Gott, dem unsterblichen Selbst zu vereinen.
Die Bhagavad Gita ist die Essenz der vedischen Wissenschaft, deren Ursprünge zumindest nach den in denselben enthaltenen astrologischen Angaben auf mindestens 25.000 Jahre geschätzt werden. Nach der indischen Mythologie sollen die Veden einst von Vasudeva, der höchsten Persönlichkeit Gottes an Brahma dem Schöpfer des Universums übergeben worden sein. Die Ahnen der Hindu-Kultur verfügten über eine dermaßen überlegene Auffassungs- und Erinnerungsgabe, dass eine Niederschrift derselben durch Vyasa der literarischen Inkarnation Gottes erst mit dem Eintritt der Welt ins Kali-Yuga dem geistig dunklen Zeitalter erforderlich wurde.
In dessen unmittelbarem Vorfeld soll der Bruderkampf zwischen Kurus und Pandavas stattgefunden haben. Die indischen Gelehrten sind sich bezüglich des genauen Zeitpunktes der Ereignisse ebenso uneins wie die christlichen Theologen des Mittelalters darum stritten, wann Adam in den „Apfel“ gebissen hätte.
Je nach den divergierenden astronomischen Berechnungen, welche den Zeitaltern (Yugas) zugrunde liegen, kann diese Zeit zwischen 700 v. Chr. (Sri Yuktesvar) und 5000 v. Chr. (Srila Prahupada) angenommen werden.
Wer dagegen glaubt, der Weg zur Erlösung sei allein in der Bibel angegeben und die Hinduschriften heidnisches Gedankengut, dem sei gesagt: „Wer den Sinngehalt der Bibel versteht, hat weder die Bibel noch die Bhagavad Gita mehr nötig, wer ihn aber nicht versteht, und das ist bei der Bibel so eine Sache, der kann ihn gerade mit der Bhagavad Gita besser kennen lernen.“
Die Bibel, sofern richtig übersetzt, ist zum größten Teile eine Wiedergabe der in den indischen Veden vorhandenen Lehren, doch es fehlt die Auseinandersetzung der wissenschaftlichen Begründung, welche die Veden so auszeichnet. Die Bibel war ursprünglich für Eingeweihte geschrieben, für Menschen also, welche die Allgegenwart des göttlichen Geistes in sich selbst empfanden und erkannten, und darum keine anderen Beweise für die Existenz derselben bedurften.
Als nun die Bibel Allgemeingut wurde und die Schlüssel zu ihren Geheimnissen an das Nichtheilige verloren ging, kam Unverstand auf. An die Stelle der Erkenntnis des Heiligen Geistes kam Buchstabentreue, was dann -wie bekannt- zu den größten Verirrungen der Menschheit führte.
Gerade heute ist es nicht zu übersehn, dass es der Religion an einer vernünftigen Grundlage fehlt. Srila Prahupada sagte dazu:
„Religion ohne Wissenschaft ist oftmals Schwärmerei, Aberglauben manchmal auch Fanatismus. Wissenschaft ohne Religion dagegen ist ziellos, endlos, sinnlos.“
In den Sonntagspredigten hören wir manchmal: „Bezähme deine Begierden, liebe Gott, überwinde dich selbst!“ Wie sollen die Menschen solche Ratschläge befolgen, wenn sie die Natur ihrer Begierden nicht kennen und nicht wissen, weshalb diese nicht befriedigt werden sollen. Wenn sie logisch nicht nachvollziehen können, warum sie Gott lieben sollen und warum die Erlösung aller Sünden durch den Heiland heute noch eine Bedeutung hat, wie sollen die dann glauben.
Um Gott zu lieben, muss man ihn zunächst erkennen. Wie kann man dasjenige lieben, von dessen Dasein man nichts empfindet und nichts weiß? Wer seine Natur beherrschen will, sollte die übergeordneten Zusammenhänge um dieselbe kennen, um zu wissen, welche Stellung dem Menschen im Gefüge der Schöpfung zugedacht ist und wie er diese erreichen kann.
Das ist die Heilige Wissenschaft, welche in den Veden gelehrt wird und diese über andere „Heilige Schriften“ hinaushebt, wo diese Lehren nur bruchstückhaft hinter Aberglauben, Parabeln und Allegorien verborgen liegen.
Die Wahrheit bedarf keines andern Beweises als den ihrer Erkenntnis. Solange wir diese nicht gefunden haben, ist es von größtem Wert, die Lehren der Weisen, welche die Wahrheit um das Endziel des menschlichen Daseins kannten, zu beherzigen.
Die kommentierte Fassung der Bhagavad Gita von Srila Prahupada kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden unter: www.prabhupada.de
Der Gesang Gottes Weisheiten aus der Bhagavad Gita,
Abkürzungen: BG-Bhagavad Gita; SB-Srimad Bhagavatam
Über das vedische Wissen
Wenn der forschende Mensch nicht aus einer göttlichen Quelle Wissen bekommt, verliert er sich in einer endlosen Forschung, denn selbst wenn er einmal ein Prinzip der Wahrheit streift, erkennt er es nicht und spekuliert einfach weiter ziellos, endlos, sinnlos. Menschen, die nicht wissen, dass es ein höchstes Ziel im Leben gibt, halten alles andere als das höchste Ziel für wertvoll. So irren sie wie Blinde umher, die von Blinden geführt werden, und verstricken sich immer mehr ins Netz der Ziellosigkeit. (SB.7.5.31)
Ich weile im Herzen eines jeden, und von Mir kommen Erinnerung, Wissen und Vergessen. Durch die Veden bin Ich zu erkennen; ja, Ich bin der Verfasser des Vedanta, und Ich bin der Kenner der Veden. (BG.15.15)
Alle Zwecke, die ein kleiner Teich nach und nach erfüllt, können große Gewässer sofort erfüllen. In ähnlicher Weise kann alle Früchte der Veden erreichen, wer das Ziel der Veden kennt. (BG.2.46)
Materielle contra spirituelle Welt:
Gott ruht im Stein,
schläft in der Pflanze,
träumt im Tier
und erwacht im Menschen.
(Rabindranath Tagore)
Die materielle Natur arbeitet unter Meiner Führung und sie bringt alle sich bewegenden und sich nicht bewegenden Wesen hervor. Nach ihrem Gesetz wird diese Schöpfung immer wieder erschaffen und vernichtet. (BG 9.10)
Alle Planeten in der materiellen Welt - vom höchsten bis hinab zum niedrigsten - sind Orte des Leids, an denen sich Geburt und Tod wiederholen. Wer aber in Mein Reich gelangt, wird niemals wiedergeboren.
Nach menschlicher Zeitrechnung ergeben eintausend Zeitalter (Ein Zeitalter beträgt 4,32 Mio Jahre.) die Dauer eines Tages im Leben Brahmas. Und ebenso lange währt seine Nacht.
Wenn Brahmas Tag anbricht, tritt die Vielzahl der Lebewesen ins Dasein, und wenn Brahmas Nacht hereinbricht, werden sie alle vernichtet.
Jedoch gibt es noch eine andere Natur, die ewig ist und transzendental zur manifestierten und unmanifestierten Materie. Sie ist erhaben und wird niemals vernichtet. Auch wenn alles in der materiellen Welt zerstört wird, bleibt dieser Teil, wie er ist. Dieses höchste Reich wird unmanifestiert und unfehlbar genannt und ist das höchste Ziel. Geht jemand dorthin, kehrt er nie wieder zurück. So beschaffen ist Mein höchstes Reich. (BG.8.16-21)
Die gesamte materielle Substanz, Brahman genannt, ist die Quelle der Geburt, und es ist dieses Brahman, das Ich befruchte, so dass die Geburten aller Lebewesen möglich werden. (BG.14.3)
Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist, Intelligenz und falsches Ego, diese acht Elemente entstehen durch Meine abgesonderten, materiellen Energien. (BG.7.4)
Die materielle Natur ist endlos wandelbar. Das Universum ist die kosmische Form des Höchsten Herrn, und Ich bin dieser Herr, der von der Überseele repräsentiert wird und im Herzen aller verkörperten Wesen weilt. (BG.8.4)
Außer dieser niederen Natur habe Ich noch eine höhere Energie, die aus allen Lebewesen (Seelen) besteht, die mit der materiellen Natur kämpfen und das Universum erhalten. (BG.7.5)
Die aktiven Sinne sind der leblosen Materie überlegen; der Geist steht über den Sinnen; die Intelligenz steht über dem Geist, und die Seele steht sogar noch über der Intelligenz. (BG.3.42)
Die Lebewesen in dieser bedingten Welt sind Meine ewigen fragmentarischen Teile. Weil sie ein bedingtes Leben führen, kämpfen sie sehr schwer mit den sechs Sinnen, zu denen auch der Geist gehört. (BG.15.7)
Man sollte verstehen, dass die materielle Natur (Brahman) und die Lebewesen (Seelen) ohne Anfang sind. Ihre Umwandlungen und die Erscheinungsweisen der Materie sind Produkte der materiellen Natur. (BG.13.20)
Wer die Philosophie von der materiellen Natur, dem Lebewesen und der Wechselwirkung der Erscheinungsweisen der Natur versteht, wird mit Sicherheit Befreiung erlangen. Er wird in dieser Welt nicht wiedergeboren werden, ungeachtet seiner jetzigen Stellung. (BG.13.24)
Was sagt Gott über sich selbst?
Wisse, von Allem, was materiell und was spirituell ist in dieser Welt, bin Ich sowohl der Ursprung als auch die Auflösung. (BG.7.6)
Obgleich Ich ungeboren bin und Mein transzendentaler Körper niemals vergeht, und obwohl Ich der Herr aller fühlenden Wesen bin, erscheine Ich in jedem Zeitalter in Meiner ursprünglichen transzendentalen Gestalt. (BG.4.6)
Wann immer und wo immer das religiöse Leben verfällt und Irreligiosität überhand nimmt, zu der Zeit erscheine Ich. Um die Frommen zu erretten und die Schurken zu vernichten, und um die Prinzipien der Religion wieder einzuführen, erscheine Ich Zeitalter um Zeitalter. (BG.4.7f.)
Von Mir, in Meiner unmanifestierten Form, ist das gesamte Universum durchdrungen. Alle Wesen sind in Mir, aber Ich bin nicht in ihnen.
Die gesamte kosmische Ordnung untersteht Mir. Durch Meinen Willen wird sie immer wieder manifestiert, und durch Meinen Willen wird sie am Ende vernichtet.
Diese Tätigkeiten können Mich nicht binden. Ich bin immer unberührt, als wäre Ich unbeteiligt. ((BG.9.4,8f.)
Es gibt zwei Arten von Wesen - die Fehlbaren und die Unfehlbaren. In der materiellen Welt ist jedes Lebewesen fehlbar, und in der spirituellen Welt ist jedes Wesen unfehlbar. Außer diesen beiden gibt es die größte lebendige Persönlichkeit, den Herrn selbst, der in diese Welten eingegangen ist und sie erhält. (BG.15.16f.)
Die Überseele ist die ursprüngliche Quelle aller Sinne, und doch ist Sie ohne Sinne. Der Herr ist unangehaftet, obwohl Er der Erhalter aller Lebewesen ist. Er steht in transzendentaler Stellung zu den Erscheinungsweisen der Natur, und zugleich ist Er der Herr aller Erscheinungsweisen der materiellen Natur. (BG.13.15)
Alle Daseinsstufen seien sie in Tugend, Leidenschaft oder Unwissenheit sind von Meiner Energie manifestiert. In einem gewissen Sinne bin Ich alles doch bin Ich unabhängig. Ich stehe nicht unter dem Einfluss der Erscheinungsweisen der materiellen Natur. (BG.7.12)
Getäuscht von den drei Erscheinungsweisen [Gunas] kennt die gesamte Welt Mich nicht, der Ich über den Erscheinungsweisen stehe und unerschöpflich bin. (BG.7.13)
Den Toren und Dummköpfen bin Ich niemals sichtbar. Für sie bin Ich von Meiner ewigen schöpferischen Energie [MAYA] verhüllt, und daher kennt die verblendete Welt Mich nicht, der Ich ungeboren und unerschöpflich bin. (BG.7.25)
Wenn du erkennst, dass es in allen Tätigkeiten nichts außer diesen Erscheinungsweisen der Natur gibt, und dass der Höchste Herr zu all diesen Erscheinungsweisen in transzendentaler Stellung steht, kannst du Meine spirituelle Natur verstehen. (BG.14.19)
Ich beneide niemanden, noch bevorzuge Ich jemanden; Ich bin allen gleichgesinnt. Doch wer immer Mir in Hingabe dient, ist Mein Freund, ist in Mir, und auch Ich bin sein Freund. (BG.9.29)
Für jemand, der sich ohne Unterlass an Mich erinnert, bin Ich sehr leicht zu erreichen, da er sich ständig im hingebungsvollen Dienst betätigt. (BG.8.14)
Und wer immer sich im Augenblick des Todes, wenn er seinen Körper verlässt, an Mich erinnert, erreicht sogleich Mein Reich. Darüber besteht kein Zweifel. (BG.8.5)
Vier Arten frommer Menschen bringen Mir ihren Dienst dar der Notleidende, der Neugierige, derjenige, der Reichtum begehrt, und derjenige, der nach Wissen vom Absoluten sucht. Von diesen ist derjenige, der in vollem Wissen gründet und der immer im hingebungsvollen Dienst beschäftigt ist, der beste. Denn Ich bin ihm sehr lieb, und er ist Mir lieb. (BG.7.16f.)
Wer nicht neidisch, sondern allen Lebewesen ein gütiger Freund ist, wer keinen Besitzanspruch erhebt und von falschem Ego frei ist, wer in Glück und Leid gleichmütig bleibt, wer duldsam, immer zufrieden und selbstbeherrscht ist und sich mit Entschlossenheit im hingebungsvollen Dienst beschäftigt, indem er Geist und Intelligenz auf Mich richtet ein solcher Geweihter ist Mir lieb. (BG.12.13-14)
Reinkarnation Evolution der Seelen
Sri Krishna sprach zu Arjuna[8]: „Während du gelehrte Worte sprichst, betrauerst du, was des Kummers nicht wert ist. Die Weisen beklagen weder die Lebenden noch die Toten. (BG.2.11)
Wer glaubt, das Lebewesen töte oder werde getötet, befindet sich in Unwissenheit. Wer in Wissen gründet, weiß, dass das Lebewesen weder tötet noch getötet wird.
Für die Seele gibt es weder Geburt noch Tod. Auch hört sie, da sie einmal war, niemals auf zu sein. Sie ist ungeboren, ewig, immerwährend, unsterblich und urerst. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper erschlagen wird. (BG.2.19f.)
Einem, der geboren wurde, ist der Tod sicher, und einem, der gestorben ist, ist die Geburt gewiss. Deshalb solltest du bei der unvermeidlichen Erfüllung deiner Pflicht nicht klagen. (BG.2.27)
Wie ein Mensch alte Kleider ablegt und neue anlegt, so gibt die Seele alt und unbrauchbar gewordene Körper auf und nimmt neue an. (BG.2.22)
Das Lebewesen in der materiellen Welt trägt seine verschiedenen Lebensauffassungen von einem Körper zum anderen, wie der Wind Düfte mit sich trägt. (BG.15.8)
Das Lebewesen, das einen neuen grobstofflichen Körper annimmt, erhält eine bestimmte Art von Augen, Ohren, Zunge, Nase und Tastsinn, die um den Geist gruppiert sind. Auf diese Weise genießt es eine bestimmte Auswahl von Sinnesobjekten. (BG.15.9)
Jemand, der alle Wünsche nach Sinnenbefriedigung aufgegeben hat, der frei von Wünschen ist, allen Anspruch auf Besitz aufgegeben hat, und frei von falschem Ego ist - er allein kann wirklichen Frieden erlangen.
Das ist der Weg des spirituellen und gottgefälligen Lebens. Nachdem man es erreicht hat, ist man nicht mehr verwirrt.
Ist man selbst zur Stunde des Todes in diesem Bewusstsein verankert, kann man in das Königreich Gottes eintreten. (BG.2.71f.)
Wer die Halbgötter verehrt, wird unter den Halbgöttern geboren; wer Geister und Gespenster verehrt, wird unter solchen Wesen geboren; wer die Vorfahren verehrt, geht zu den Vorfahren, und wer Mich verehrt, wird mit Mir leben. (BG.9.5)
Wer die Philosophie von der materiellen Natur, dem Lebewesen und der Wechselwirkung der Erscheinungsweisen der Natur versteht, wird mit Sicherheit Befreiung erlangen. Er wird in dieser Welt nicht wiedergeboren werden, ungeachtet seiner jetzigen Stellung. (BG.13.24)
Wer bewusst den Unterschied zwischen dem Körper und dem Besitzer des Körpers sieht und den Vorgang der Befreiung aus dieser Knechtschaft verstehen kann, erreicht ebenfalls das höchste Ziel. (BG.13.35)
Warum sollen und wie können wir unsere Begierden bezwingen?
Ein Mensch muss sich durch seinen Geist erheben, nicht erniedrigen.
Der Geist ist der Freund der bedingten Seele, aber auch ihr Feind.
Für den, der den Geist bezwungen hat, ist der Geist der beste Freund; doch für den, der dies versäumt hat, wird der gleiche Geist zum größten Feind. (BG.6.5f.)
Beim Betrachten der Sinnesobjekte entwickelt der Mensch Anhaftung an sie; aus solcher Anhaftung entwickelt sich Begierde, und aus Begierde geht Zorn hervor. Aus Zorn entsteht Täuschung, und der Täuschung folgt die Verwirrung der Erinnerung. Wenn die Erinnerung verwirrt ist, geht die Intelligenz verloren, und wenn die Intelligenz verloren ist, fällt man wieder in den materiellen Sumpf zurück. (BG.2.62f.)
Die Sinne sind so stark und ungestüm, dass sie sogar den Geist eines Mannes gewaltsam fortreißen, der Unterscheidungsvermögen besitzt und bemüht ist, sie zu beherrschen. (BG.2.60)
Wer imstande ist, seine Sinne von den Sinnesobjekten zurückzuziehen, so wie die Schildkröte ihre Glieder in den Panzer einzieht, gründet in wirklichem Wissen. (BG.2.58)
Wer frei von Zorn und allen materiellen Wünschen ist, selbstverwirklicht, selbstdiszipliniert und ständig um Vollkommenheit bemüht, wird mit Sicherheit in sehr naher Zukunft im Höchsten befreit. (BG.5.26)
Wenn man weiß, dass man transzendental zu den materiellen Sinnen, dem Geist und der Intelligenz ist, sollte man das niedere Selbst durch das höhere Selbst beherrschen, und so, kraft spiritueller Stärke, die unersättliche Feindin, die Lust, bezwingen. (BG.3.43)
Man sagt, ein Mensch sei noch weiter fortgeschritten, wenn er sowohl Freunde als auch Feinde, Neidische und Wohlgesinnte, die Frommen, die Sünder und die, die gleichgültig und unparteiisch sind, mit gleichen Augen sieht. (BG.6.9)
Wenn das verkörperte Wesen fähig ist, die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur zu transzendieren, kann es von Geburt, Tod, Alter und den damit verbundenen Leiden frei werden und schon in diesem Leben Nektar genießen. (BG.14.20)
Wer nicht im transzendentalen Bewusstsein gründet, kann weder einen beherrschten Geist noch stetige Intelligenz besitzen, ohne die keine Möglichkeit zum Frieden besteht. Und wie kann es Glück ohne Frieden geben?
Gleich einem Boot auf dem Wasser, das von einem Sturm hinweg gerissen wird, kann die Intelligenz des Menschen schon von einem der Sinne davongetragen werden, auf den der Geist sich richtet. Daher verfügt jemand, dessen Sinne von den Objekten zurückgezogen sind, über stetige Intelligenz. (BG.2.66ff.)
Ein gläubiger Mensch, der sich in transzendentales Wissen vertieft und seine Sinne beherrscht, erlangt sehr schnell den höchsten spirituellen Frieden. (BG.4.39)
Von vielen Tausenden von Menschen bemüht sich vielleicht einer um Vollkommenheit, und von denen, die Vollkommenheit erreicht haben, kennt kaum einer Mich in Wahrheit. (BG.7.3)
Wer nach vielen Geburten und Toden tatsächlich in Wissen gründet, ergibt sich Mir, da er weiß, dass Ich die Ursache aller Ursachen und dass Ich alles bin. Solch eine große Seele ist sehr selten. (BG.7.19)
Jemand, der alle Wünsche nach Sinnenbefriedigung aufgegeben hat, der frei von Wünschen ist, allen Anspruch auf Besitz aufgegeben hat, und frei von falschem Ego ist - er allein kann wirklichen Frieden erlangen.
Das ist der Weg des spirituellen und gottgefälligen Lebens. Nachdem man es erreicht hat, ist man nicht mehr verwirrt. Ist man selbst zur Stunde des Todes in diesem Bewusstsein verankert, kann man in das Königreich Gottes eintreten. (BG.2.71f.)
Wer die Halbgötter verehrt, wird unter den Halbgöttern geboren; wer Geister und Gespenster verehrt, wird unter solchen Wesen geboren; wer die Vorfahren verehrt, geht zu den Vorfahren, und wer Mich verehrt, wird mit Mir leben. (BG.9.5)
Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit
Die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur
Die materielle Natur besteht aus den drei Erscheinungsweisen Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit. Wenn das Lebewesen (Seele) mit der Natur in Berührung kommt, wird es von diesen Erscheinungsweisen bedingt. (BG.14.5)
Manchmal gewinnt die Erscheinungsweise der Leidenschaft die Oberhand und besiegt die Erscheinungsweise der Tugend, manchmal besiegt die Erscheinungsweise der Tugend die Leidenschaft, und ein anderes Mal besiegt die Erscheinungsweise der Unwissenheit Tugend und Leidenschaft. Auf diese Weise findet ein ständiger Kampf um Vorherrschaft statt. (BG.14.10)
Aus der Erscheinungsweise der Tugend entwickelt sich wirkliches Wissen; aus der Erscheinungsweise der Leidenschaft entwickelt sich Leid, und aus der Erscheinungsweise der Unwissenheit entwickeln sich Dummheit, Irrsinn und Illusion. (BG.14.17)
Wenn die Erscheinungsweise der Leidenschaft zunimmt, entwickeln sich Anzeichen von großer Anhaftung, unbeherrschtem Verlangen, Begehren und großer Anstrengung. (BG.14.1)
Wenn die Erscheinungsweise der Unwissenheit zunimmt, machen sich Irrsinn, Illusion, Untätigkeit und Dunkelheit deutlich bemerkbar. (BG.14.13)
Menschen, die sich in der Erscheinungsweise der Tugend befinden, gehen allmählich aufwärts zu den höheren Planeten; diejenigen in der Erscheinungsweise der Leidenschaft leben auf den irdischen Planeten und diejenigen in der Erscheinungsweise der Unwissenheit fallen in die höllischen Welten hinab. (BG.14.18)
Die Dämonen wissen nicht, was getan werden muss, und was nicht getan werden darf. In ihnen ist weder Sauberkeit noch richtiges Betragen, noch Wahrheit zu finden. Sie sagen, die Welt sei unwirklich; sie habe keinen Ursprung und es gebe keinen Gott, der sie beherrsche. Sie sei durch sexuelles Verlangen erzeugt worden und habe keine andere Ursache als Lust. Weil sie sich nach solchen Schlussfolgerungen richten, gehen die Dämonen, die sich selbst ausgeliefert sind und keine Intelligenz haben, abscheulichen, unheilvollen Tätigkeiten nach, die dafür bestimmt sind, die Welt zu zerstören. (...)
Sie glauben, die Sinne bis ans Ende des Lebens zu befriedigen sei die größte Notwendigkeit der menschlichen Zivilisation. Daher haben ihre Sorgen kein Ende. Durch Hunderttausende von Wünschen und durch Lust und Zorn gebunden, sichern sie sich mit illegalen Mitteln Reichtum für Sinnenbefriedigung.
Der dämonische Mensch denkt: „So viel Reichtum besitze ich heute, und nach meinen Plänen werde ich noch mehr erlangen. So viel gehört mir jetzt, und es wird in Zukunft mehr und mehr werden. Er ist mein Feind, und ich habe ihn umgebracht, und meinen anderen Feind werde ich ebenfalls töten.
Ich bin der Herr über alles; ich bin der Genießer; ich bin vollkommen, mächtig und glücklich. Ich bin der reichste Mann, umgeben von adligen Verwandten. Niemand ist so glücklich und mächtig wie ich. Ich werde Opfer darbringen; ich werde einige Spenden geben, und so werde ich genießen.“ Auf diese Weise werden solche Menschen durch Unwissenheit getäuscht. (...)
Die Neidischen und Boshaften, die Niedrigsten unter den Menschen, werden von Mir in den Ozean der materiellen Existenz, in verschiedene dämonische Arten des Lebens geworfen. (...)
Es gibt drei Tore, die zu dieser Hölle führen - Lust, Zorn und Gier. Jeder vernünftige Mensch sollte diese drei Dinge aufgeben, denn sie führen zur Erniedrigung der Seele. (BG.16.7ff., 11-16, 19, 21)
Wer die Philosophie von der materiellen Natur, dem Lebewesen und der Wechselwirkung der Erscheinungsweisen der Natur versteht, wird mit Sicherheit Befreiung erlangen. Er wird in dieser Welt nicht wiedergeboren werden, ungeachtet seiner jetzigen Stellung. (BG.13.24)
Wie ist es um den freien Willen bestellt?
Der Höchste Herr weilt im Herzen eines jeden, O Arjuna, und lenkt die Wege aller Lebewesen, die im Körper wie in einer aus materiellen Energie geschaffenen Maschine sitzen. (BG 18.61)
Wenn die Atma-Seele (menschliche Seele) die einzige Seele wäre, die Schöpferin des Universums, dann müsste sie die Schöpfung so lenken können, dass für sie keine leidvollen Situationen entstehen. (Vedanta-Sutra 2.1.21)
Es existiert kein Wesen - weder hier noch unter den Halbgöttern auf den höheren Planetensystemen, das vom Einfluss der drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur frei ist. (BG.18.40)
Alle Menschen sind gezwungen, hilflos nach den Drängen zu handeln, die von den Erscheinungsweisen der materiellen Natur hervorgerufen werden; deshalb kann niemand auch nur für einen Augenblick aufhören, etwas zu tun. (BG.3.5)
Die Umlaufbahnen der Planeten gleichen den Körpern, in denen sich die Lebewesen befinden, denn sie sind beide Maschinen, die von der höchsten Persönlichkeit Gottes kontrolliert werden. (BG 9.10)
Wer sehen kann, dass alle Tätigkeiten vom Körper ausgeführt werden, der von der materiellen Natur geschaffen ist, und versteht, dass das Selbst (die Seele) nichts tut, hat die wahre Sicht. (BG.13.30)
Wie sollen wir handeln?
Selbst die Intelligenten sind verwirrt, wenn sie bestimmen sollen, was Handeln und was Nichthandeln ist. Ich werde dir jetzt erklären, was Handeln ist, und wenn du dies weißt, wirst du von allen Sünden befreit sein.
Die Kompliziertheit des Handelns ist sehr schwer zu verstehen. Deshalb sollte man genau wissen, was Handeln, was verbotenes Handeln und was Nichthandeln ist.
Wer Nichthandeln in Handeln und Handeln in Nichthandeln sieht, ist intelligent unter den Menschen, und er steht in der transzendentalen Stellung, obgleich er allen möglichen Tätigkeiten nachgehen mag. (...)
Indem er alle Anhaftung an die Ergebnisse seiner Tätigkeiten aufgibt, immer zufrieden und unabhängig ist, führt er keine fruchtbringende Handlung aus, obwohl er mit allen möglichen Unternehmungen beschäftigt ist.
Wer Erleuchtung, Anhaftung und Täuschung weder hasst, wenn sie gegenwärtig sind, noch nach ihnen verlangt, wenn sie verschwinden; wer dasitzt, als sei er unbeteiligt, weil er sich jenseits der materiellen Reaktionen der Erscheinungsweisen der Natur befindet; wer fest bleibt, da er weiß, dass allein die Erscheinungsweisen aktiv sind.
Wer Freude und Schmerz mit Gleichmut betrachtet und einen Erdklumpen, einen Stein und ein Goldstück mit gleichen Augen sieht.
Wer weise ist und Ruhm und Schmach als gleich ansieht; wer in Ehre und Unehre unverändert bleibt; wer Freund und Feind gleich behandelt und wer alle fruchtbringenden Unternehmungen aufgegeben hat - von einem solchen Menschen sagt man, er habe die Erscheinungsweisen der Natur transzendiert.
Wer mit Gewinn zufrieden ist, der von selbst kommt; wer frei von Dualität ist und keinen Neid kennt, und wer sowohl bei Erfolg wie auch Misserfolg stetig ist, wird niemals verstrickt, obwohl er handelt.
Die Arbeit eines Menschen, der unangehaftet gegenüber den Erscheinungsweisen der materiellen Natur ist, und der völlig in transzendentalem Wissen verankert ist, geht vollständig in die Transzendenz ein. (BG.4.16ff., 20ff.)